Nach tragischem Tod vor zwei Jahren: besonders viel Schutz an Spielplätzen mit Wasser

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Zaun am Melcherweg Unterbettringen
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Nach dem tragischen Tod eines dreijährigen Jungen vor gut zwei Jahren, hat die Gmünder Stadtverwaltung mehr Zäune an Spielplätzen angebracht.

Schwäbisch Gmünd

Mit steigenden Temperaturen zieht es wieder viele Kinder auf die Spielplätze im Stadtgebiet. Vor allem diejenigen mit Zugang zu Wasser sind besonders beliebt, bergen aber auch Gefahren. Nach dem Tod eines dreijährigen Jungen im Januar 2020 achtet die Gmünder Stadtverwaltung besonders sensibel auf möglichst viel Sicherheit in diesen Bereichen, wie Gmünds Stadtsprecherin Ute Meinke erläutert. Der Junge war damals mit seiner Kindergartengruppe auf dem Spielplatz im Schindelackerweg, fiel in die Rems und starb in Folge eines Kälteschocks.

Was tut die Stadt für die Sicherheit auf Spielplätzen?

Bevor ein Spielplatz eröffnet werde, komme der TÜV und überprüfe alles, erklärt Ute Meinke. Darüber hinaus schauten sich die Spielplatz-Kontrolleure des Baubetriebsamtes alle zwei Wochen alle Spielplätze an. Ist irgendwo etwas kaputt? Gibt es gefährliche Stellen - zum Beispiel kaputte Netze oder Holzwände, in die sich Kinder die Finger einklemmen können? Ist der Fallschutz in Ordnung? Funktionieren die Spielgeräte? Aufgrund des Unglücks vor gut zwei Jahren habe die Stadtverwaltung entschieden, nochmals alle Spielplätze unter dem Gesichtspunkt „zusätzliche Sicherheit“ überprüfen zu lassen, besonders im Bereich von Wasseranlagen. Ein TÜV-Mitarbeiter habe am 28. Januar 2020 diese Stellen begutachtet. Er schlug vor, teilweise neue Zäune anzubringen oder alte Abschrankungen durch höhere Zäune zu ersetzen, über die Kinder nicht so leicht klettern können. „Am Spielplatz Schindelacker gab es keinen konkreten Handlungsbedarf“, erinnert sich die Stadtsprecherin. Trotzdem wurde die dort vorhandene Abschrankung durch neue Zäune mit einer Holzverkleidung ersetzt.

Wo gibt's neue Zäune?

In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadtverwaltung neue Zäune an Spielplätzen aufgestellt:

an der Grundschule Hussenhofen zur Rems

im Breiten Feld Bargau zum Bargauer Bach

im Melcherweg in Bettringen zum Strümpfelbach

in der Schwerzerallee zur Rems

in der Rothaldenstraße zum Heuselbach

in der Eutighoferstraße zum Deutenbach.

am Schindelackerweg zur Rems.

Hierfür hat die Stadt laut Ute Meinke im Jahr 2020 etwa 95 000 Euro und 2021 etwa 55 000 Euro ausgegeben. Dieses Jahr sind Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro geplant.

Gibt es spezielle Vorschriften für Spielplätze am Wasser?

Es gibt bestimmte Standards für Spielplätze am Wasser, weiß Ute Meinke. Zum Beispiel heißt es da in der DIN-Vorgabe 18034: Kindern müssen Spiel- und Erlebnismöglichkeiten an natürlichen und künstlichen Gewässern angeboten werden. Wechselnde Strömungs- und Fließgeschwindigkeiten sowie Wasserstände bei natürlichen Gewässern sind zu beachten. Uferbereiche müssen so beschaffen sein, dass ein sicherer Zu- und Abgang möglich ist. Böschungsneigungen sind so anzulegen, dass die Wassertiefe langsam zunimmt. Eine Wassertiefe von 40 Zentimetern darf nicht überschritten werden. Diese Vorschriften setze die Gmünder Stadtverwaltung alle um, weiß die Stadtsprecherin. 

Wird es wieder einen Spielplatz auf dem Marktplatz geben?

„Natürlich“, sagt Ute Meinke. „Die Planungen sind in den letzten Zügen.“ Gespräche mit allen Akteuren laufen. Aufgebaut werde die Anlage vor dem Rathaus ab Mitte Juni. 

Unsere Kontrolleure schauen alle 14 Tage die Spielplätze durch.“

Ute Meinke, Stadtsprecherin

Gmünder Spielplätze - mit und ohne Wasser

Am Wasser: Der Spielplatz am Schillersteg, die Köhleranlage und die Netzvilla am Josefsbach, der Wasserspielplatz im Himmelsgarten in Wetzgau, der Bargauer Spielplatz im Breiten Feld, der Bettringer Spielplatz im Melcherweg und einige Spielplätze entlang der Rems.
Neu: 2022 werden zwei neue Spielplätze gebaut: im Baugebiet Käppelesäcker IV in Straßdorf und im Baugebiet Hardäcker in Rechberg. 2023 entsteht ein neuer Spielplatz: im Baugebiet Struttfeld II in Bargau.
Zahlen: Etwa 115 Spielplätze gibt's aktuell im Gmünder Stadtgebiet. Dazu zählen auch Spielplätze an Schulen, wie beispielsweise an der Bettringer Uhlandschule oder der Herlikofer Theodor-Heuss-Schule, die außerhalb der Schulzeit besucht werden können. Für größere Sanierungsmaßnahmen und neue Spielplätze sind 2022 rund 450 000 Euro an Investitionen vorgesehen. Für laufende Unterhaltungsmaßnahmen und kleinere Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen sind 2022 zirka 200 000 Euro vorgesehen. me

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