Mobilitätswoche: Mit Sicherheit 1,5 Meter

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So viel Abstand müssen Autofahrer einhalten, wenn sie in der Stadt ein Fahrrad überholen. Thomas Kaiser hält das Abstandsobjekt ans Rad von Volker Nick. Mit im Bild Erster Bürgermeister Christian Baron.
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In der Woche der Mobilität geht es um den richtigen Abstand zwischen Auto und Fahrrad. Experiment in der Rechbergstraße.

Schwäbisch Gmünd

Wenn von eineinhalb Metern Abstand die Rede ist, geht es nicht immer um Corona. Aber immer um Sicherheit, zum Beispiel im Straßenverkehr: 1,5 Meter müssen Autofahrer in der Stadt Abstand halten, wenn sie Radfahrer überholen.

Wie weit 1,5 Meter sein können, demonstrierten Vertreter des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr im Beisein des Ersten Bürgermeisters Christian Baron am Montag in der Rechbergstraße. Wenn Thomas Kaiser einen 1,5-Meter-Abstandshalter neben das Rad von Volker Nick hält, ist an Überholen kaum zu denken.

Die Initiative ist Teil der Aktionen zur Woche der Mobilität. „Dadurch zeigen Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger, dass nachhaltige Mobilität möglich ist, Spaß macht und praktisch gelebt werden kann“, sagt Christian Baron. Er legt großen Wert darauf, dass Verkehrsteilnehmer gegenseitig Rücksicht nehmen, auch das sei eine Botschaft für diese Woche.

Nicht gegeneinander ausspielen

Wenn in den Verkehrsraum investiert werde, dürfe man nicht Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gegeneinander ausspielen. „Alles hängt zusammen“ sagt er und hat Passagen durch die Stadt im Auge, die für alle mehr Verkehrssicherheit bedeuten.

Engpässe in der Stadt

Volker Nick, der für diesen Abstandstest angetreten ist, sieht an vielen Stellen Nachholbedarf und fordert ebenfalls mehr Rücksicht. 17 000 Kilometer spult er im Jahr auf dem Fahrrad ab. „Und mindestens einmal am Tag werde ich mit minimalem Abstand überholt“, sagt er. Dabei entstünden oft auch für andere Autofahrer gefährliche Situationen wie jüngst in der Mutlanger Straße. Er sei bergab von einem Bus überholt worden, der dabei auf die Gegenfahrbahn ausgewichen sei. Dort seien aber auf beiden Spuren Autos entgegengekommen. Nur weil diese Autos klein waren, hätten sie dem Bus ausweichen können.

Engpässe und Gefahrenpunkte gebe es aber in der ganzen Stadt, Weißensteiner Straße und Buchstraße hält Nick für „extrem gefährlich“.

Baron: nicht Rechte einfordern

Um gefährliche Zwischenfälle zu vermeiden, fordert der Erste Bürgermeister, dass „Verkehrsteilnehmer ihre Rechte nicht mit Trotz einfordern, sondern in jeder Situation Rücksicht auf Andere nehmen“. Dennoch müssten die weiteren Planungen dem Rad in der Stadt mehr Platz geben. Wo Autofahrer und Radfahrer den gleichen Verkehrsraum nutzen, sei dies ganz besonders notwendig.

Zwei Meter außerorts

Wie weit Autofahrer ausscheren müssen,wenn sie in der Stadt ein Rad überholen, zeigte der Abstandshalter.Thomas Kaiser hat ein weiteres Abstandsobjekt dabei: „Es ist von Pfeil zu Pfeil zwei Meter lang, das ist der nötige Abstand außerhalb von Ortschaften.“

  • Die Woche derMobilität ist eine Kampagne der Europäischen Kommission. Seit 2002bietet sie Kommunen findet sie jedes Jahr vom 16. bis 22. Septemberstatt. Zum Abschluss geht es an diesem Mittwoch um den Aktionstag„Ohne Auto in die Stadt“. Der Arbeitskreis Mobilität und Verkehr ist auf dem Marktplatz mit einem Bus vertreten. Nach Worten vonThomas Kaiser, dem Sprecher des Arbeitskreises, sollen möglichstviele Menschen mit dem Bus in die Stadt kommen – und mit zweiGD-Chips kostenlos nach Hause fahren. Viele GD-Chips lagern oftzuhause, der Arbeitskreis hilft aber auch aus, wenn ein Chip fehlt.Außerdem gibt es dort Informationen rund ums Radfahren, um Routenund Fragen der Sicherheit.

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