Mit 2600 Pfeifen in die Zukunft

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Orgelbauer Stefan Straßer bei der Arbeit. Die Orgel in St. Franziskus soll ein zukunftsfähiges Instrument werden, das vielseitig einsetzbar ist.

Warum die zweitgrößte Gmünder Orgel, das Instrument in S. Franziskus, modernisiert werden muss und was diese Arbeiten kosten.

Schwäbisch Gmünd

Die Ertüchtigungsarbeiten an der Orgel der Gmünder St. Franziskuskirche haben begonnen. Die Ellwanger Orgelbauwerkstatt Scheiger sowie die Orgelbaufirma FSB Orgelbau teilen sich das Projekt, schreibt Kirchenmusikdirektor Stephan Beck in einer Pressemitteilung. Letztere habe sich als spezialisierte Fachfirma in der Orgelwelt insbesondere auf dem Gebiet der Orgelelektrik und Orgelelektronik einen hervorragenden Ruf erworben. Mit Referenzen in Orgel-Großanlagen wie Würzburger Dom oder Freiburger Münster ausgestattet, sowie mit in der Orgelelektronik des 21. Jahrhunderts revolutionären Projekten erfahren, überarbeite die Firma aktuell den Spieltisch des Gmünder Instruments und bringe die Orgel hinsichtlich brandschutztechnischer Bestimmungen als auch in Bezug auf die Nutzung elektronischer Steuerung und Speichermöglichkeiten auf den neuesten Stand.

Außerdem machten eine neue Pedalklaviatur und Orgelbank sowie ein neuer Schwelltritt die Orgel künftig besser nutzbar und nicht zuletzt spieltechnisch zuverlässiger. Der Deckel des freistehenden Spieltischs werde erniedrigt, wodurch der Blick zum Altar verbessert und so die Erfüllung liturgischer und kirchenmusikalischer Aufgaben wesentlich erleichtert werde.

Instabile Pfeifen

Bereits vergangenes Jahr waren Maßnahmen an den aus einer Zinn-Blei-Legierung bestehenden Prospektpfeifen getroffen worden, die diese wieder stabilisieren. Dass Orgelpfeifen, die üblicherweise aus weicher und gleichzeitig schwerer Metalllegierung bestehen, instabil werden, sei kein seltenes Phänomen im Orgelbau. Darum gehöre die Stabilisierung von Prospektpfeifen zur alltäglichen Arbeit von Orgelbauerinnen und Orgelbauern.

Teil des Musikfestivals

Orgelbaumeisterin Eva-Maria Scheiger, die das Instrument regelmäßig wartet, hat sich dieser Arbeit angenommen. Die reparierten und durch verstärkende Rippen fixierten Prospektpfeifen sind schon wieder an ihrem ursprünglichen Platz eingebaut und die Kirchenbesucher sehen das vertraute Bild des Instruments, das sich trotz seiner Größe mit 35 Registern und rund 2600 Pfeifen um die Westfenster des barocken Innenraums schmiegt und sich dem Raum einordnet. Diese nach der Münsterorgel zweitgrößte Orgel der Stadt mit drei Manualen und Pedal, die 60 Jahre treu ihren Dienst tut, wird durch die derzeitigen Maßnahmen zu einem zukunftsfähigen Instrument, das ein vielschichtiges Anforderungsprofil im gottesdienstlichen Spiel aber auch im regelmäßigen Einsatz innerhalb des Festivals „Europäische Kirchenmusik“, in dem seit jeher die erste Runde des Internationalen Wettbewerbs für Orgelimprovisation auf der Franziskusorgel stattfindet, abdeckt. Die Orgel der Firma Walcker soll aber nicht nur technisch zu einem modernen Instrument werden, so Stephan Beck. Sie werde ihr klanglich farbenreiches Registerspektrum den Spielerinnen und Spielern zur flexiblen Nutzung optimal bereithalten und so als „Königin der Instrumente“ in zahlreiche, zuweilen rasch wechselnde musikalische Rollen schlüpfen können. Beliebt bei den Gmündern seien etwa die Stummfilm-Improvisationskonzerte in St. Franziskus beim Kirchenmusik-Festival. Raum und Instrument böten dazu ideale Möglichkeiten und die Franziskusorgel werde sich in wenigen Wochen wieder bestens präpariert erweisen, wenn Kirchenmusikdirektor Stephan Beck zum Film „Menschen am Sonntag“ improvisieren wird.

Für die rund 60 000 Euro umfassenden Orgelbaumaßnahmen wird noch dringend um Spenden gebeten, für die die Kirchengemeinde allen Förderern der Kirchenmusik ein ganz herzliches „Vergelt's Gott“ sagt. Spendenkonto: DE91614500500440001793 bei Kreissparkasse Ostalb Aalen OASPDE6AXXX

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