Neue Flächen für die größte Schule

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Neubau Hans Baldung Gymnasium
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Aufstockung am Gmünder Hans-Baldung-Gymnasium beendet die langjährige Raumnot. Zwei Klassenzimmer können zu einem Veranstaltungsraum verschmelzen.

Schwäbisch Gmünd. Das Hans-Baldung-Gymnasium ist mit 850 Schülern nun größte Schule in Schwäbisch Gmünd und kann rechtzeitig zum neuen Schuljahr weitere Räume nutzen. Dafür wurde der westlich gelegene Querbau aufgestockt, im zweiten Obergeschoss stehen damit fünf weitere Klassenräume zur Verfügung. Schulleiter Veit Botsch schätzt das ganz besonders: „Ohne weitere Flächen hätten wir das im neuen Schuljahr mit noch mehr Schülern nicht geschafft.“ 2,5 Millionen Euro investiert die Stadt dafür, in der Summe sind weitere Arbeiten enthalten. Der Westbau hat jetzt einen eigenen Aufzug, dazu Verbindungsgänge zum rechtwinklig angeordneten Längsbau.

„Damit sind alle Etagen der u-förmig gebauten Schule barrierefrei erreichbar“, sagt Erster Bürgermeister Christian Baron. Eine Besonderheit, die Veit Botsch schätzt: Zwei Klassenräume sind durch eine Faltwand getrennt und lassen sich für Veranstaltungen zu einem großen Raum öffnen. Ohne Corona-Bedingungen ist Platz für 200 Leute. Dort könnten nicht nur Elternveranstaltungen stattfinden, sondern auch Theater- und Musikaufführungen. Ein Klavier hat die Schule für den kommenden Haushalt schon angemeldet. Das neue Raumprogramm kommt auch dem künftigen Schwerpunkt Informatik, Mathematik und Physik entgegen. Veit Botsch stellt sich schon ein Informatik-Abitur vor.

Die Gebäudeaufstockung beendet auch ein seit Jahren bekanntes Raumdefizit am Hans-Baldung-Gymnasium. Schon seit 2015 fehlen der Schule rund 500 Quadratmeter Fläche. Schwierig wurde die Situation auch durch den Wegfall des als Ganztagesbereichs vom HBG genutzten ehemaligen Kindergartens Spatzennest. Daran erinnert Klaus Arnholdt, Leiter des Amts für Bildung. Er dankt Veit Botsch dafür, dass „die Schule seit Jahren kreativ mit dem vorhandenen Raum umgegangen ist“. Kreativ auch der Umgang mit der Kunst am Bau: Lehrerinnen aus dem Fach Kunst haben sich dafür engagiert und die Idee von Sonja Seelaus realisiert: Im Eingangsbereich ziert das Wappen Hans-Baldung-Griens mit dem Einhorn eine große Wand.

Fast nahtlos gehen Bestandsbau und Aufstockung ineinander über. Dazu trägt auch das neue Treppenhaus bei, das den früheren Aufgang ersetzt. Was der Bestandsbau tragen kann, hat Baustatiker Magnus Forster ermittelt, die Stadt hat sich für eine Leichtbauweise in Holz und mit Flachdach entschieden. Hermann Ocker, Abteilungsleiter des Amts für Gebäudewirtschaft, weist auf die rasche Umsetzung hin. Erst in den Pfingstferien wurde mit dem Bau gestartet. Die termingerechte Fertigstellung zum neuen Schuljahr sei auch möglich gewesen, weil vor allem regionale Firmen zum Einsatz kamen. Lärmintensive Maßnahmen wie der Abbruch des vorhandenen Walmdachs über den Klassenzimmern habe man zum großen Teil in Ferien umgesetzt. Beim Raumkonzept haben die Planer die Besonderheiten des Holzbaus genutzt und die lichte Raumhöhe erweitert.

Und bei der Ausstattung orientierte man sich an der für Schulen aktuellen Möblierung. Holzstühle zählen nicht dazu, sondern formstabile Sitzmöglichkeiten aus Kunststoff. Die Sitzprobe fällt bei Christian Baron positiv aus. „Ein guter Stuhl, aber in die Schule möchte ich trotzdem nicht mehr.“

  • Luftreiniger sind nicht erste Wahl
  • Der neue Klassentrakt am Hans-Baldung-Gymnasium verfügt über ein besonderesLüftungskonzept. Große Lüftungsflügel in Verbindung mitOberlichtfenstern lassen nach Worten des Planers Hermann Ocker eineoptimale Quer- und Durchlüftung zu. Verbrauchte Luft kann nach obenabziehen. Mobile Luftfilter in Schulen sind für die Stadt SchwäbischGmünd nicht die erste Wahl. Das sagt Erster Bürgermeister ChristianBaron. Unterstützt wird er von HBG-Schulleiter Veit Botsch. Dortwurden zwei mobile Lüfter getestet. Im Unterricht hätten sie sichnicht bewährt, zu laut, zu sperrig. Auch die Schulleiterkonferenzwünscht sich nach Worten Christian Barons keine flächendeckendeBestückung mit Luftfiltern. Ganz verzichten wird die Stadt abernicht auf diese Möglichkeit, die Raumluft zu verbessern. „Wirmöchten das auf wenige Räume beschränken, die sich nicht gutlüften lassen.“ Dafür wird ein Konzept erarbeitet, noch in denFerien sollen die nötigen Geräte bestellt werden. Ähnlich verfährtauch die Stadt Aalen. Luftreiniger soll es nur geben, wo andereLüftungsmöglichkeiten versagen. Die Stadt Heubach verzichtet nachaktuellem Stand ganz auf diese technische Unterstützung.
  • Anders sieht dasProfessor Dr. Michael Oberst, Chefarzt am Aalener Ostalb-Klinikum.Die Schwäbische Post zitiert ihn so: „Diese Dinger gehören injedes Klassenzimmer. Denn: Das Lüften verdünnt die Konzentrationnur.“ Durch den Einsatz von Luftfiltern könnten sie dagegeneliminiert werden. Auch langfristig sei die Anschaffung vonLuftfiltern eine wertvolle Investition. „Lüften ist ja schön,aber wenn man zwei Allergiker in der Klasse hat, haben diese stark zukämpfen“, so der Arzt. kust
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