Nabu: kein „gigantisches Gewerbegebiet“

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Die Pläne für den Technologiepark Aspen sollen drastisch verkleinert werden, sagt der Naturschutzbund.

Schwäbisch Gmünd. Nachdem der Traum von einer neuen Fabrik der Autokonzerne Daimler und Volvo offenbar geplatzt ist, fordert der Naturschutzbund (NABU) die Stadt auf, den Flächenbedarf von derzeit 54 Hektar für den geplanten Technologiepark Aspen zwischen Bettringen und Bargau deutlich zu reduzieren. „Nachdem sich abzeichnet, dass die beiden Autobauer in Gmünd keine Wasserstoffantriebe produzieren werden, gibt es für ein Gewerbegebiet von derart gigantischen Ausmaßen keine Grundlage mehr“, sagte Armin Dammenmiller, Vorsitzender des NABU Gmünd und Ostalb. Kritisch sehen die Naturschützer deshalb die Ankündigung von Oberbürgermeister Richard Arnold, trotz der Abfuhr an den Plänen für das Gewerbegebiet Aspen festzuhalten. „Werden die Pläne so umgesetzt, wie es sich die Stadtspitze vorstellt, bedeutet das eine durchgehende Bebauung zwischen dem Gügling und Bargau“, erklärte Dammenmiller. Dies sei kaum zu rechtfertigen, da dieses Gebiet in der Regionalplanung als regionaler Grünzug, in Teilen sogar als regionale Grünzäsur ausgewiesen sei, die jede Bebauung ausschließe. Damit sollen die Frischluftzufuhr gewährleistet und die weitere Zersplitterung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen verhindert werden, erläuterte Dammenmiller.

„Wie groß das Interesse der weiteren Wasserstofftechnologie-Firmen nach dem Absprung der Autokonzerne noch ist, bleibt abzuwarten“, so Dammenmiller. Zumindest müsse der Flächenbedarf für den Technologiepark stark reduziert werden, wahrscheinlich könnten auch Alternativstandorte angeboten werden, die weniger unbebaute Fläche in Anspruch nehmen.

Der NABU-Chef appelliert an Verwaltung und Gemeinderat: „Denken Sie an unsere Landwirtschaft, an unser Klima und an die Artenvielfalt. Lassen Sie einen so gewaltigen Flächenverbrauch nicht zu!“ Dammenmiller forderte ein Flächenmanagement, das ungenutzte Brachen in und um Gmünd mit einbezieht. „Es besteht bereits jetzt in Teilen ein Leerstand, der schweigend akzeptiert wird.“ Er kritisierte die Vorlage der Stadt für den neuen Flächennutzungsplan, der einen Bedarf von 149 Hektar für neue Wohn- und Gewerbegebiete vorsehe. „Wenn die Kommunen meinen, sie könnten mit dem Landschaftsverbrauch so weitermachen wie bisher, haben sie den Schuss nicht gehört.“

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