Mehrheit der Gmünder Ratsfraktionen für Absage des Weihnachtsmarktes

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Aufbau Weihnachtsmarkt
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Linke-Fraktion fordert finanzielle Unterstützung des Landes für Standbetreiber.

Schwäbisch Gmünd. Die Mehrheit der Fraktionen im Gmünder Gemeinderat spricht sich für eine Absage des Weihnachtsmarktes aus. Dies ergab eine Umfrage der Gmünder Tagespost unter den Fraktionssprechern.

Die Stimmung in der CDU-Fraktion sei gemischt, sagte CDU-Fraktionschef Alfred Baumhauer. Es gebe „eher Bedenken“. Deshalb brauche es, sollte der Weihnachtsmarkt stattfinden, strenge Auflagen und viele Kontrollen. „Mindestens 2G“, sagte Baumhauer. Die Fraktion sprach sich für eine Umzäunung des Marktes und Eingangskontrollen aus. Baumhauer nannte zwei Gründe: Für Geimpfte und Genesene solle das Leben wieder so normal wie möglich werden. Der zweite Grund: die wirtschaftliche Situation der Standbetreiber, die nun ihre Buden aufgebaut haben.

Aus der Sicht der Grünen sei "jetzt der Zeitpunkt gekommen, den Weihnachtsmarkt abzusagen", sagte Grünen-Fraktionssprecher Gabriel Baum. Auf der einen Seite stünden die berechtigten Interessen der Marktbeschicker und der Menschen, die sich auf einen möglichst unbeschwerten Weihnachtsmarkt gefreut haben, auch in der Hoffnung, dass das Impfen und die Corona-Verordnungen eine weitere Ausbreitung der Infektionen eindämmen würden. "Auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass trotz der Verordnungen und der bisher schon erfolgten Impfungen die Infektionszahlen in die Höhe schießen", sagte Baum. Offensichtlich reichten die derzeitigen Vorgaben und die Kontrollen doch nicht aus. Die Stadt habe die Verantwortung für den Weihnachtsmarkt. "Auch wegen der überlasteten Kliniken und den dort beschäftigten Menschen sollte die Stadt ihrer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit durch eine Absage gerecht werden", sagte Baum.

Die Entscheidung über den Weihnachtsmarkt sei eine schwierige, sagte SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel. Es gebe gute Gründe sowohl für einen Weihnachtsmarkt als auch für eine Absage des Marktes. Für sie überwiege die „Verantwortung für die Gesundheit der Bürger“, sagte Heusel. Sie fügte hinzu: „Und der Respekt vor der Arbeit der Mitarbeiter in den Kliniken.“ Ein Weihnachtsmarkt passe nicht in diese Zeit, forderte Heusel, diesen abzusagen. Als Gründe nannte die SPD-Fraktionssprecherin steigende Inzidenzzahlen und steigende Behandlungszahlen in den Kliniken. Ein Weihnachtsmarkt sei „nicht verantwortbar“, sagte Heusel und betonte, dass „längst hätte gehandelt werden müssen“.

Die Linke-Fraktion sprach sich dafür aus, den Weihnachtsmarkt „in diesem Jahr leider erneut abzusagen“. Dies gebiete der Respekt vor der Gesundheit der Mitbürger sowie der vor dem Pflegepersonal in den Krankenhäusern, das schon so lange am Limit arbeitet, sagte Linke-Fraktionschef Sebastian Fritz. Gefordert sei die Landesregierung. Sie müsse durch eine klare Regelung den Rahmen schaffen, für die Standbetreiber eine Kompensationsmöglichkeit zu schaffen. Dieses Versäumnis müsse schnell nachgeholt werden.

„Wir FWF halten es für bedenklich, wie nach derzeitigem Stand in einem weitläufigen Marktgelände in der Altstadt ohne Umzäunung Zugangsberechtigungen kontrolliert und beherrscht werden können", sagte FWF-Fraktionssprecherin Karin Rauscher. Auch bei einem umzäunten Gelände sei dies schwer durchführbar, da hierfür sehr viele Ordnungskräfte erforderlich seien. "Es ist bitter, auch dieses Jahr auf den Weihnachtsmarkt verzichten zu müssen, insbesondere trifft es aber die Gastronomen und Aussteller, die wieder mit Einnahmeausfällen zu kämpfen haben und auf ein Corona-Hilfsprogramm von Bund und Land angewiesen sind“, sagte Rauscher.

„Der beste Weg“ sei, den Markt abzusagen, sagte Bürgerliste-Fraktionssprecher Ullrich Dombrowski. Denn Gmünds Weihnachtsmarkt kriege man nicht dicht. Und: „Was ist das für eine Außenwirkung, wenn oben Pfleger Patienten behandeln und unten wird Weihnachten gefeiert.“

Anders hingegen die beiden FDP/FW-Stadträte: "Nach reiflicher Überlegung sind wir der Auffassung, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden sollte - unter strenger Beachtung von 2G+ sowie eines belastbaren Sicherheitskonzeptes", sagte Dr. Peter Vatheuer. Dieses umfasse die Einzäunung des Marktes sowie strikte Zugangskontrollen. "Aus epidemiologischer Sicht hätte so ein Format aus Expertensicht keinerlei negative Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen", begründete Vatheuer. Deshalb solle man sich "im Zweifel für die Freiheit, also für den Weihnachtsmarkt entscheiden".

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