Nachhaltigkeit geht nur mit Bürgerbeteiligung

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Franka Zanek (2.v.l.) im Gespräch mit einer interessierten Bürgerin während der Auftaktveranstaltung für die Aktionswochen „Gmünd für morgen“ in den Räumen der Volkshochschule. Foto: Hientzsch
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Der Start der Gmünder Aktionswochen in der Volkshochschule stößt auf große Resonanz. Was am ersten Tag geboten war und was noch folgt.

Schwäbisch Gmünd

Vorträge, Workshops, Stadtführungen, Filme und viele Begegnungsmöglichkeiten zum Thema nachhaltiges und klimafreundliches Leben in Schwäbisch Gmünd bilden das Programm der Aktionswochen unter dem Motto „Gmünd für morgen“ vom 8. September bis 27. Oktober.  In der Eröffnungsveranstaltung präsentierte sich am Donnerstag ein beachtliches Netzwerk von Initiatoren, die bereits fest etabliert sind im Thema. So wurde an Ständen in der Gmünder Volkshochschule (VHS) auf vielseitige Weise dargelegt, wie nachhaltiges und klimafreundliches Leben in Schwäbisch Gmünd bereits gelebt wird.

Groß war die Freude bei Oberbürgermeister Richard Arnold darüber, dass so viele Gäste bereits zur Auftaktveranstaltung den Weg auf sich genommen hatten. „Eine tolle Sache“, bemerkte er zur Tatsache, dass über 40 Partner zur Netzwerkarbeit für das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz bereits im Boot sind. Sowohl haupt- als auch ehrenamtlich.

Arnold sprach von einer „Graswurzelbewegung“ und beschrieb die große Vision der Stadt: „Klimaneutralität – oder besser noch, klimapositiv werden.“ Der Oberbürgermeister erklärte den anwesenden Gästen zudem, dass vor einem Jahr das Amt für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung „und keine Stabstelle“ gegründet worden sei. Mit Franka Zanek an der Spitze, die federführend die Aktionswochen mit ihrem Team organisiert.

Vieles noch nicht im Bewusstsein

Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte Franka Zanek, dass den Bürgern durch die Prozesssteuerung der Stadt und durch vielfältige Angebote „Lust auf Nachhaltigkeit im Leben gemacht werden“ solle. Man wolle sensibilisieren und zeigen, was es bereits für Möglichkeiten gibt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz wirklich im Alltag zu leben. Vieles sei bei der Bevölkerung noch nicht fest im Bewusstsein verankert. Etwa, dass es in Schwäbisch Gmünd am Wochenende ein Ein-Euro-Ticket gibt. Oder, dass der Bus ab 21 Uhr auf Zuruf hält. „Es geht um Kommunikation“, denn die Bürgerschaft ist mit ihrer Beteiligung sehr wichtig“, betonte Franka Zanek.

Auch Richard Arnold unterstrich, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz nur funktionieren könne, wenn es dazu Gespräche, Begegnungen, Angebote der Stadt und vor allem Bürgerbeteiligung gibt. In allen Facetten. Vom Sanieren im Denkmalschutz über Ernährung bis zur Mobilität. Dass stellenweise dicke Bretter gebohrt werden müssen, erklärte Arnold anhand des Beispiels Photovoltaikanlagen auf Dächern von denkmalgeschützten Gebäuden. „Da stehen wir am Anfang. Aber es kommt.“

Auch nahm der OB in seiner Ansprache den GOA-Geschäftsführer Arne Grewe ins Visier und forderte: „Der gelbe Plastiksack muss verschwinden. Er passt nicht mehr in unsere Zeit.“

Die Aktionswochen bezeichnete Arnold derweil als „kleine Expo im Bereich der Nachhaltigkeit“ – abschließend stellte er fest: „Klimaanpassung gelingt nur, wenn die Bürgerschaft beteiligt ist.“

Stadt geht „richtige Schritte“

VHS-Chefin Ingrid Hofmann freute sich, dass die Volkshochschule als Netzwerkpartner bei den Aktionswochen mit involviert ist und leitete über auf Professorin Martina Hofmann, Leiterin des Lehrstuhls für erneuerbare Energien an der Hochschule Aalen. Diese war aufgrund einer Corona-Erkrankung per Video Livestream zugeschaltet. Inhalt ihrer Ausführungen war das Thema „nachhaltige Kommunen“. Martina Hofmann gratulierte der Stauferstadt, dass sie „genau die richtigen Schritte“ in diese Richtung unternehme. Etwa durch die Schaffung eines diesbezüglich eigenen Amtes oder der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts.

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