Mit dem Lauf-Bus gegen „Elterntaxis“

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Die Sprecher des Agenda-Arbeitskreises Mobilität, Bettina Winter-Schulligen und Andrzej Sielicki, zeigen am Verkehrsknoten Bahnhof das Plakat mit den Aktionen zur Europäischen Mobilitätswoche. Foto: Tom
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Die Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises Mobilität beteiligen sich mit mehreren Aktionen in Gmünd an der Europäischen Mobilitätswoche und an „Gmünd für morgen“.

Schwäbisch Gmünd

Jeder kennt die Situation morgens um halbacht, kurz vor Schulbeginn in der Klösterlestraße: Unzählige „Elterntaxis“ bringen Kinder zur Schule, parken auf gekennzeichneten Nicht-Parkplätzen, auf dem Busstreifen an der Haltestelle. Dies ist nicht nur an der Klösterleschule so, sondern an vielen Schulen in und um Gmünd. Den Mitgliedern des Gmünder Arbeitskreises Mobilität der Agenda 2030 ist dies ein Dorn im Auge. Deshalb haben sie sich etwas einfallen lassen: einen Lauf-Bus pünktlich zum Schulstart für die Erstklässler am 19. September. Diese Aktion - und etliche weitere - betten sie ein in die Europäische Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September. Den Auftakt macht dabei der „Park(ing) Day“ am Freitag, 16. September. Der Arbeitskreis Mobilität füllt an diesem Tag ab 14 Uhr die Parkplätze in der Hinteren Schmiedgasse - mit weiteren Akteuren wie dem Weltladen, dem Stadtjugendring, dem Unverpackt-Laden GD, dem Integrationsrat oder den „Omas for Future“.

„Auto abGEHben“ heißt eine weitere Aktion des Arbeitskreises, dessen Anliegen es ist, die Verkehrsteilnehmer - Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV-Nutzer und Autofahrer - unter einen Hut zu bringen. „Nicht ideologisch, sondern sachlich“, wie die Sprecher des Arbeitskreises, Andrzej Sielicki und Bettina Winter-Schulligen, versichern. Mit „Auto abGEHben“ wenden sie sich an Gmünds Stadträte, fordern diese auf, für eine Woche auf das eigene Auto zu verzichten, den Autoschlüssel abzugeben, zu Fuß zu gehen, mit dem Rad zu fahren, mit Bus oder Zug zu fahren. Die Stadträte haben Sielicki und Winter-Schulligen dabei im Auge, weil sie „Vorbilder und Entscheider“ sind, Impulse geben und mit Daten umgehen müssen, nach denen der Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV in Gmünd unter zehn Prozent liegt. Am Ende der Woche sollen die Stadträte, von denen noch nicht allzu viele ihre Bereitschaft zum Mitmachen signalisiert haben, von ihren Erfahrungen erzählen.

Weitere Standbeine der Europäischen Mobilitätswoche in Gmünd sind eine KinderUni in der und ein Verkehrstraining vor der Eule. Zur KinderUni verlassen Dozenten einmal den Hörsaal der Pädagogischen Hochschule und bieten am Samstag, 17. September, um 10 Uhr einen Vortrag für „Jung und Junggebliebene“ zum Thema „Fahrrad fahren - aber wie?“ Die Praxis soll dabei nicht auf der Strecke bleiben. Auf dem Verkehrsübungsplatz bei der Eule bieten der AK Mobilität, der ADFC und die Polizei von 10 bis 13 Uhr ein Fahrradtraining für Kinder.

„Gmünd barrierefrei“ ist ein weiteres Angebot des AK Mobilität. Die Mitglieder laden am Sonntag, 18. September, um 14 Uhr vom Rathaus aus zu einem Stadtrundgang, bei dem sie auf den Prüfstand stellen, welche Probleme es für Rollstuhlfahrer, Rollatoren oder Kinderwagen gibt. Nicht zuletzt gehört eine Ausstellung mit Bildern und Fotos von Kindern in der VHS zur Mobilitätswoche. Vom 16. September an zeigen die Bilder, wie Kinder auf Verkehr blicken.

Zurück zum Lauf-Bus gegen „Elterntaxis“. Dieser funktioniert so: AK-Mitglieder laufen von der Südstadt durch die Gutenbergstraße und die Weißen-steiner Straße. An Haltepunkten können Kinder dazu kommen und in der Gruppe sicher zur Schule gehen. Die Rektorin der Klösterleschule informiert die Eltern, sagt Sielicki. Diese sollen so für „gesunde Kindermobilität“ sensibilisiert werden, und die Kinder sollen ermuntert werden, den Schulweg selbstständig und zu Fuß zu bewältigen.

Zum Ende der Mobilitätswoche gibt's eine Sause - mit dem Fahrrad. Am Freitag, 23. September, lädt der AK Mobilität zur „Gute-Laune-Radtour“. Diese beginnt um 19.30 Uhr am Bahnhof. Das Besondere dabei: Ein DJ begleitet die etwa zweistündige Fahrt durch die Innenstadt mit Musik. Dazu und zu allen anderen Angeboten - zu finden auf www.gmuendfuermorgen.de - laden Winter-Schulligen und Sielicki jetzt schon ein. Mit dem Hinweis, gute Laune mitzubringen, eine Beleuchtung fürs Fahrrad und ein bisschen Zeit.

vielfältige Aktionen in der „Europäischen Mobilitätswoche“ in Schwäbisch Gmünd zu planen, die jedes Jahr vom 16. bis 22. September stattfindet. Mit

der EMW möchte die Europäische Kommission Städte und Gemeinden dazu ermutigen, das

Thema nachhaltige Mobilität stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rufen und Maßnahmen

zu etablieren, die den Verkehr vor Ort dauerhaft klima- und umweltverträglicher machen.

Der Gmünder Beitrag zur Kampagne der Europäischen Kommission steht regelmäßig unter der

Federführung des AK Mobilität.

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