Menschen über Grenzen hinweg verbinden

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Der Jubiläumsvorstand (Foto von 2020): Dr. Lukas Amadeus Schachner : Vorsitzender, zuständig für Faenza und Bethlehem (3. v. l.); Robert Abzieher, stellvertretender Vorsitzender (r.); Christoph Bertenrath, stellvertretender Vorsitzender, zuständig für Ba

Vor genau 40 Jahren wurde der Verein Städtepartnerschaft in Gmünd gegründet.

Schwäbisch Gmünd. Auf den Tag genau vor 40 Jahren, als die Europäische Gemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen feierte, gründete sich in Gmünd der Verein Städtepartnerschaft. Das geschah nach Einflüsterung durch den damaligen städtischen Pressesprecher Klaus Eilhoff, letztlich aber auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Norbert Schoch zusammen mit dem Vorsitzenden des beratenden Gemeinderatsausschusses zur Pflege der Städtepartnerschaften, dem inzwischen verstorbenen Bürgermeister Egon Butz.

34 beim Start dabei

An beide war 1981 während des 10. Jubiläums der Partnerschaft mit Barnsley von der 1978 gegründeten Society der Wunsch herangetragen worden, doch auch in Gmünd einen bürgerschaftlich orientierten Verein zur Pflege der zwischenmenschlichen Beziehungen zu gründen. Seine Aufgabe sollte es sein, die Beziehungen zu den Menschen der offiziellen Gmünder Partnerstädte (damals nur zwei: Barnsley und Antibes) auf privater Basis zu fördern. 34 Gmünder bekräftigten an jenem 30. März 1982 mit ihrer Unterschrift den Willen zur Vereinsgründung.

Zum ersten ersten Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Günther Neugebauer, zu dessen Stellvertretern PH-Rektor Prof. Dr. Reinhard Kuhnert und Ludwig Simmet gewählt, Anton Ummerhofer wurde der erste Schatzmeister. Inzwischen hat Gmünd fünf europäische Partnerstädte. In Gmünd präsent sind diese Verbindungen durch Symbole wie die rote englische Telefonzelle (jetzt in der Grabenallee) und vier Straßen, die nach Partnerstädten benannt sind – nur Faenza (seit 2001 Partner) fehlt noch.

Seit der Gründung des Partnerschaftsvereins ist viel passiert. 1984 fuhr man zum ersten Mal nach Barnsley und 1985 nach Antibes. Danach kamen in jährlichen Abständen die Gegenbesuche der Freunde. Als dann 1991 das ungarische Székesfehérvár und das US-amerikanische Bethlehem dazu kamen, kann man leicht die gefahrenen Kilometer zusammenzählen und auf mehr als eine Erdumkreisung in städtepartnerschaftlicher Absicht kommen.

Städtepartnerschaft ist mehr als nur Tourismus, denn die Gmünder wohnten und lebten während der jeweiligen Besuche in und mit den Familien, so dass ein viel intensiveres Sichkennenlernen stattfand. Dessen Auswirkung war dann auch in der bisher größten Krise des Partnerschaftsgedankens – dem sog. Brexit – zu beobachten: obwohl die Stadt Barnsley mehrheitlich für den Brexit stimmte, blieben die Städtepartnerschaftler und die Stadtverwaltung mit Bürgermeister und Stadtrat bei der vor Jahrzehnten erklärten Freundschaft.

Nicht selbstverständlich

Heute und künftig sehen die Vereinsverantwortlichen es als wichtig, die Jugend aufzurufen, sich mehr in die Partnerstadtbewegung einzubringen, denn die lange internationale Friedenszeit nach 1945 sei nicht selbstverständlich, sagt der langjährige Vorsitzende des Gmünder Vereins Städtepartnerschaft, Reinhard Kuhnert. Das zeige gerade der Krieg in der Ukraine. Bürgerschaftliches Engagement könne nicht verordnet werden, sondern werde immer nur in Freiheit von den Menschen geschenkt.

Vier Vorsitzende haben den Verein Städtepartnerschaft seit 1982 geleitet: Günther Neugebauer (1982-87), Prof. Dr. Reinhard Kuhnert (1987-2016), Brigitte Nagel (2016-2018) und Dr. Lukas Schachner seit 2018.

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