Mit der App zu Direktvermarktern

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Die drei Absolventinnen (von links) Lucia Hering, Kim Erhardt und Nadja Merkler
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Drei Absolventinnen der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd zeigen den Weg zu Angeboten in landwirtschaftlichen Betrieben. Vorteile auch für Anbieter

Schwäbisch Gmünd

Wenn an einem lauen Sommersonntag der Wunsch nach einem Grillabend aufkommt, muss das nicht mehr an fehlenden Zutaten scheitern: Das Stichwort dazu heißt „nah“ und dahinter steckt eine App, die jetzt drei Studierende der Hochschule für Gestaltung als Abschlussarbeit entwickelt haben: Nadja Merkler, Lucia Hering und Kim Erhardt. Die App kann natürlich viel mehr als einen Grillabend retten, könnte zum täglichen Begleiter bei Einkäufen werden, wenn auch der Wunsch nach regionaler Erzeugung und guter Qualität eine Rolle spielt.

„Mit 'nah' bieten wir Erzeugern und Konsumenten eine digitale Schnittstelle, die einen unkomplizierten und umweltbewussten Einkauf ermöglicht“, sagt Kim Erhardt. Durch diese Schnittstelle in Form einer App und Website sollen Erzeuger ein breiteres und jüngeres Publikum erreichen, das sich für eine bewusstere, nachhaltige und regionale Ernährung entscheidet. Flankiert wird die App durch analoge Werbemittel wie Flyer, Plakate und passende Sticker. „So generieren wir Reichweite und sorgen für die Bekanntheit unserer Anwendung“, sagen die Absolventinnen zu ihrer Bachelorarbeit.

Für ihr Projekt haben sie mehrere Direktvermarkter kontaktiert, unter anderem die Inhaber der „Heimathütte“ Sachsenhof westlich Schwäbisch Gmünds. Landwirtin Sina Waibel findet eine solche „nah“-App gut, weil es „für Verbraucherinnen und Verbraucher ja schwierig ist, zu wissen, wo landwirtschaftliche Produkte angeboten werden“. Die „Heimathütte“ ist auch mit Automaten versehen, die außerhalb von üblichen Verkaufszeiten zur Verfügung stehen. „Die meisten Leute sind ja heute mit einer App unterwegs“, sagt Sina Waibel und könnte sich vorstellen, dass das auch ihrem Betrieb hilft.

Und so funktioniert die App: „Unser Netzwerk zeigt auf der Hauptseite in der App, der Map, die nächsten Verkaufsautomaten, Selbsterntefelder, Wochenmärkte und Hofläden in der Region“, sagt Nadja Merkler. Wurde ein Erzeuger ausgewählt, bekommen Nutzer auf den Erzeuger-Seiten Einblicke in den Hof und seinen Betriebsablauf, sowie Wissenswertes über die Herstellung. Die Produkt-Seitenvermitteln Informationen über die jeweiligen Produkte und deren Verfügbarkeit. Kleine Icons machen auf verschiedene Labels der Produkte - etwa vegetarisch - aufmerksam. Die Kommentarfunktion bietet die Möglichkeit, das Produkt zu bewerten und weitere Kunden über den Einkauf zu informieren.

Die App soll auch Laune auf einen Einkauf machen. So können sich Betriebe mit Bild und Text vorstellen, ihre Spezialitäten herausheben. Parallel dazu haben die Kommunikationsgestalterinnen eine Web-Ansicht entworfen, die speziell auch für Erzeuger Nutzen bringen soll. Sie eignet sich für Statistiken der verkauften Produkte, aktuelle Bestände der Produkte in den Verkaufsautomaten sind dort abrufbar. „Damit erleichtern wir den Erzeugern unter anderem die tägliche Büroarbeit“, betont Lucia Hering. „nah“ hilft Erzeugern außerdem, auf sich aufmerksam zu machen, weil Kunden eine Suchfunktion in der App vorfinden. Kunden wiederum sollen vom Shop-System profitieren können, dort ihre Lieblingsprodukte finden und direkt am Hof oder im Automat abholen. Die App bietet die verschiedenen Bezahlmethoden und die Möglichkeit, Verkaufsautomatenkomplett über die App zu bedienen. Nutzen soll die App außerdem Wochenmarkt-Besuchern. Sie könnten ihren regionalen Einkauf direkt zum nächsten Wochenmarkt zu bestellen. „Der Einkauf wird in einer unserer nah-Tüten direkt vom Erzeuger verpackt“, sagt Kim Erhardt.

Und wann geht‘s los mit der „nah“-App? „Bis jetzt ist sie ein Prototyp“, so Kim Erhardt weiter. Die Realisierung wäre der nächste Schritt, der mit einem Marketingplan begleitet werden könnte. Sozialmedia wie Instagram könnte für den nötigen Bekanntheitsgrad sorgen. Ob und wann die App in Google-Playstorelandet, das ist offen.

Wir bieten Erzeugern und Konsumenten eine digitale Schnittstelle, die einen unkomplizierten und umweltbewussten Einkauf ermöglicht.“

Kim Erhardt,, HfG-Studierende
  • Studiengänge der HfG in Gmünd
  • Die HfG bietet vier Bachelorstudiengänge und einen Masterstudiengang an. Interaktionsgestaltung: Dort werden digi­tale Produkte und Services entwickelt. Im Studi­en­gang Internet der Dinge geht es um vernetzte Produkte. Kommunikationsgestalter machen komplexe Themen sichtbar. Produktgestalter entwerfen Objekte.Das Master­pro­gramm Stra­te­gi­sche Gestal­tung kombi­niert Gestal­tung, Manage­ment und Forschung.
Die drei Absolventinnen (von links) Lucia Hering, Kim Erhardt und Nadja Merkler

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