Neue Bäckerei samt Café für die Lindacher geplant

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Bäckermeister Mario Bläse wird im einstigen EDEKA in Lindach eine Bäckerei mit Café einbauen. Rund eine Million Euro werden investiert.
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DieBioland-Bäckerei von Mario Bläse realisiert ein neues Angebot. Wie der Zeitplan aussieht und warum er von der Stadt enttäuscht ist.

Schwäbisch Gmünd

Mario Bläse beschreibt: „Dieser Gedanke war schon immer da.“ Dabei blickt er in das nahezu ausgeräumte Gebäude, mit dem Bauplan in der Hand. Jetzt zeigen sich darin keine Einrichtungsgegenstände mehr, sondern Steine, die darauf warten, gemauert zu werden.

Ja, der Bäckermeister aus Lindach und seine Gattin Anne machen Ernst. Der Plan wird in die Wirklichkeit umgesetzt, der Gedanke wird zur Realität. Was man vorhat? Vieles. Klarer Fall, schließlich soll eine Million Euro investiert werden.

Und das Projekt ist nicht nur eine große Erleichterung für ihn und seine zehn Mitarbeiter in der Bioland-Bäckerei Bläse, sondern wird mit Sicherheit auch die Herzen der Lindacher Einwohnerschaft höherschlagen lassen. Denn diese profitieren ebenfalls von der Investition.

Treff für alle Generationen

Mario und Anne Bläse werden in einem Gebäude neben ihrem Privathaus und der Bäckerei, das bereits 2007 erworben wurde, nun eine neue Bäckerei mit Backstube, aber vor allem auch mit einem Café einbauen. Es soll ein Treffpunkt für alle Generationen werden im Herzen von Lindach, wünscht sich Mario Bläse. Rund zwei Jahre lang befasste man sich mit der Planung, jetzt wird sie umgesetzt. „Wir rechnen mit einem guten Jahr Bauzeit“, erklärt der 37-jährige Bäckermeister, dass man die Kundschaft und Cafébesucher bereits im Frühjahr 2023 in den neuen Räumlichkeiten begrüßen kann.

Ehemals Edeka-Markt

Das große Gebäude war seit dem Kauf Bläses 2007 verpachtet. Bevor sich zwei Unternehmen einmieteten, war das Gebäude die Heimat des Edeka-Markts. Den verblassten Schriftzug sieht man noch über dem Eingang. Mit dem „roten Punkt“, der Baugenehmigung, erfolgte der Rückbau zum Rohbau.

Im hinteren Bereich wird es eine neue, moderne Backstube und die Konditorei geben. Dazu gesellen sich Lagerräume, Personal- und Sozialräume. Der vordere Bereich wird die Bäckereikundschaft mit einer großen Theke empfangen. Im linken, vorderen Bereich laden dann gemütliche Tische zum Verweilen und zum Genießen der Backwaren ein.

Auch bäckereitypisch-herzhafte Leckereien zur Mittagszeit, etwa Pizza und Salzkuchen, sind dann im Angebot. Das Café mit der großen Bäckereitheke wird rund 150 Quadratmeter Fläche beinhalten.

Bislang präsentiert sich die Traditionsbäckerei, die vor neun Jahren zur Bioland-Bäckerei umstrukturiert wurde, in einem einstigen Bauernhaus. „Wir haben im Keller einen Türsturz mit der Jahreszahl 1872 gefunden“, schildert Mario Bläse. Aufgrund der gegebenen Räumlichkeiten wäre da ein Umbau zu einem schwierigen Unterfangen geworden. „Es ist einfach alles zu eng.“ Im neuen Gebäude gibt es nicht nur viel Platz für neueste Technik und Infrastruktur – der Gasofen wird gegen einen mit Strom betriebenen Ofen umgetauscht, sondern es wird auch nahezu barrierefrei gebaut. Inklusive einer Kundentoilette.

Photovoltaik auf dem Dach

Nachhaltigkeit werde bei Mario Bläse großgeschrieben. Bereits vor neun Jahren strukturierte er die Bäckerei in eine Bioland-Bäckerei um. So mache er auch bei der Energie keine Kompromisse, sondern werde eine Photovoltaikanlage aufs Dach installieren, berichtet er. Inklusive Speicher. So soll zumindest ein Teil des Energiebedarfs in der Backstube selbst erzeugt werden. Dafür bedarf es der Verlegung einer 120-KV-Leitung. Kostspielig allemal. Mit rund 30 000 Euro wird gerechnet.

Keine Hilfe von der Stadt

Enttäuscht ist Mario Bläse darüber, dass es hier keine Unterstützung durch die Stadt Schwäbisch Gmünd gebe. Bläse habe auch vorgeschlagen, eine E-Ladesäule für Fahrzeuge vor seiner Bäckerei zu installieren. Wofür ebenfalls diese Leitung genutzt werden könnte.

Wirtschaftsbeauftragter Alexander Groll und die Stadtwerke beschieden aber nach monatelanger Prüfung eine Absage. „Dabei nennt sich doch Gmünd die klimafreundliche Stadt“, ist Bläse enttäuscht als Unternehmer und Bauherr.

Angesichts wegbrechender Infrastruktur in Lindach, Gastronomie und Läden schlossen in den vergangenen Jahren, sieht er die Bäckerei mit Café als klare Stärkung der örtlichen Infrastruktur. Nachdem auch die Kreissparkassenfiliale zwischenzeitlich geschlossen wurde, wird sich rechts, neben dem Eingang seines Cafés, auch ein entsprechender Bankautomat finden. Und Parkplätze soll es ebenfalls genug geben.

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