Münsterplatz verliert zwei bekannte Lokale

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Restaurant "Tagblatt" und "Café Spielplatz" sind zu. Abholservice kann Rückgang nicht auffangen.

Schwäbisch Gmünd. "Gastronomie am Münsterplatz ist schwierig." Das sagt Petra Krajisnik, bis vor wenigen Tagen Inhaberin des Restaurants "Tagblatt" und des Café Spielplatz". Sie und ihr Mann Eneli Krajisnik haben jetzt den Stecker gezogen, weil die Lokalitäten wirtschaftlich nicht mehr zu halten waren. Der Mietvertrag mit der Stadt – beide Häuser am Münsterplatz sind städtisches Eigentum – wurde kurzfristig aufgelöst.

Nicht erst seit Corona sei es schwierig gewesen, Restaurant und Café zu betreiben. Dort seien außer an Markttagen zu wenig Menschen unterwegs. Das Leben spiele sich weit mehr auf dem Marktplatz ab. Durch Corona habe man im Innenraum viel zu wenige Plätze anbieten können, um den Betrieb wirtschaftlich betreiben zu können. Und trotz Sicherheitskonzept dürfe man im November nicht öffnen. 2018 hat das Paar das Restaurant übernommen, um sich in Schwäbisch Gmünd ein zweites Standbein zu verschaffen. Schon seit vielen Jahren betreibt es das Restaurant "Lämmerei im Schweizerhof" in Böbingen. "Nun haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, Schwäbisch Gmünd aufzugeben", sagt Petra Krajisnik. Man wolle alle Kraft in das Restaurant in Böbingen investieren. "Wir haben auch eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", sagt sie und hofft darauf, die kommende Zeit gut zu überstehen. In der "Lämmerei im Schweizerhof" bietet sie jetzt einen Abholservice an und ist froh, dass doch viele Kunden in der Zeit die Treue halten.

Petra Krajisnik sieht sich in der Situation solidarisch mit allen gastronomischen Betrieben. "Wir müssen jetzt zusammenhalten, für Konkurrenzdenken ist da kein Platz."

"Es wird weiter eine schwierige Situation für die Gastronomie sein", sagt Hannes Barth, Vorsitzender der Fremdenverkehrsgemeinschaft "Pro Gmünd" und Betreiber der Gaststätte "Paradies". Niemand wisse, wie sich die Pandemielage entwickelt. Er kann sich vorstellen, dass in Zukunft weitere Betriebe dieser Branche vor erheblichen Problemen stehen werden, "denn der Winter und das Frühjahr stehen uns ja noch bevor".

Das gleiche auch der Abholservice nicht aus. "Der ist aber wichtig, damit wir Präsenz am Markt zeigen können", so Hannes Barth. Leider nütze das nur der einen Hälfte aller Unternehmen. Die andere Hälfte biete nur Getränke an und sei schon deshalb vom Abholservice ausgeschlossen.

Wie es mit den städtischen Immobilien am Münsterplatz weitergehen wird, ist nach Worten von Stadt-Pressesprecher Markus Herrmann noch offen. Über eine mögliche Nachnutzung – mit oder ohne Gastronomie – wird erst in den kommenden Wochen entschieden.

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