Öko-Wohnungsbauprojekt mit 300 Wohnungen entsteht auf dem alten TSB-Sportplatz

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Ecco-Village: Gepante Bebauung in der Buchstraße
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In Holzbauweise und energetisch nahezu autark: Auf dem alten TSB-Sportplatz in der Buchstraße soll bis 2024 eine ökologische Vorzeigesiedlung entstehen, die mit Wasserstoff heizt.

Schwäbisch Gmünd

Elf Gebäude mit 300 Wohnungen für rund neue 600 Bewohner: Das soll bis 2024 auf dem früheren TSB-Sportplatz in der Buchstraße entstehen – als ökologische Vorzeigesiedlung in Holzbauweise, die beim Energiebedarf nahezu autark ist. Den Bauantrag hat der Projektentwickler, die thallos AG aus Stuttgart und Tübingen, am Freitag bei der Stadt eingereicht.

Baugenehmigung im Frühjahr, Spatenstich im Juni oder Juli – so stellt sich Gmünds Stadtentwickler Gerhard Hackner die weiteren Schritte vor. „Der Einzug wäre Mitte 2024“, sagt Hackner, denn Architekt Heiko Ostmann geht von einer Bauzeit von eineinhalb Jahren aus. „In herkömmlicher Bauweise wären das zweieinhalb bis drei Jahre“, sagt Ostmann.

Die Zeitersparnis gelingt dank der Holzbauweise. „Wir verzichten wo nur möglich auf Beton“, sagt Ostmann – auch weil dessen Herstellung extrem viel CO2 freisetzt und Beton nicht recycelbar ist. In der Bauweise und der Energieversorgung soll die neue Siedlung gleichermaßen ökologisch vorbildlich sein. „Wir wollen den höchsten Standard erreichen“, sagt Ostmann.

Im Sommer soll auf den Gebäuden durch Photovoltaik mehr Strom erzeugt als verbraucht werden. Mit dem überschüssigen Strom wird Wasserstoff erzeugt, der für die Wärmeenergie sorgt, auch noch im Winter. „Das Herzstück ist eine wassergekühlte Brennstoffzelle mit 50 Kilowatt“, sagt der Gmünder Energieberater Stefan Preiß, der das Konzept erarbeitet hat.

Um Wohnen für alle Generationen auf dem Areal zu haben, gibt es vier verschiedene Gebäudetypen. Vom Ein-Zimmer-Apartment bis zu großen Familienwohnungen sind alle Größen vertreten, auch seniorengerechte Wohnformen sind in einem Gebäude geplant.

Geparkt wird abseits, auf dem bisherigen uwe-Areal entsteht das zentrale Parkhaus mit rund 200 Auto- und mehr als 300 Fahrradstelllplätzen. Auf eine Tiefgarage unter ihren Gebäuden müssen die Bewohner verzichten. „Wer ökologisch bauen will, darf keine Tiefgarage mehr bauen“, sagt Ostmann – zu viel Beton, zu viel versiegelte Fläche.

Geplant sei „hauptsächlich Mietwohnungsbau“, sagt thallos-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Braun. Auf dem zweiten Baufeld, dem uwe-Areal, könne er sich später Eigentumswohnungen vorstellen. Und Braun verspricht, dass der Modell-Charakter des Projekts sich nicht in Form außergewöhnlich hoher Mieten niederschlägt. „Die Mietpreise werden sich am Mietspiegel in Gmünd orientieren.“ Und es lohne sich auf die „zweite Miete“, die Energiekosten zu schauen. Die sollen für die Bewohner des Wohnungs-Komplexes einen Vorzug darstellen. „Wir erzeugen die Kilowattstunde Strom für 10 Cent, und das auf 20 Jahre“, sagt Stefan Preiß. Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland liegt bei über 30 Cent pro Kw/h.

Auf das besondere Projekt in seiner Stadt freut sich auch Oberbürgermeister Richard Arnold: „Es ist Architektur von Welt, regional realisiert.“ Und Braun fügt hinzu: „Das ist ein Leuchtturmprojekt, es gibt nichts vergleichbares in Deutschland.“ Das werde Folgen haben, glaubt Architekt Ostmann: „Es werden Leute hierherkommen und sich das Projekt anschauen – nehmen Sie mich beim Wort.“

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Ein weiterer Gebäudetyp.

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