Neue Attraktion für Gmünd: sechs zusammenhängende Mittelalter-Keller

Kelleranlage beim Freudental sollen saniert und künftig touristisch genutzt werden.

Schwäbisch Gmünd. „Aus einem ehemaligen Unort einen touristischen Vorzeigeort machen“ - das ist laut OB Richard Arnold das Ziel für den Altstadtbereich rund um das neue Schattentheatermuseum. Dafür soll zwischen Mohrengässle, Bärengässle und Freudental rund eine halbe Million Euro investiert werden - ein Teil davon oberirdisch, der Rest in eine alte Kelleranlage aus dem Mittelalter.

Die Pläne dafür stellten der Oberbürgermeister und seine Verwaltung am Mittwoch im Bau- und Umweltausschuss den Stadträten vor. In der kommenden Woche soll im Gemeinderat entschieden werden.

Der Sanierungsplan hat zwei Teile, der erste ist ein oberirdischer, indem die Plätze neu gestaltet werden. Teil zwei würde unter der Erde stattfinden: In dem Areal gibt es nämlich eine zusammenhängende Anlage aus sechs mittelalterlichen Kellern, die zwischen Freudental und Mohrengässle liegt. Die Keller haben einst zum Gasthaus Bären und seinen Nebengebäuden gehört. Bei den Kellern handelt es sich durchweg um Bauteile aus dem Mittelalter. „In Keller eins haben wir die Zahl 1432 als Inschrift gefunden“, sagte Christian Joswig vom Amt für Gebäudewirtschaft. Direkt neben der Kelleranlage gibt es noch einen alleinstehenden siebten Keller, der unter einem aus dem 13. Jahrhundert erstmals genannten Gebäude liegt und durch einen historischen Kellerabgang vom Mohrengässle erschlossen wird.

Die Frage habe gelautet: „Wie erhalten wir die Keller - und woher soll das Geld kommen?“, so Richard Arnold. Die Sanierung ist möglich, finden der OB und seine Verwaltung, weil das Areal in einem Altstadt-Sanierungsgebiet liegt und somit Förderung zu erwarten ist. Die Förderhöhe werde derzeit abgestimmt, für die Keller sei mit einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent zu rechnen, argumentiert die Stadtverwaltung. „So kriegen wir das hin“, findet Amtsleiter Joswig. Die gesamten Kosten für die Kellersanierung belaufen sich auf 255 000 Euro. Richard Arnold hofft, so eine weitere Attraktion in der Innenstadt zu schaffen. „Markus Herrmann (Chef der Touristik- und Marketing-GmbH – Red.) denkt schon darüber nach, eine Nacht der Keller zu machen und Führungen anzubieten“, so der Oberbürgermeister. „Wir wollen das auch stärker touristisch nutzen.“

Eine ähnlich große Summe wie unter der Erde soll auch auf den Plätzen des Altstadtquartiers investiert werden: 270000 Euro sind für die Gestaltung dieser Plätze eingeplant. Nach dem Einzug des Schattentheatermuseums soll nun die Neu- und Umgestaltung der Außenanlagen folgen: dem Schattentheaterplatz, dem Mohrengässle, der Verbindung zum Waisenhausinnenhof und dem Platz am Freudental. Der Schattentheaterplatz soll sich als erhöhter eigenständiger Platz mit Natursteinpflaster und wassergebundenem Belag hervortun. Eine niedrige Blütenhecke und Kletterpflanzen mit Rankhilfen dienen der Begrünung. Die Trafostation soll verkleidet und in den Platz integriert werden, geplant ist eine Gestaltung mit Bezug zum Schattenmuseum. „Mit der Bürgerstiftung konnten bereits einige Beispiele der Gestaltung mit Schatten und Licht angesprochen werden“, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Und gelegentlich soll das Theatermuseum seine Kunstform auch vor dem Haus zeigen können. Richard Arnold: "Die Häuser sind als Projektionsflächen für Schattentheater gedacht."

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare