Mit den Pandemiewerten steigt die Zahl der Absagen

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Von der Kleintierschau bis zum Konzert: Immer mehr öffentliche Veranstaltungen werden wegen der Pandemiezahlen abgesagt, ebenso geplante Gaststättenbesuche. Grafik: rico/Fotos: GT-Archiv
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Gastwirte registrieren reihenweise Stornierungen von Vereinen und Privatleuten. Erneut entfallen viele Veranstaltungen.

Schwäbisch Gmünd

Ob Kleintierschau oder Konzert, Stammtisch oder Hauptversammlung: Viele Veranstaltungen, die für die nächsten Wochen geplant waren, werden wegen der stark steigenden Pandemie-Zahlen erneut abgesagt. Betroffen sind Sportvereine ebenso wie Kleintierzüchter, Musik- und Gesangvereine genauso wie Altersgenossen. Dabei sind auch die internen Aktivitäten, zu denen kein Publikum geladen ist, für die Vereine unverzichtbar. „Ein Verein lebt auch vom gesellschaftlichen Miteinander“, sagt der Vorsitzende des Gmünder Stadtverbands Sport, Ralf Wiedemann. Für viele Mitglieder seien die Treffen in Vereinsheimen oder Gaststätten „mindestens genau so wichtig“ wie die sportlichen Begegnungen. Für Vereine sei es sehr negativ, wenn zum Beispiel Hauptversammlungen ausfallen. Inzwischen haben viele Vereine die Infrastruktur erstellt, um solche Versammlungen auch online abhalten zu können. „Aber eine Sitzung online ist doch völlig anders als in Präsenz“, weiß Ralf Wiedemann.

Dennoch: Vorsicht wird auch in den Altersgenossenvereinen (AGV) großgeschrieben, das berichtet der Vorsitzende des Dachverbands der Gmünder Altersgenossenvereine, Gerhard Bucher. „Ich weiß nicht, wie's weitergeht“, sagt er, womöglich stehe ein weiterer kleiner Lockdown bevor. „Sein“ Altersgenossenverein, der AGV 1962, habe zwar eine Weihnachtsfeier geplant. Aber ob die auch stattfinden wird, sei noch völlig offen. Die Altersgenossen haben keine eigenen Vereinsheime, sind deshalb für Treffen vollständig auf die Gastronomie angewiesen. Und dort, sagt Bucher, seien Gäste in aller Regel nur noch zugelassen, wenn sie die „2G-Regel erfüllen, also gegen Corona geimpft sind oder die Infektion durchgemacht haben. Ein Lichtblick ist für den Dachverband-Vorsitzenden, dass der Jahrgang 1991 am Freitag seinen Vereinsstart noch durchgezogen habe. Und der Dachverband gehe davon aus, dass die corona-bedingten Einschränkungen nach diesem Winter „rum sind“, dass Deutschland den Umgang mit diesem Virus dann gelernt hat.

Bisher aber „versagt die Politik“, meint Hannes Barth. Dass eine vierte Welle der Pandemie kommt, sei abzusehen gewesen, und die Verantwortlichen hätten nicht rechtzeitig gehandelt, kritisiert der Sprecher der Fachgruppe Gastronomie im Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Er weiß aus eigener Erfahrung und von Kollegen, dass derzeit Reservierungen für die Vorweihnachtszeit „reihenweise storniert“ werden. Für Wirte, die in starkem Maße auf größere Veranstaltungen angewiesen sind, sei die derzeitige Lage bedrohlich. Zwar gebe es noch bis Ende des Jahres die Möglichkeit, für größere Umsatzeinbußen staatliche Ausgleiche zu bekommen, aber das sei „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Die Kurzarbeit könnte den Wirten immerhin helfen, das Personal zu halten. Insgesamt jedoch glaubt Hannes Barth, dass es „eher schwieriger wird“. Wenn die Zahl der Corona-Kranken in den Kliniken weiter wächst, sei auch ein erneuter Lockdown nicht auszuschließen.

Als „Kraftakt ohne Ende“ erlebt auch Barths Kollege Sride Sriskandarayah, Beisitzer im Dehoga-Kreisvorstand, die Corona-Pandemie. Seit dem Sommer, der insgesamt gut gelaufen sei, sei der Umsatz um rund 70 Prozent eingebrochen. Er und seine Kollegen verzeichneten reihenweise Absagen von Reservierungen. Verschiedene Wirte suchten nun nach Möglichkeiten, auch in der kalten Jahreszeit Außengastronomie anzubieten, da diese von vielen Gästen wegen geringerer Infektionsgefahr offenbar bevorzugt werde.

Ein Verein lebt auch vom gesellschaftlichen Miteinander.“

Ralf Wiedemann,, Stadtverband Sport
  • Ohne Impfung oder Genesung ins Restaurant?
  • Minderjährige und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (und dies durch eine ärztliche Bescheinigung glaubhaft machen), dürfen die Gastronomie mit negativem Antigen-Testnachweis besuchen. Darüber informiert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Diese Regelung gelte in allen drei Stufen der Pandemie. Ansonsten ist nicht-immunisierten Personen in der erwarteten Alarmstufe der Zutritt im Innenbereich nicht gestattet, im Außenbereich nur mit PCR-Testnachweis.

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