Naturschützer zu Aspen: Versprechen halten

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Technologiepark Aspen

Mit ihrem Plan zum Gewerbegebiet Aspen erntet die Stadt Gegenwind vom Naturschutz.

Schwäbisch Gmünd. Mit ihrer Absicht, das Gewerbegebiet Aspen trotz bislang fehlender Investoren zu realisieren, erntet die Stadt Gegenwind: Gmünder Naturschutzorganisationen zeigen sich „irritiert“, dass die Pläne für ein großflächiges Gewerbegebiet Aspen zwischen Bettringen und Bargau weiterverfolgt werden sollen - obwohl bisher kein einziges Wasserstofftechnologieunternehmen Interesse an dem Standort habe.

„Es gab ein klares Versprechen der Stadtverwaltung, dass Aspen nur dann realisiert wird, wenn dort große Unternehmen aus dem Wasserstoffbereich mit vielen Arbeitsplätzen angesiedelt werden können“, daran erinnert Walter Beck, Sprecher des Arbeitskreises Naturschutz Ostwürttemberg (ANO), in dem Organisationen wie der BUND, der NABU, der Schwäbische Albverein und der Deutsche Alpenverein zusammengeschlossen sind. „Dieses Versprechen darf jetzt nicht gebrochen werden.“

In der vergangenen Woche hatte Oberbürgermeister Richard Arnold im Bauausschuss des Gemeinderats erläutert, dass es derzeit keine Zusage eines großen Unternehmens gebe. Grüne und Linke hinterfragten das Projekt, andere Fraktionen und die Stadtspitze wollen daran festhalten. Einige Stadträte forderten, die Ausrichtung auf Wasserstofftechnologie aufzugeben und alle „Zukunftstechnologien“ zuzulassen.

„Dies wäre nichts anderes als der Auftakt zu einem ganz normalen Gewerbegebiet“, sagt Beck. Von tausenden Arbeitsplätzen wie ursprünglich erhofft werde dann keine Rede mehr sein. „Man bekommt keine Giga-Factory, indem man einfach mal Platz für sie macht.“

Und das Gebiet „In der Krähe“?

Die Naturschützer erinnern in diesem Zusammenhang an den voll erschlossenen Technologiepark „In der Krähe“, der über Jahrzehnte nur teilweise genutzt wurde. Die Krähe werde in den letzten Jahren zunehmend von technologiefernen Firmen besetzt und diene aktuell auch als Zirkus-Winterlager. Über den „gigantischen Flächenverbrauch“ hinaus hätte ein Gewerbegebiet Aspen weitere negative Auswirkungen auf Ökologie und Artenvielfalt, so der ANO-Sprecher. Das Gebiet sei in der Regionalplanung nämlich als regionaler Grünzug ausgewiesen, in Teilen sogar als regionale Grünzäsur, die jede Bebauung ausschließe. Auch der Bauernverband Ostwürttemberg habe den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen und insbesondere das Aspen-Projekt kritisiert, so Beck.

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