Arbeitskreis Naturschutz kritisiert Stadt Gmünd

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Die Stadt müsse von ihren Wachstumsplänen dringend abrücken.

Der Arbeitskreis Naturschutz kritisiert Flächennutzungsplan der Stadt Gmünd und fordert rasches Umdenken.

Schwäbisch Gmünd. Die neue Landesregierung aus Grünen und CDU hat sich verpflichtet, den Flächenverbrauch in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren von über vier auf 2,5 Hektar pro Tag zu senken und langfristig sogar auf Null zu reduzieren. „Dieses Ziel wird von den Naturschutzverbänden klar unterstützt, denn nichts anderes kann eine auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gegründete Politik anstreben“, sagt Walter Beck, Sprecher des Arbeitskreises Naturschutz Ostwürttemberg (ANO). Umso besorgniserregender sei es, wenn genau das Gegenteil geschehe. „Auch Schwäbisch Gmünd will den Flächenverbrauch in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten keineswegs zurückfahren, sondern drastisch steigern.“ So sei im Entwurf des Flächennutzungsplans der Stadt ein Flächenbedarf von 262 Hektar an neuen Siedlungs- und Gewerbeflächen bis zum Jahr 2035 enthalten. „Damit überschreitet die Gmünder Planung die Vorgabe des Landes um das Sechsfache“, so Beck.

Man müsse sich fragen, was die Ziele zur Eindämmung des Flächenfraßes wert seien, wenn Städte und Gemeinden weiter machten wie bisher, ja den Landverbrauch sogar beschleunigen, sagte der ANO-Sprecher und zitierte Stadtrat Prof. Andreas Benk: Wenn es jede Kommune in Baden-Württemberg so machen würde wie es Gmünd vorhat, wäre 2035 die eineinhalbfache Fläche des Bodensees zusätzlich versiegelt. „Es ist erfreulich, dass zumindest Teile des Gemeinderats den Ernst der Lage erkannt haben“, so Beck.

Erhöhte Hochwassergefahr

Angesichts des Klimawandels, des Rückgangs der Tier- und Pflanzenpopulationen aber auch der Zunahme von Unwettern und Hochwasserereignissen sei eine solche „Politik von vorgestern“ längst nicht mehr zu verantworten, kritisierte Beck. „Wo Asphalt und Beton verhindern, dass das Niederschlagswasser in den Boden eindringt, wo Waldflächen wie im Taubental zusätzlich verkleinert werden, da kann das Wasser nur noch oberirdisch abfließen – mit Folgen, wie wir sie in den vergangenen Wochen gesehen haben.“

Die Stadt müsse von ihren Wachstumsplänen dringend abrücken, so Beck. Ein notwendiger Schritt sei der Verzicht auf den geplanten Technologiepark Aspen. Ohne die Standortentscheidung der beiden Autokonzerne gebe es für das Projekt keine Rechtfertigung mehr.

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