Mildert Ängste – schließt Lernlücken

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Lernen mit Rückenwind
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Studierende aus Pädagogischen Hochschulen und Universitäten fangen über die Aktion „Lernen mit Rückenwind“ die coronabedingten Lerndefizite an Schulen mit auf.

Schwäbisch Gmünd 

Pandemiebedingte Unterrichtsausfälle an Schulen haben Spuren hinterlassen. Nicht jedes Kind und nicht alle Mütter und Väter kamen mit Online-Unterricht zurecht. Nicht jedes Kind konnte das vorgegebene Lernpensum erfüllen. Was Ängste bei den Kindern und bei den Eltern geschürt hat. Kann der Nachwuchs diese Lernlücken auffangen? Kann die anstehende Prüfung dennoch bewältigt werden?

In dieser Situation wurde vom Ministerium ein Programm aufgelegt, das unter der Bezeichnung „Lernen mit Rückenwind“ Defizite auffangen und beseitigen soll. Vor allem im Bereich Deutsch und Mathematik.

Das Konzept: Unterschiedliche Bildungspartner vermitteln pädagogisches Personal an Schulen. Und dort kümmern sich diese Experten gezielt um Kinder und Jugendliche, die Lernrückstände haben. Welche dies sind, wissen die Pädagogen und Pädagoginnen vor Ort am besten.

„Rund die Hälfte der Gmünder Schulen nutzt dieses Angebot“, berichtet Daniela Maschka Dengler, Schulleiterin der Friedensschule und Geschäftsführende Schulleiterin für Grund- und Hauptschulen sowie Gemeinschafts-, Förder- und Realschulen. „Es geht nicht nur um Lerninhalte, es geht auch um das psychologische Moment“, betont Maschka -Dengler.

Und sie vertritt die Ansicht, dass nicht nur die vergangenen zwei Pandemiejahre Spuren hinterlassen haben bei der Schülerschar. „Auch 2022 wird holprig“, befürchtet sie. Daher sei es um so wichtiger, sowohl den Kindern und Jugendlichen als auch den Eltern ein klares Signal zu geben, dass es Unterstützung gibt.

Also startet nun an einigen Gmünder Schulen, darunter auch an der Friedensschule, das Projekt „Lernen mit Rückenwind“. Es bedeutet, dass pädagogisches Personal, im Fall der Friedensschule Studenten und Studentinnen der Pädagogik, in Kleingruppen auf Lerninhalte in Sachen Deutsch und Mathematik eingehen. Sowohl in den Klassen eins bis drei als auch in den Klassen neun und zehn. Bei Letzteren geht es darum, durch gezielte Übungen die „Angst vor der Prüfung zu nehmen“, erklärt Daniela Maschka-Dengler.

Für die Friedensschule ist das Kolping-Bildungswerk der Kooperationspartner, der die Studenten vermittelt. Als Standortleiterin der Niederlassung der Kolping Berufsbildung gGmbH ist dafür Andrea Horn-Straub Ansprechpartnerin. Und die kam an diesem Montag mit den Pädagogik-Studentinnen und Studenten Bastian Straub (Uni Hohenheim) sowie Fynn Kaletta (PH Schwäbisch Gmünd) und Hannah Probst (PH Schwäbisch Gmünd) an die Friedensschule. Bis zu den Sommerferien werden die drei Pädagogikstudierenden zusammen mit den jeweiligen Klassenleiterinnen und -leitern die Kinder und Jugendlichen fördern, die Lerndefizite haben. „Das Angebot wird auch im kommenden Schuljahr fortbestehen“, ist Daniela Maschka Dengler zuversichtlich, dass so den Kindern und Jugendlichen eine gute Unterstützung zum Abbau der Ängste und Defizite zu Teil wird.

Nach den Vorgaben des Ministeriums darf eine Gruppe aus höchstens acht Schülerinnen und Schüler bestehen. Und mit diesen Gruppen arbeiten dann die Studentinnen und Studenten. In separaten Räumen abseits der Regelklasse aber zeitliche parallel zum Unterricht im Grundschulbereich. Lediglich die Sprachförderung erfolgt zusätzlich an einem weiteren Nachmittagsunterricht.

Die Jugendlichen in den Klassen neun und zehn erhalten einen Teil der Unterstützung parallel zum Unterricht und die Prüfungsvorbereitung als so genanntes Aditivum. Abgerechnet wird vom Kooperationspartner über eine Rechnung an die Schulen, die diese dann ans Regierungspräsidium weiterreichen.

Warum sich die Studierenden für dieses Lernen mit Rückenwind beim RP gemeldet haben? Student Bastian Straub formuliert es so: „Zum einen gibt es kaum pädagogische Praktika, zum anderen kann man Geld verdienen.“

Es soll gezielt die Angst vor Prüfungen nehmen.“

Daniela Maschka-Dengler,, Geschäftsführende Rektorin

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