Meisterliche Schmuckstücke

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Sie alle haben gelungene Abschlussarbeiten am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät in Gmünd abgeliefert.

Die Schulleitung lobt die Abschlussarbeiten der Gmünder Schmuckschulen trotz fehlenden praktischen Unterrichts wegen der Corona-Pandemie.

Schwäbisch Gmünd

Wer glaubte, dass das Schuljahr 2019/2020 „das“ Ausnahmejahr sein sollte, hatte sich verschätzt. Denn Schulschließungen und Online-Lernen blieben auch 2020/2021 Realität. Wenn auch digital schnell aufgerüstet wurde, ist die Praxis doch eine große Herausforderung, zumal den Schülern bereits das zweite Jahr in Folge der praktische Unterricht wegbrach. Umso mehr können sich alle freuen, dass die Absolventen aus dem Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät diese Herausforderung laut Schulleitung „bestens bewältigten“. Zum Thema „Zwischen Distanz und Nähe“ entstanden faszinierende Schmuckstücke.

Daniela Erger verband den täglichen „Corona-Tanz“ mit einem Musikstück von Sam Smith. Der Tanz symbolisiert unser Verhalten in Zeiten der Pandemie – bin ich zu nah oder nicht? So schwebt über dem Armband im bewegten Rhythmus ein Notenblatt über dem Boden der Realität. Das Collier von Karolina Peter assoziiert eine ganz andere Art von Nähe und Distanz. Ihr Heimatland Litauen ist oft nahe, aber auch fern. So hat sie zwischen den Ländern den Verschluss gesetzt und den Weg durch eine rote Linie symbolisiert. Sven Steiner verbindet das Thema mit dem Lauf der Zeit. Die langsame Bewegung des Sternenhimmels steht stellvertretend für die langsame Akzeptanz unserer auferlegten Distanz. Dieses Spiel der langsamen Bewegung setzt er durch ein bewegliches Paar von runden Formen zwischen einer stabilen Scheibe um. Das Paar wird durch einen Edelstein hervorgehoben und weitere Edelsteine unterstützten das Glitzern der Sterne am Firmament.

Die Meisterarbeit von Sarah Obergaßner ist eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer Reise nach Japan. In einer feinen Balance stehen die großen Flächen und die feinen Drähte, sodass man sich wundert, wie ihr Halsschmuck perfekt an Ort und Stelle bleibt. Barbara Schöffls zweite Heimat ist der Gletscher. So wundert es einen nicht, dass die Spalten auch für ihren Armschmuck ausschlaggebend waren. Romina Papendicks Thema zum Meisterstück „Glasgow – Stadt der Kontraste“ entstand durch ihre Reise nach Schottland. Ihr Armschmuck besteht aus zwei getrennten hohlen Armreifen, die mit Platindrähten verbunden sind. Dadurch bekommt der Armreif sein einheitliches Aussehen, wie die gigantischen Stahlkonstruktionen in Glasgow.

Katrin Runge ist inspiriert von ihrem Sternzeichen, dem Widder. Der Sockel ihrer Gin-Aufbewahrungs-Statue besteht aus Beton und das Oberteil ist ein silberner Widderkopf, darin haben zwei Gläser und eine Gin-Flasche Platz. Bei der Abschiedsfeier – coronabedingt im kleinen Rahmen im Arenhaus – betonte Schulleiterin Sabine Fath die hohe Qualität der Ausbildung, die Umsetzungen von Inspirationen aus Emotionen oder der sinnlichen Wahrnehmung in Schmuckstücke von „herausragender handwerklicher Güte“ ermöglicht und dankte den Lehrkräften für ihre Arbeit. Den Absolventen wünschte sie alles Gute für ihre Zukunft.

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