Night of Light macht die Not der Veranstalter sichtbar

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Die rote Beleuchtung des Forums hat gleich zwei Bedeutungen: Einerseits wollen die Veranstalter zeigen, dass sie für ihre Arbeit bluten, andererseits, dass sie gerade ausbluten.
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Die Unternehmer leiden unter der Krise. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion ließen sie das Forum Gold und Silber in Rot leuchten.

Schwäbisch Gmünd

Veranstalter haben's zurzeit nicht einfach. "Die Krise hat uns schwer erwischt", sagt Chris Kittel, einer der Inhaber des Gmünder Veranstaltungsbetriebs Mixtown. "Wir waren die Ersten, die aus dem Geschäft raus waren, und sind die Letzten, die wieder drin sind." Trotz der schwierigen Situation geht es Kittel nicht darum, Lockerungen zu erzwingen, sondern er will auf die Lage der Veranstalter aufmerksam machen.

Um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen, leuchtete das Forum Gold und Silber in der Ledergasse am Montagabend in Gmünd in Rot. Dies hat zwei Gründe: "Einerseits, um zu zeigen, dass wir für unsere Leidenschaft bluten", erklärt Kittel, "anderseits, um zu zeigen, dass wir im Moment ausbluten." Zwar hätten die Hilfsmaßnahmen der Regierung geholfen, ein Normalzustand liege trotzdem in weiter Ferne. "Die Leute wollen immer noch auf Konzerte gehen oder zum Tanzen." Selbst bei entsprechenden Lockerungen rechnet der Veranstalter mit hohen Verlusten. "Mit Abstandsregelungen kann vielleicht ein Fünftel bis ein Siebtel der Gäste auf den gleichen Raum." Bei den gleichen Kosten ein Geschäft, das für Kittel "nicht finanzierbar" ist. Zurzeit sehe es für Veranstalter finanziell besonders schlecht aus. "Im Juni und Juli haben wir ein Viertel unseres Umsatzes, fast sogar mehr. Das fällt jetzt komplett weg", klagt Kittel.

Trotz der schweren Lage möchte Kittel keine Lockerungen mit der Aktion erzwingen. "Mir geht es da wie allen anderen: Ich habe kein Patentrezept, wie es klappt. Wenn es ein sicheres Konzept gäbe, wäre es schon im Umlauf." Ein großes Problem für den Veranstaltungstechniker ist neben finanziellen Einbußen die ungewisse Zukunft. Ein frühes Arbeitsverbot und eine späte Wiederaufnahme des Geschäfts machen Kittel zu schaffen. "Dazwischen ist ein großes Vakuum", sagt Kittel. Durch ein bis Ende Oktober verlängertes Veranstaltungsverbot seien er und sein Team nach wie vor im Unklaren, wann und wie es für sie wieder normal weitergeht.

Die Leute wollen immer noch auf Konzerte gehen.

Chris Kittel, Veranstaltungstechniker

Generell sollte die Aktion eher ruhig verlaufen. "Wir wollen nicht, dass das Ganze Eventcharakter hat", stellt Kittel klar. Die Veranstalter wollen vermeiden, dass sich Zuschauergruppen bilden. Trotzdem gab es für Gmünder, die die Aktion miterlebten, auch etwas für die Ohren: Der Gmünder Komponist Mick Baumeister, der aktuell coronabedingt auf Bali festsitzt, hat für die Aktion Musik komponiert. Allerdings nicht zum Feiern. "Das ist keine Popmusik", erklärt Kittel. Stattdessen handle es sich, typisch für Baumeister, um Filmmusik. "Also eher ruhig mit Klavier", erklärt Kittel. Das Ganze habe den Hintergrund, dass der Komponist zurzeit vergleichbare Verluste erleide wie die Veranstaltungsbranche. "Schließlich werden gerade keine Filme gedreht", sagt Kittel.

Die "Night of Light" gab's auch in Iggingen, Waldstetten und Heubach. Ein weiterer Bericht folgt.

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