Mit Herz statt Narrenkappe

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Dekan Robert Kloker predigte davon, was Jesus uns lehrt: „Das Herz des Menschen, so seine Lehre / ist die Quelle, damit das Gute sich mehre."
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Bei Gottesdiensten in St. Frankziskus predigt Pfarrer Robert Kloker in Reimform.

Schwäbisch Gmünd. Auf die Narrenkappe wollte er diesmal verzichten – es ist schließlich Krieg in Europa. Stattdessen hängte sich Pfarrer Robert Kloker bei seiner traditionelle Reimpredigt in St. Franziskus diesmal ein Herz um.

Die Corona-Pandemie und wie wir Menschen damit umgehen und umgehen sollten waren Thema der Predigt. Auch in Reimen kann man sich von Demonstranten distanzieren, die sogar beim Ministerpräsidenten vor dem Haus auftauchen. Kloker dankte lieber seinen Mitchristen in der Kirche für ihre Disziplin und ihre Solidarität: „Wir in der Kirche, das will sagen / haben es stets ohne Murren ertragen / unseren Beitrag zu erbringen / dass die Eindämmung der Pandemie kann gelingen.“ Und weiter: „Drum sag ich auch gerne „Vergelt’s Gott!“ / ihr Christenleute, ihr wart flott / ganz besonders unseren Ordnerleuten / die wirklich keine Mühen scheuten / sie gaben auf uns alle Acht / damit keiner hier Unfug macht / nahmen manchmal auch Ärger und Wut in Kauf / die Dinge nahmen einen guten Lauf.“

Pfarrer Kloker riet mit Blick auf Jesu Worte, nicht nur andere, etwa Politiker, zu kritisieren, sondern auch selbstkritisch auf sich selbst zu schauen: „Wir sollen nicht immer nach den anderen schauen / deren Fehler und Mängel betrauern / nein, Mensch, schaue Dich selber an / da hast genug zu arbeiten dran. / Wie leicht ist es doch für uns alle / mit lautem Getöse und Geschalle / uns aufzuregen über „die da oben“ / anstatt auch mal das Gute zu loben. / Ganz ehrlich, wer wollte denn von uns in dieser Zeit / sagen, jawohl, ich bin bereit / unbequeme Wahrheiten dem Volk zu sagen / für alles Schwere die Verantwortung zu tragen? / So leicht ist das, immer nur zu schimpfen / dabei die Nase kräftig zu rümpfen / ob Scholz oder Kretschmann oder Merz / über die machen wir lieber einen Scherz. / Jesus aber lehrt uns heute einen anderen Weg / er führt über einen schmalen Steg / er lädt uns ein, uns selber zu erkennen / damit wir nicht am Ziel vorbeirennen. / Den Splitter im Auge des Bruders zu sehen / dabei aber den eigenen Balken zu übergehen / nein, das ist nicht die rechte Manier / das ist keines Christen Zier. Drum prüfe jeder sich immer wieder (/ was drückt, was hält mich nieder / bin ich noch auf dem rechten Pfad / mit meinem Wort und mit meiner Tat?“

„Das Herz des Menschen“

Bei Jesus kann sich auch und gerade der pandemiegeplagte Mensch viel abschauen: „Das Herz des Menschen, so seine Lehre / ist die Quelle, damit das Gute sich mehre / wer in seinem Herzen gute Gedanken hegt / auch eine gute Lebensweise pflegt. / Und damit wir es immer besser können / sollten wir stets einen Blick uns gönnen /auf den Herrn und Meister / dann werden wir nicht immer dreister. Mit seinen Worten und seinen Werken / das kann sich doch jeder sicher merken / führt er uns den Weg zum geglückten Leben / will uns allen Weisung und Ratschlag geben. / Drum, Ihr Lieben, macht auf Eure Herzen / mir ist da gar nicht zum Scherzen / ich meine es mit Ernst, ganz echt / dann geht es Euch sicherlich nicht schlecht.“⋌ Bernd Müller

Mensch, schaue Dich selber an / da hast genug zu arbeiten dran.“

Pfarrer Robert Kloker, in seiner Reimpredigt

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