Oberbürgermeister sieht Aspen als Zugpferd für Raum Gmünd

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Zwischen dem Industriegebiet Gügling, Bargau und Buch liegt die Fläche, mit der Gmünd zur Modellregion für Wasserstofftechnologie werden will. OB Richard Arnold erläuterte den Stadträten am Mittwoch den aktuellen Stand.
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Verwaltung erläutert den Stadträten den aktuellen Stand der geplanten Modellregion für Wasserstofftechnologie.

Schwäbisch Gmünd

Wir müssen lauter werden", gab Oberbürgermeister Richard Arnold am Mittwoch den Stadträten des Verwaltungsausschusses mit auf den Weg. Was das Stadtoberhaupt damit meinte: Stadt, Region, Unternehmen, Gewerkschaften, Stadträte und Forschungseinrichtungen sollen in Stuttgart für den Gewerbepark Aspen zwischen dem Gügling und Bargau werben, um auf Ostwürttemberg aufmerksam zu machen und den Fuß in die "aktuell zwölf Förderprogramme" im Bereich Wasserstofftechnologie zu bekommen. Denn Aspen, für Arnold eine "konkret gewordene Vision", werde "für den Raum Gmünd das Zugpferd werden".

Gemeinsam mit Alexander Groll, Gmünds Wirtschaftsbeauftragtem, erläuterte Arnold den Stadträten den aktuellen Stand bei dem geplanten Technologiepark, mit dem Gmünd Modellregion für Wasserstofftechnologie werden will. Der Oberbürgermeister forderte, jetzt den Blick auf die Zeit nach der Pandemie zu richten. Und auf den Strukturwandel. Andere Länder seien mit Hochdruck dabei. Mit den Oberbürgermeistern von Aalen, Ellwangen und Heidenheim, Thilo Rentschler, Michael Dambacher und Bernhard Ilg, und mit Landrat Dr. Joachim Bläse sei er dabei, eine "regionale Transformationsstrategie zu entwickeln". Diese wolle er nach der Landtagswahl in Stuttgart und vor der Bundestagswahl in Berlin präsentieren. Denn was Arnold stört: dass Fördergelder aus Stuttgart nach Freiburg, Karlsruhe und Tübingen fließen oder in Stuttgart bleiben, nicht aber nach Ostwürttemberg. "Wir sind in Stuttgart nicht ausreichend auf dem Schirm", sagte der OB. Wie dies besser funktionieren kann, erläuterte Groll am Beispiel Magna. Der Hersteller von Lastwagentanks auf dem Gügling hat sich bereits beim 300-Millionen-Programm des Landes für eine Förderung der Entwicklung von Wasserstofftanks beworben.

Wir sind in Stuttgart nicht ausreichend auf dem Schirm.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Mit Aspen soll Ostwürttemberg in Stuttgart präsenter werden. Der Gemeinderat hat dem Technologiepark im Dezember zugestimmt. Nach der Berichterstattung hätten sich Firmen bei der Stadt und bei der Industrie-und Handelskammer IHK gemeldet, die an Aspen interessiert sind, berichtete Groll. Dies seien auch Firmen aus dem Raum Gmünd, eine davon in Eschach. Groll nannte auch den Autozulieferer Voestalpine, mit dessen Zentrale in Linz er und der OB gesprochen hätten. Hofft die Stadt nach wie vor auch auf das Interesse namhafter Lastwagenhersteller unter anderem aus dem Raum Stuttgart, so hält sie es für möglich, mit den bereits interessierten Firmen ein "Wasserstoffcluster" im Technologiepark Aspen zu bilden. Wichtig sind laut Groll neben den interessierten Firmen Fläche, Forschung und Fachkräfte. Bei der Forschung setzt die Stadt hauptsächlich auf das Forschungsinstitut für Edelmetall und Metallchemie FEM, für Groll ein "Thinktank bei der Wasserstofftechnologie". Mit im Boot sieht der Wirtschaftsbeauftragte aber auch die Hochschule Aalen.

Bei der Fläche hält Arnold die Solaranlage auf dem Gügling, den Windpark bei Lauterstein und die Biogasanlage in Buch als "Vorteil" für Aspen. Denn so könnte der Technologiepark komplett durch erneuerbare Energie betrieben werden. Die Gespräche mit den Besitzern der Aspen-Grundstücke liefen gut, sagte Arnold. Die Stadt hat für deren Erwerb im Haushalt 2021 zwölf Millionen Euro vorgesehen. Dennoch unterstrich der OB, dass er sich um Stuttgart und die Verteilung von Fördermitteln "Sorgen" mache. Weshalb er den Stadträten sagte: "Da brauche ich Sie." Unterstützung sagte ihm sogleich Christian Krieg für die CDU zu und Linke-Stadtrat Alexander Relea-Linder für die IG Metall. Der Gewerkschaftssekretär verwies darauf, dass mit dem Arbeitsplatzabbau bei Voestalpine, Ritz und Ebertshäuser "eine Perspektive für den Ostalbkreis wichtig" sei.

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