Mit den Scheffoldbienen voll im Trend

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Der ein Hektar große Wald beim Scheffold-Gymnasium dient der Schule künftig als Lernwald, ein Projekt, bei dem Stadt und Forstamt gerne kooperieren. Foto. Tom
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Zum 50. Jubiläum bekommt das Scheffold-Gymnasium von der Stadt einen Lernwald.

Schwäbisch Gmünd. Für Alina aus der 6b war der Freitag ein Freudentag. Künftig bedeutet Schule für sie und die anderen Schüler, dass sie zum Lernen auch in den angrenzenden Eichenwald gehen können. Zum 50. Geburtstag des Scheffolds übergab der Erste Bürgermeister Christian Baron das ein Hektar große Waldstück oberhalb des Schulgebäudes an die Schulgemeinschaft, vertreten durch Schulleiter Bernd Gockel, Konrektor Severin Feigl und den beiden Lehrern Daniela Pipa-Wieloch und Manuel Mayer.

„Ihr geht mit der Zeit“, lobt Baron den erweiterten Lernraum. Natur, Umweltschutz und wie wir mit der Schöpfung umgehen seien hochaktuelle Themen. Doch um die Natur richtig zu begreifen, müsse man raus und sehen und erleben, was es alles gibt. Die Lage inmitten von Wiesen und Wäldern zeichne des Scheffold-Gymnasium aus, fuhr er fort – ein Alleinstellungsmerkmal, das die Schule so besonders mache. „Passt gut auf euren Wald auf“, gibt er der 6b mit auf den Weg.

„Wir brauchen Wissen um die ökologischen Zusammenhänge“, verdeutlicht Jens-Olaf Weiher vom Gmünder Forstrevier, wie wichtig Wald und Natur in Zeiten des Klimawandels im Unterricht sind. Er bittet die Schüler eine Minute die Augen zu schließen. Gebannt nehmen sie die vielen Vogelstimmen wahr und wie weit weg die Geräusche der Stadt sind. Auf seine Frage, was Nachhaltigkeit bedeutet, antwortet eine Schülerin: „Mit Ressourcen sparsam umgehen.“ Der Oberforstrat ergänzt: „Keine Generation soll sich mehr rausnehmen, als der nachfolgenden zusteht.“ Und er fordert die Schüler auf, sich die Auswirkungen des eigenen Handelns bewusst zu machen, und weist auf das klimaschädliche Fliegen und den Autoverkehr hin.

Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, dafür sei der Wald hervorragend geeignet, fährt Weiher fort und spricht von „lernen im, mit und für den Wald“. Wie vielfältig der „Waldstoff“ sein kann, macht er ebenfalls deutlich: messen, schätzen und Daten sammeln in Mathe, die Formen und Farben des Waldes können in Kunst inspirieren, und in Religion könne es um die Verantwortung für die Schöpfung gehen. Er sicherte eine längerfristige Kooperation zu.

Passend zum Lernwald, der neu geschaffen wird, statteten die Gäste auch der Imker-AG unter der Leitung von Yvonne Schmidt und Mara Böttinger einen Besuch ab, die drei Bienenkästen auf der benachbarten Wiese betreuen. Stolz erklären Moritz, Heidi und Laurin, wie sie sich um die Bienen kümmern und sich auf den ersten Honig freuen. Eine Kostprobe direkt aus der Wabe zeigt, dass er dank der Wildblumen rundherum wunderbar würzig schmeckt.

Ein Plus für Natur und Technik

Für Baron liegt das Scheffold-Gymnasium auch mit diesem Projekt, bei dem ein ursprüngliches Lebensmittel herauskommt, voll im Trend. Überhaupt findet er Bienen ein tolle Sache, zumal die Stadt unter die Imker gegangen sei. Wenn einem auf dem Marktplatz eine begegne, handle es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um eine offizielle Rathausbiene. Mit einer weiteren guten Nachricht sorgte der Erste Bürgermeister bei den Schülern für einen Begeisterungssturm: „Ihr seid künftig mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs.“ In den nächsten zehn Tagen werde die Schule einen Glasfaseranschluss bekommen, womit sie dann „die allerbeste Internetverbindung“ habe. Riesenschritte im Bereich Natur und Technik also, fehlt noch die Kultur: Just am Freitag begannen unterhalb der Schule die Arbeiten an der Freiluftarena, die „ein richtiges Highlight“ werde, versprach Baron. Birgit Markert

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