Mit dem E-Scooter zur „Kühlen Meile“: Stadt Gmünd will Millionen in die Innenstadt investieren

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Gmünd will mit Hilfe von Bundeszuschüssen die Innenstadt stärken. Der Eigenanteil läge bei gut 800000 Euro.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt Gmünd will viel Geld in die Hand nehmen, um die Innenstadt in den kommenden Jahren zu stärken: Insgesamt rund 3,3 Millionen Euro will Gmünd investieren. Digitale Unterstützung für den Einzelhandel, ein kreatives Leerstandsmanagement, mehr Grün in der Stadt und neue Mobilitätsangebote sollen finanziert werden. Im städtischen Doppelhaushalt 2022/23 sind dafür 826  000 Euro eingeplant, der Rest soll aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ kommen. „Gmünd für morgen“ ist das Projekt überschrieben, für das die Stadt den Zuschuss zu bekommen hofft.

Vier „Handlungsfelder“ hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem HGV und Pro Gmünd erarbeitet:

Mehr Grün in der Stadt: Rund 1,1 Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden. Es gebe in der Stadt zu viele „urbane Hitzeinseln“, argumentiert die Verwaltung. Das Gegenprogramm heißt: viele kleine grüne Stadtoasen schaffen, „kühle Inseln“ und Rückzugsorte. Durch die Altstadt soll sich eine „Kühle Meile“ ziehen. „Pop-Up-Installationen“ mit mobilen Bäumen und Stelen mit Sprühnebel stellen sich die Planer vor. Auch Hauseigentümer sollen motiviert werden, in Vorgärten und an Fassaden Grünprojekte zu starten. Außerdem sollen erste „Grün- und Baumquartiere“ in der Innenstadt entstehen.

Neue Ideen für Leerstände: Ein „nachhaltiges Leerstandsmanagement“ soll zur Belebung der Innenstadt beitragen. Die Leerstände könnten digital vermarktet werden, so dass eine Zwischennutzung einfach und attraktiv wird. Auch das Pop-up-Konzept soll weitergeführt werden. So könnte ein „Show-Room“ geschaffen werden, in dem Platz ist für Start-up-Unternehmen, Vereine oder auch Unternehmen, die neue Produkte oder auch den Standort Gmünd testen wollen. Dazu würde die Stadt Räume selbst anmieten und zu günstigen Konditionen weitervermieten, so dass Händler mit kleinem Startkapital einsteigen können. Gut 1,5 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Das Woha-Areal ist darin nicht enthalten, das Projekt soll separat laufen - als Sanierungsgebiet „Altstadtquartiere“.

Mobilität: Mehr Radwege, E-Scooter, bessere Bus-Verbindungen gehören hier zum Programm. Und ganz neue Ideen: Lieferservice-Dienste, ein autofreier Sonntag, kostenloser ÖPNV etwa an verkaufsoffenen Sonntagen, Einkaufsboxen zur Zwischenlagerung von Einkäufen und Leihstationen für Lastenräder. Vorgesehen für die „nachhaltige Mobilität“ sind insgesamt 170  000 Euro.

Digitalisierung für Gmünds Geschäfte: Handel und Gastronomie helfen, um sich neu aufzustellen, das ist ein weiteres Ziel der Initiative. „Die City-Betriebe und -Anbieter müssen ihre stationären Angebote in die digitale Welt erweitern“, argumentiert die Stadtverwaltung.Weil kleine, inhabergeführte Geschäfte das oft allein nicht stemmen, ist Beratung und Hilfe geplant. Dafür sollen etwa 500  000 Euro ausgegeben werden.

Jetzt braucht es noch das Geld aus Berlin: Die eingereichte Projektskizze ist laut Verwaltung positiv bewertet worden vom Innenministerium. Bis zum 28. Februar muss Gmünd nun den Förderantrag stellen. ⋌Bernd Müller

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