Momente und Orte des Gedenkens

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Coronabedingt im kleinen Kreis wir in der St. Cyriakus-Kirche der Kranz zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.

Wie dieser Gedenktag entstanden ist. Feierliche Kranzniederlegung im kleinen Kreis als Erinnerung an Ereignisse und Erfahrungen, die nicht vergessen werden dürfen.

Schwäbisch Gmünd- Straßdorf

Der Gottesdienst am Volkstrauertag endet mit einer Kranzniederlegung in St. Cyriakus. Feierlich ziehen fünf Fahnenträger der Vereine, zwei Kranzträger der Feuerwehr Straßdorf, Vertreter von Bundeswehr und Vereinen sowie Ortsvorsteher Wolfgang Nußbaum und OB Richard Arnold in die Kirche ein.

Der Volkstrauertag sei ein Tag stillen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt und an die, die nicht mehr zurückgekommen sind, sagt Arnold. Dieser Tag dürfe nicht aus dem Gedächtnis verschwinden, denn "wir brauchen diese Momente des Innehaltens genauso wie Orte des Gedenkens, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird!" Gedenktage und Denkmale seien Zeichen an Ereignisse und Erfahrungen der deutschen Geschichte, die im eigenen Bewusstsein und dem künftiger Generationen nicht gelöscht werden dürfen.

Der Volkstrauertag wurde 1920 auf Anregung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge festgelegt. Man hoffte, dass die Erinnerung an die Schrecken des Ersten Weltkriegs für Frieden sorgen würden. "Diese Hoffnungen wurden weniger als 20 Jahre später grausam enttäuscht durch einen vom nationalsozialistischen Deutschland entfachten Zweiten Weltkrieg!", erinnert Arnold. Die später gegründete Europäische Gemeinschaft, heute Europäische Union, wurzele in dem festen Vorsatz, aus dem kriegsgebeutelten Kontinent ein freiheitliches, friedliches Europa zu machen.

Dieser Vorsatz habe für eine über 70-jährige Friedensperiode gesorgt. "Das Projekt Europa ist ein beispielloser Erfolg, betont der OB und fordert, daran solle man sich immer erinnern, wenn über Europa gesprochen wird. Denn Frieden, Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich. Für jene, die keine persönlichen Erfahrungen mit Krieg oder Terrorismus haben, wird so fassbarer, was es bedeutet, wenn Lebensläufe zerstört und Zukunft nicht erlebt werden kann.

Einfache Antworten zum Schutz der Demokratie gibt es nicht, warnt Arnold. Doch Nächstenliebe, Solidarität und Mitmenschlichkeit, ein respektvoller Umgang miteinander, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel, der die Menschen nicht überfordert, seien dafür nötig. "Das Beständigste ist der Wandel! Ihn müssen wir gemeinsam gestalten", appelliert der Oberbürgermeister.

Vorausgegangen war ein Gottesdienst, in dem Pfarrer Andreas Braun den Umgang der Menschen mit den von Gott geschenkten Talenten betrachtete. Das Leben sei nicht perfekt wie man derzeit an der Pandemie, aber auch im Streit in der Familie oder im Tod erleben könne. "Wir leben in keiner heilen Welt!". Doch Gott wolle, dass Talente zur Entfaltung kommen, dass sich der Mensch ohne Angst einbringe. "Wie sähe die Welt aus, wenn jeder ohne Angst das leben würde, was Gott uns sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". In der Bibel heiße es auch: Selig sind die Trauernden, sie werden getröstet. Gott führe alles zum Guten. "Die Welt ist nicht heil, aber auch nicht heillos!"

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