Musik in Gmünder Kneipen: Zahl der Lokale bröckelt

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In ungefähr 20 Lokalen in der Gmünder Innenstadt spielt am Freitagabend noch die Musik. Aber tanzen wie auf dem Archivbild ist in den Kneipen nicht drin. Fotos/Grafik: Archiv, privat/ca
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Von 23 verbliebenen Gmünder Gastronomen haben sich noch drei weitere wegen der Corona-Auflagen abgemeldet.

Schwäbisch Gmünd

Musik in Gmünder Kneipen steigt am Freitag. Doch die Zahl der Lokale, die an diesem Abend auch Töne servieren, bröckelt. Im Flyer, den die Stadt hat drucken lassen, sind noch 25 Kneipen aufgeführt, in einer mit dem Hinweis „aktuell“ versehenen Liste auf der städtischen Homepage stehen noch 22 Gastronomen. Und von denen haben auch bereits zwei weitere abgesagt. „Das ist nix“, sagt Salvatore Bazzano vom Café Mikro. Tanzen untersagt, die Gäste müssen am Platz bleiben oder die Maske aufsetzen - „da kommt einfach keine Stimmung auf.“ Hinzu komme ein großer Aufwand für die Kontrollen.

Ganz ähnlich sagt es Franz Hahn vom M7, der seither nach seiner Erinnerung alle 29 Auflagen dieser Kult-Veranstaltung mitgemacht hat. „Musik in Gmünder Kneipen an sich ist gut“ sagt Hahn, aber die Corona-Vorschriften seien abstrus. Er hätte sogar die Daten seiner Lüftungsanlage einreichen müssen. Zudem bräuchte er drei Security-Kräfte. „Für einen Abend einfach nicht umsetzbar“, meint Hahn, der natürlich ebenso wie das Mikro an diesem Abend geöffnet haben wird. Die Entscheidung sei ihm und Mit-Betreiberin Ute Fuchs nicht leichtgefallen: „Wir haben fast eine Woche drüber diskutiert.“ Und auch Hannes Barth gab nun bekannt, dass im „Paradies“ am Freitagabend nicht die Musik spielt.

Die Stadtverwaltung, die „Musik in Gmünder Kneipen“ organisiert, treffe dabei keine Schuld, betont Franz Hahn. Dennoch: Dass MiGK, so das Kürzel der Veranstaltung, weit von den Hochzeiten entfernt ist, sieht auch Robert Frank von der Touristik und Marketing GmbH, in dessen Händen die Organisation liegt. Organisator ja, aber Veranstalter ist die Stadt nicht. Erstmals, sagt Frank, habe die Stadt diese Position abgegeben. Sie werde sie auch künftig nicht mehr einnehmen. Ein wichtiger Grund dafür sei die Verantwortung. Als Veranstalter müsste die Stadt nämlich dafür gradestehen, dass jeder einzelne Gastronom die Corona-Vorschriften einhält. Und die Festlegung dieser Vorschriften durch die Landesregierung könne sich immer kurzfristig ändern.

Im vergangenen Jahr war MiGK wegen Corona komplett ausgefallen. Die Auflage 2019 zeugt noch von der alten Größe des freitagabendlichen Vergnügens. 39 Lokale hatten damals teilgenommen. Im Schnitt, so Frank, seien früher sogar 45 bis 50 Kneipen dabei gewesen. Jetzt sind es voraussichtlich noch 20. Frank weiß, dass einige Wirte wegen der Corona-Vorgaben dieses Mal nicht gemeldet haben. Und er sagt: „Wäre schade, wenn es weiter bröckelt.“ Doch auch mit etwa 20 Lokalen „jammern wir auf hohem Niveau“, meint Robert Frank mit Blick auf andere Städte, die diese Event-Idee kopiert haben.

Einen Kommentar von Wolfgang Fischer zum Thema Musik in Gmünder Kneipen.

Da kommt einfach keine Stimmung auf.“

Salvatore Bazzano, Café Mikro

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