Mit einer Sinfonie in 50 Sätzen

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50 Jahre und sehr, sehr viel Musik – die Musikschule ist aus dem kulturellen Leben Gmünds nicht mehr wegzudenken.

Die Gmünder Musikschule wird 50 Jahre alt. Ein Blick zurück und auf das, was die Musikschule derzeit ausmacht. Am 24. Oktober soll es eine musikalische Gala zum Jubiläum geben.

Schwäbisch Gmünd

Ein halbes Jahrhundert alt wird die Städtische Musikschule in diesem Jahr. Aber ein Jubiläum zu feiern in Corona-Zeiten lässt vieles nicht zu, was sich Schulleiter Friedemann Gramm wünscht. Es soll trotzdem zu etwas Besonderem werden.

Das ist als Programm angedacht: am 24. Oktober eine Gala mit einem Querschnitt aus dem Füllhorn der Musikschule als Festakt. Aber auch junge Talente sollen sich im Konzert als Solo und Ensemble präsentieren können. Dazu über das ganze Jahr in jeder Woche ein Statement von Schülern, Eltern und Ehemaligen zur Musikschule, mitzuverfolgen und nachzulesen auf der Website der Städtischen Musikschule. Am Ende von 2021 wird diese "Sinfonie in 50 Sätzen" festgehalten, so der Plan.

Für Friedemann Gramm, den aktuellen Leiter, ist es sein 20. Dienstjahr. Gmünd war für ihn die Stadt, in der er arbeiten und leben wollte. Etwas, das er schon früh erkannte. Bereits 1972 erlebte er die Stadt "hautnah", wie er sagte, bei Chorproben in der Augustinuskirche. In seinen 20 Dienstjahren hat sich vieles weiterentwickelt. Die Schülerzahl stieg um 1000 auf 2000 an. Auch die Zusammenarbeit mit den Gmünder Schulen weitete sich aus. Unterricht findet nicht allein im Schwörhaus statt, sondern in weiteren 15 Schulen in Gmünder Stadtteilen. "Wir wollen aber nicht nur Gast sein, sondern Mitbewohner im Schulbereich Musik."

Kooperation mit Schulen

Eine weitere Kooperation ist der Campus am Strümpfelbach, zu dem sich Scheffold-Gymnasium und Freie Waldorfschule mit der Musikschule zusammengeschlossen haben, sowie das überschulische Orchester der Jungen Gmünder Symphoniker.

Neben der Leitung der Musikschule erteilt Flötist Friedemann Gramm zehn Unterrichtseinheiten pro Woche und leitet das Gmünder Kurorchester. Er ist Regionalsprecher für die öffentlichen Musikschulen im Verband Deutscher Musikschulen.

Die Leitung einer Städtischen Musikschule ist ein umfangreiches Arbeitsfeld. Das zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit. Es begann in den 60er-Jahren mit der Forderung einer Gründung einer Jugendmusikschule von Hans Barth (Stadtverband Musik und Gesang) und Dr. Dietrich von Abel. Kirchenmusikdirektor Hubert Beck leitete die Musikschule von 1971 bis 1973. Ihm folgte Ursula Britting für die nächsten drei Jahre. Bereits ab Oktober 1973 wurden knapp 1000 Schülerinnen und Schüler in einem breiten Fächerkanon unterrichtet.

Auch die musikalische Früherziehung gehörte schon damals dazu. In den folgenden 18 Jahren prägte Eberhard Haude die Musikschule, die das Schwörhaus beziehen konnte. Durch eine gesetzliche Zuschussänderung musste damals die musikalische Erwachsenenbildung eingestellt werden. Etwas, das Schulleiter Haude seinerzeit sehr bedauerte.

Die Arbeit des Fördervereins ermöglicht vieles.

Friedemann Gramm, Schulleiter

Schulleiter Muchtar Al Ghusain begann seine Arbeit in einer schwierigen ökonomischen Zeit. In der Festschrift zu "25 Jahre Städtische Musikschule 1971 bis 1996" skizziert er die Aufgaben der Zukunft der Gmünder Musikschule so: Alle Aufgabenbereiche bleiben im Wesentlichen erhalten, neue müssen hinzutreten. Dazu gehören Pop, Rock, Jazz, Musik und Computer sowie der Umgang mit Video und Fernsehen als Bestandteil einer musisch-ästhetischen Erziehung. Von 1994 bis 98 besetzt er die Funktion des Schulleiters, installiert ein Leitungsteam für verschiedene Bereiche und übernimmt 1998 zusätzlich das Amt des Städtischen Kulturamtsleiters.

"Al Ghusain hat viele Entwicklungen vorausgesehen", kommentiert der aktuelle Schulleiter Friedemann Gramm, der 2001 seinen Dienst antrat. Auf eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen will er verzichten, dafür solle dann die "Sinfonie in 50 Sätzen" stehen. Für seine letzten drei Dienstjahre vor der Rente hat er sich folgendes vorgenommen: Die Schulkooperationen noch besser strukturieren, die Übergänge der pädagogischen Fachbereiche aktuell gestalten, "Eltern und Kinder besser an die Hand nehmen."

Elternwochen seit 2020

Durch die "Elternwochen", seit 2020 eingeführt, habe sich der Kontakt zwischen Lehrenden der Musikschule, Schülerinnen, Schülern und Elternhaus intensiviert. Eine Musikschul-App ist in Vorbereitung. Die Digitalisierung kann aber nur schrittweise eingeführt werden für die Lehrkräfte. Denn die Städtische Musikschule stehe nicht im Digitalpakt des Kultusministeriums. Aber man trage Sorge, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer ein Tablet zur Verfügung habe.

Die Arbeit des Fördervereins der Städtischen Musikschule ermöglicht vieles, was das Musikschule-Budget nicht leisten könne, so Gramm. Einer der Höhepunkte sei der Erwerb des Steinway-Flügels. Aber auch Stipendien können vergeben werden aus dem Fonds des Fördervereins sowie aus der Erika-Künzel-Stiftung. Letztere entstand aus dem Millionenvermächtnis der Gmünderin Erika Künzel an die Städtische Musikschule.

Für Friedemann Gramm ist der kontinuierlich gute Draht und die förderliche Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein wichtiger Bestandteil der positiven Arbeit in und durch die Städtische Musikschule.

Mehr Informationen zu "Sinfonie in 50 Sätzen" und Musikschule finden Sie unter www.schwaebisch-gmuend.de/musikschule.html.

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