Mehr Ukraine-Flüchtlinge als Degenfelder in Gmünd

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Stadtverwaltung gibt Zwischenbilanz der Hilfen. Gut 200 Kinder und Jugendliche in Schulen.

Schwäbisch Gmünd. Bis zu diesem Mittwoch haben sich 707 ukrainische Flüchtlinge bei der Stadt Gmünd gemeldet - mehr als Degenfeld Einwohner hat. Gmünd beherberge damit 28 Prozent aller im Ostalbkreis registrierten Geflüchteten. Dennoch musste das dafür vorbereitete Notlager in der Lorcher Straße bislang nicht in Betrieb genommen werden. Das sagten Oberbürgermeister Richard Arnold und Erster Bürgermeister Christian Baron, als sie am Mittwoch dem Gemeinderat eine Zwischenbilanz der Ukrainehilfe vorlegten.

Beide lobten das Engagement der städtischen Mitarbeiter, aber auch die Offenheit der Bürger für diese Aufgabe. So wurden bisher der Stadt rund 230 Wohnungen angeboten, in denen sie Flüchtlinge unterbringen kann. Die Sportvereine seien offen, allein beim Schwimmverein seien schon über 40 Kinder und Jugendliche aktiv. Musikschule, Eule und Jugendkunstschule bieten Aktivitäten für Kinder und Jugendliche an, die sehr gefragt seien. Großes Interesse zeigten die erwachsenen Geflüchteten an Arbeitsmöglichkeiten. Bei einer Umfrage der Stadt haben inzwischen 150 von ihnen ihre Berufe angegeben. Die Palette reicht vin der Produktionsarbeiterin bis zur Psychologin. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Menschen zumindest für längere Zeit in Gmünd bleiben werden. Deshalb biete die VHS inzwischen elf Sprachkurse für sie an. Ein weiterer Sprachkurs richte sich speziell an Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen.

Auch für die Betreuung und Unterrichtung der Kinder und Jugendlichen gibt es Angebote. So seien in Kitas bislang 16 Flüchtlingskinder ab drei Jahren aufgenommen worden. Gut 200 Kinder und Jugendliche, die vor dem Krieg flüchten mussten, besuchen derzeit Schulen in Gmünd. Das reicht von den Grundschulen bis zu den Gymnasien. Das Landesgymnasium für Hochbegabte, das eine Partnerschaft zu einem Gymnasium in der ukrainischen Hauptstadt Kiew unterhält, hat 29 Schüler in den Internatsbetrieb aufgenommen. Sehr aktiv seien auch die Mozartschule und die Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

Die Koordinatorin für für kommunale Entwicklungspolitik in der Stadtverwaltung prüft derzeit, ob es früher Kontakte zwischen Gmünd und einer Stadt in der Ukraine gegeben hat, die wieder aufgenommen werden könnten. Damit folge die Stadt dem Vorschlag aus dem Gemeinderat, mit einer ukrainischen Stadt eine sogenannte Solidaritätspartnerschaft einzugehen. Wolfgang Fischer

Wer sich ehrenamtlich als Pate engagieren möchte, kann sich melden unter integration@schwaebisch-gmuend.de.

Wer Wohnraum für Geflüchtete anbieten kann, kann sich unter 07171/603-5040 oder per Mail unter ukrainehilfe@schwaebisch-gmuend.de melden.

Wer spenden möchte,, kann dies über das städtische Konto tun: DE75 6145 0050 0440 0001 41, Stichwort: Flüchtlingsfonds VK-RECH-G-029071.

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