Neue Partnerstadt in Äthiopien: Gemeinsam gegen Klimawandel

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Eine Shoppingmeile in Bahir Dar.
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Wie die Partnerschaft zustande kam und warum das äthiopische Bahar Dir und Schwäbisch Gmünd mit ähnlichen Problemen kämpfen.

Schwäbisch Gmünd

Es sieht so aus, als hätte Schwäbisch Gmünd bald eine neue Partnerstadt: Bahir Dar heißt sie, und liegt im Nordwesten Äthiopiens. Inga Adam, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd erzählt, wie es dazu kam und wie die beiden Städte von der Partnerschaft profitieren sollen.

Zustande gekommen ist die Partnerschaft durch das Projekt "Globale Klimapartnerschaft", bei dem die teilnehmenden Kommunen unter anderem mit Beratungsangeboten und Finanzierungen unterstützt werden. Es sei ein langer Prozess gewesen, an dessen Ende sich das äthiopische Bahir Dar und Gmünd zusammengefunden haben. "Für die Auswahl der Partnerkommune gibt es verschiedene Kriterien", erläutert Adam. "Zum Beispiel die Reformbereitschaft oder die Hilfsbedürftigkeit der Stadt." Aber auch Anknüpfungspunkte und die Arbeit anderer Hilfsorganisationen vor Ort spielen eine Rolle.

Voraussetzungen erfüllt

Dass die Wahl letztendlich auf die 300 000-Einwohner-Stadt Bahir Dar fiel, hatte unterschiedliche Gründe. "Dort ist die notwendige Infrastruktur vorhanden, es gibt auch schon Partnerschaften mit Städten aus den USA und Israel", sagt Adam. Das zeige, dass internationale Arbeit in dem Land bereits eine Rolle spiele. Auch der Naturschutzbund ist in Bahir Dar bereits als Hilfsorganisation tätig.

Ein weiterer Anknüpfungspunkt: In der Stadt gibt es mit dem Institute Of Technology bereits eine Universität. "Wir sehen hier die Chance, gemeinsam, auf Augenhöhe, die Universität mit Leben zu füllen." Im Fokus des Projekts stehe vor allem das Entwickeln eines Handlungskonzepts, um die Städte fit für den Klimawandel zu machen. "Langfristig sollen auch die lokale Wirtschaft und Bürger mit eingebunden werden."

Folgen des Klimawandels

Wir sehen hier die Chance, gemeinsam, auf Augenhöhe, die Universität mit Leben zu füllen.

Inga Adam, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik Schwäbisch Gmünd

Obwohl Gmünd und Bahir Dar so verschieden sind, kämpfen beide zuweilen mit ähnlichen Folgen des Klimawandels. Genauso wie Gmünd vor vier Jahren hat auch Bahir Dar, das an dem etwa 3000 Quadratkilometer großen Tana-See liegt, mit Folgen von Hochwassern zu kämpfen.

Drastische Auswirkungen

Die Auswirkungen in Bahir Dar sind jedoch drastischer: Ärmere Viertel sind durch die Überschwemmungen von Krankheiten bedroht, es gibt außerdem kein Abwassersystem. Auch andere Probleme, wie die Überfischung des Tana-Sees und die damit einhergehende Binnenflucht zeigen die Notwendigkeit von Naturschutz in dem Land.

Nun, am Anfang der Partnerschaft, stehe erst einmal das Kennenlernen im Vordergrund. "Und dass wir uns gegenseitig sagen, was wir uns von dem Projekt erhoffen", ergänzt Adam. Aber sie ist schon sehr positiv gestimmt. "Die Freude ist da. Für Ende Oktober ist auch ein erstes Kennenlernen von Oberbürgermeister Richard Arnold und Amare Alemu, dem Bürgermeister von Bahir Dar, geplant.

Äthiopien ist ein Binnenstaat am Horn von Afrika. Grafik: ca

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