Mehr Fast Food in der Stadt? - Die politische Agenda der 8b

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Da, wo wichtige Entscheidungen fallen für Gmünd: Parler-Gymnasiasten beim kommunalpolitischen Aktionstag zu Gast im Rathaus (links Gastgeber OB Richard Arnold, rechts Kursleiter Ludwig Leuser von der Landeszentrale für politischer Bildung).
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Wo lernt man am besten etwas über Kommunalpolitik? Da, wo sie gemacht wird: Die 8b vom Parler zu Gast im Sitzungssaal des Rathauses.

Schwäbisch Gmünd

Max gibt dem OB eine gute Note: „Er ist gut auf unsere Fragen eingegangen.“ Der Gymnasiast war mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern des Parler-Gymnasiums am Montag zu Gast im Rathaus. Um dort etwas über Kommunalpolitik zu lernen, wo sie gemacht wird: Deshalb hat die 8b des PG einen Vormittag im großen Sitzungssaal verbracht, wo der Gemeinderat sonst wichtige Entscheidungen für die Stadt trifft.

Zuerst sammelten die Achtklässler unter anderem Ideen und Wünsche für Gmünd, dann kam Oberbürgermeister Richard Arnold, um dazu Stellung zu nehmen. Das stand auf der politischen Agenda der Klasse 8b:

Ein grüner Park in der Stadt: „Habt Ihr eine Vorstellung, wo?“, fragt der OB. Das noch nicht, sagen die Schüler. Also stellt Arnold die Ideen der Stadt vor: „Wir planen einen Zauberwald bei den Schmiedgassen, außerdem einen Waldpark in der Weststadt beim Deutenbach.“

Ein Skaterpark: „Stimmt, das ist ein Manko“, sagt der Oberbürgermeister. Das liege daran, dass der Jugendgemeinderat vor zehn Jahren andere Schwerpunkte gesetzt habe: Beachvolleyball, Fußballplatz, Kletteranlage. „Aber spätere Generationen haben wieder andere Vorstellungen.“

In der Stadt gibt’s oft ein Platzproblem, sagt der OB. Eine Idee sei es, eine solche Anlage auf ein bestehendes Gebäude zu setzen. „Auf dem City Center wäre es toll“, findet eine Schülerin. „Das ist privat, da müsste man für eine Nutzung auf jeden Fall bezahlen“, sagt Arnold.

Und das Parkhaus am Bahnhof? Denkbar, findet der OB, „das gehört der Stadt“. Eines sei übrigens schon sicher: „Wir geben 50  000 Euro aus, damit der Skaterpark in Unterbettringen gerichtet wird.“

Rutschspaß im Hallenbad: Nur eine Rutsche im Hallenbad, und die ziemlich alt: Das war ein weiterer Punkt für Verbesserungen, den die Schüler auf dem kommunalpolitischen Zettel haben wollen. „Das kann ich mitnehmen“, versprach OB Arnold.

Wobei die grundlegende Idee eines neuen Hallenbads in Gmünd „nicht vom Tisch“ sei. „Es kostet allerdings viel Geld, man rechnet zwischen 20 und 40 Millionen Euro.“

Mehr Mülleimer? Zu viel Müll in der Stadt nervt auch die Parler-Schüler. „Könnte man nicht einfach mehr Mülleimer aufstellen?“, fragt ein Schüler. „Gute Idee, ist aber leider kontraproduktiv“, sagt Richard Arnold. Weil jeder öffentliche Mülleimer einen Nebeneffekt habe: „Dann kommen mehr Leute und stellen dort ihre Müllsäcke ab.“ Die Erkenntnis: Müll ist ein Dauerthema ohne einfache Lösungen. Vielleicht mit kleinen Lösungen: „Macht mit, sprecht Leute an, wenn die einfach etwas wegwerfen.“

Essen in der Stadt: Mehr kulinarische Vielfalt in Gmünd, das steht auch auf der Agenda der PG-Schüler, mit mehr internationalem Essen - und mehr Fast-Food-Angeboten. Auch das ist kompliziert: „Der OB kann das nicht befehlen, ich kann das nur fördern.“

Am Ende wurde abgestimmt, mit großer Mehrheit beschloss die Klasse: Sie sind zufrieden mit dem Vormittag. OB Arnold ermunterte die jungen Leute, sich zu beteiligen: „Es ist Eure Stadt. In zwei Jahren wird der Jugendgemeinderat neu gewählt, es ist eine tolle Einrichtung, wo man Ideen einbringen kann und Informationen bekommt.“ Für Max steht fest: „Das mache ich auf jeden Fall.“

Es ist Eure Stadt, Ihr könnt etwas verändern.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Eine WhatsApp an den Oberbürgermeister

  • Wie erreicht man Sie eigentlich? Auch das wollen die PG-Schülerinnen und -Schüler von OB Richard Arnold wissen. „Einfach per Brief ans Rauhaus, per E-Mail oder mit einer WhatsApp“, sagt er. Und gibt dann seine Handy-Nummer raus: „Es ist die 0172-7070103 - die ist sowieso bekannt.“

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