OB beklagt zu viel Impf-Bürokratie

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Das Impfzentrum in der Schwerzerhalle bleibt vorerst bestehen. Dort laufen schon bald die Zweitimpfungen gegen Corona. OB Richard Arnold (rechts stehend) und Bürgermeister Christian Baron beim Abschluss der ersten Impfrunde am Samstag.

Zum Abschluss der Erstimpfung von über 80-Jährigen im Gmünder Impfzentrum nennt Richard Arnold Versäumnisse der Politik.

Schwäbisch Gmünd

Vor dem Eingang in die Schwerzerhalle warten auch an diesem Samstag mehrere ältere Menschen. Sie hoffen darauf, am Ende des Impftages eine Dosis Impfstoff gegen Corona zu erhalten, die sonst übrig bleiben würde. Das kommt seit Beginn der Impfkampagne für über 80-Jährige im kleinen Gmünder Impfzentrum vor, weiß Renate Wahl, die wie Carmen Bäuml organisatorisch im Hintergrund steht und ausbleibenden Impfwilligen auch nachtelefoniert.

Seit Samstagnachmittag sind in Schwäbisch Gmünd und Waldstetten alle über 80-Jährigen mindestens einmal geimpft – sofern sie sich für einen Termin gemeldet haben. Die Stadtverwaltung und die Gemeindeverwaltung – das Impfzentrum wurde von den beiden Kommunen gemeinsam genutzt – haben alle Bürgerinnen und Bürger angeschrieben und ihnen einen Impftermin vorgeschlagen. "Leider hat uns das Land die Auskunft verweigert, wer schon geimpft ist", sagt Erster Bürgermeister Christian Baron. So hätten sich manche gewundert, dass sie zur Impfung eingeladen werden. Letztlich haben 1425 zugesagt, zur Impfung in die Schwerzerhalle zu kommen. 67 lehnten ab, verzichten auf eine Impfung, 381 waren schon geimpft, weitere 147 haben einen Impftermin in einem Kreisimpfzentrum oder wollen sich jetzt darum bemühen. Für 16 Menschen kam eine Impfung nicht infrage, weil sie in den vergangenen sechs Monaten an Covid-19 erkrankt waren. Und Manche setzen andere Schwerpunkte. "Eine Frau hat den angebotenen Termin abgelehnt mit der Begründung, da schon einen Friseurtermin zu haben", weiß Christian Baron.

Das Angebot in der Schwerzerhalle sollte den Senioren die oft Nerven aufreibende Anmeldeprozedur am Telefon oder im Internet ersparen. "Das haben viele Betroffene dankend angenommen", weiß Oberbürgermeister Richard Arnold. Der Ablauf der Impfkampagne in Deutschland hätte aus seiner Sicht reibungsloser laufen können. "Jede Kommune weiß doch, wer da wohnt und wie alt ist", sagt er. Statt der komplizierten Anmeldung hätte man alle Leute schriftlich zum Impftermin einladen können. Nun sei das Impfen mit viel zu viel Bürokratie verbunden.

Wir starten hier in zwei Wochen mit der Zweitimpfung.

Christian Baron, Erster Bürgermeister

Hätte man die Kampagne den Städten und Gemeinden und dann noch in Verbindung mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort organisiert, "wären wir jetzt auch schon weiter". Kleinere und dezentrale Impfzentren kämen nicht nur den Menschen entgegen, dort lasse sich auch nicht verbrauchter Impfstoff viel rascher an andere Bürgerinnen und Bürger verteilen. "Immer nach dem Aloisle-Prinzip", so der Oberbürgermeister. Angefangen habe man mit sechs Hundertjährigen in Gmünd. Dann seien die Termine Jahrgang um Jahrgang angeboten worden. Christian Baron schätzt das große Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die in der Organisation und Betreuung vor Ort waren und das dreiköpfige Ärzteteam unterstützt haben.

Der wirklich letzte Impftag in der Schwerzerhalle war das aber nicht. "Wir starten hier in zwei Wochen mit der Zweitimpfung für die über 80-Jährigen", sagt Christian Baron. Deshalb bleibe die Einrichtung mit den drei Impfstraßen auch bestehen.

"Nach wie vor steht unser Angebot an die Kreisärzteschaft, die Impfstraßen auch niedergelassenen Ärzten zur Verfügung zu stellen", sagt Richard Arnold. Vorsitzender Dr. Erhard Bode habe signalisiert, dass bei so geringer Zahl von Impfdosen je Praxis eine Nutzung des Impfzentrums für einzelne Ärzte nicht nötig sei.

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