Staufersaga: Mit viel Hingabe auf der Bühne

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Joachim Reißmüller (l.), Pauline Kautznik und Ralf Lietze (r.) werden bei der Staufersaga 2022 zu sehen sein - als Kaiser Friedrich II., Franz von Assisi oder als zeitreisende Rebekka aus der Gegenwart.
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Pauline Kautznik, Joachim Reißmüller und Ralf Lietze beteiligen sich an der Bühneninszenierung. Welche Rollen sie übernehmen.

Schwäbisch Gmünd. Die Proben für das Freilicht-Theaterstück mit Momenten der „Staufersaga“ in der Inszenierung von Gerburg Maria Müller, Michael Schaumann und Pat Müller bei den Europäischen Staufertagen 2022 laufen auf hohen Touren, wie beim Fototermin in der Großsporthalle zu erleben war.

Dieses Treffen fand mit drei „Figuren“ statt, nicht in ihrer Rollenkostümierung, sondern als „Alltagsmensch“. „Es ist schon schön, wenn man als Kaiser umgarnt wird“, sagt Ralf Lietze an seinem Geburtstag, den er in Brisbane, Australien, feierte. Nicht als Friedrich II. im Theaterstück „Momente der Staufersaga – eine zauberhafte Zeitreise“, sondern den eigenen.

Das Stück erzählt die Geschichte einer Familie, die vom Heute ins Gestern der Stauferzeit gerät. Eine Bande Kinder und Jugendlicher begegnet den Reisenden aus der Zukunft, die verwirrt sind vom lauten, fröhlichen Treiben beim staufischen Mainzer Hoffest. Rebekka, verkörpert von der 15-jährigen Pauline Kautnik, hilft ihnen, sich zurechtzufinden.

Pauline, eine der Hauptdarstellerinnen, ist begeistert von ihrem edlen Kostüm, das bei ihr zu Hause hängt: Braunes Leinen mit bronzefarbenen Verzierungen, dazu Lederschuhe mit hochgebogenen Spitzen, und fügt hinzu: „Ich bin glücklich, Lebensfreude verkörpern zu dürfen in meiner Rolle.“

Schon bevor er für die Aufführung in die Rolle des Franz von Assisi schlüpfte, war Joachim Reißmüller Fan des Heiligen, beeindruckt von der charakterlichen Wandlung des leichtlebigen reichen Jünglings, der durch private Schicksalsschläge eine durchgreifende Veränderung seiner Persönlichkeit erfährt: „Ich stelle ihn mir immer als positiven Menschen vor, total erfüllt von der Bibel und von Jesus.“ Reißmüller ist von seiner Minirolle in einer Szene begeistert, in der er franz- gerecht einen Falken auf der Faust tragen wird. Bei den Aufführungen der Staufersaga war er noch nicht dabei, dafür 15 Jahre aktiv beim Kolpingtheater auf und hinter der Bühne.
Ralf Lietze hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Im Jahr 2016 war er in der Staufersaga „nur“ Teil des Gefolges der Byzantiner, diesmal wird er als Kaiser Friedrich II. solo auf der Bühne stehen. Es war ihm eine besonders große Ehre, für diese Rolle einspringen zu dürfen. Eine Umstellung zum Normalalltag, auch wenn er nur drei Sätze sagen wird, aber „als Kaiser wird man umgarnt, Hofdamen dienen an, man hat Träger für den Baldachin“.

Begeistert sind alle drei von der Organisation. Die Mitspieler erhalten E-Mails mit genauen Zeitangaben für die Proben. Zunächst für Einzelproben: „Dann sind wir an jedem Wochenende mehr geworden“, so Lietze. Es sei großartig, „bei einer Großproduktion, Hingabe mitzumachen, Hingabe mitzubekommen und ein kleiner Teil der großen Familie zu sein.“

„Wir sind im Stück schon zusammen gewachsen“, beschreibt Pauline Kautnik, für die das Mittelalter viel lebensfreudiger ist als die Gegenwart. Sie und ihre Bande fühlen mit den Neulingen aus der Zukunft mit. Denn die haben Angst, in der Zeit stecken geblieben zu sein. Alle gewöhnen sich so aneinander, dass der Abschied schwerfällt.

Ein strammes Programm haben alle Mitspieler zu absolvieren. Seit April finden an beiden Tagen des Wochenendes zwei bis sechs Stunden lang Proben statt, mit dem Ziel, „eins mit der Gruppe zu werden“, erläutert Pauline.

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