Online-Studium fürs Programmieren

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Um eigenverantwortliche zu lernen, braucht man Disziplin und starke Motivation. Der Austausch mit anderen Studierenden bei den Projektaufgaben wird bei „42“ gefördert und gefordert.ÌFoto: privat

Schulewirtschaft Schwäbisch Gmünd hatte den Geschäftsführer von „42 Heilbronn“ zu einem Online-Vortrag geladen. In dieser Programmierschule lernen die Studierenden selbstständig am Computer.

"Programmieren lebt von Kreativität.“

Thomas Bornheim, 42 Heilbronn

Schwäbisch Gmünd

Gast einer Online-Veranstaltung des Netzwerks „Schulewirtschaft Schwäbisch Gmünd“ war dieses Mal Thomas Bornheim, Geschäftsführer von „42  Heilbronn“, einer privaten Programmierschule. Er gab einen Einblick in die Strukturen, in das Lernmodell und in die Ziele der Schule.

Was mit der Programmierschule „42“ in Paris begonnen hatte, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Bildungsbewegung mit 42 Schulen in 25 Ländern und 15 000 Studierenden.

Das Lernmodell „42“ setzt auf selbstständiges Lernen am Computer und den Austausch mit anderen Studierenden. Gelernt wird anhand von Projektaufgaben, die mithilfe von Google und den Mitstudierenden gelöst werden. Lehrkräfte oder Professoren gibt es nicht, auf Stundenpläne, Bücher und Klassen wird verzichtet.

Eine Zertifizierung als Hochschule liegt ebenso wenig vor. „Warum kommen Studierende an diese Schule?“, so die Frage der Lehrkräfte und Ausbilder von Schulewirtschaft. Thomas Bornheim berichtet von motivierten Studierenden im Alter zwischen 18 und 58 Jahren, die das offene Lernmodell und das praxisorientierte Lernen einer Hochschule vorzögen. „Programmieren lebt von Kreativität. Dafür wurden in Heilbronn die Räume und Rahmenbedingungen geschaffen. Auf Abschlüsse wird verzichtet.“

Für viele offen

Bewerben können sich Menschen mit und ohne Abitur, Berufstätige, Erwerbslose sowie Studenten. Ein dreiwöchiges Aufnahmeverfahren entscheidet über ihren Verbleib. Die dreijährige Bildungszeit beinhaltet 250 Projektaufgaben und zehn bis zwölf Monate Praktikum in Unternehmen. Für ihre Spezialisierungsphase wählen die Studierenden eine fachliche Richtig, etwa Künstliche Intelligenz (KI), grafische oder praktische Programmierung.

Die gemeinnützige Programmierschule wird von der Dieter-Schwarz-Stiftung gefördert. Die Nachfrage vonseiten der Bewerberinnen und Bewerber sei groß, deshalb sei eine Vergrößerung von zurzeit 120 auf langfristig 600 Lernende geplant. Von Unternehmensseite seien die Absolventinnen und Absolventen als KI-Spezialisten, Softwareentwickler, IT-Sicherheitsexperten, Videospiele- und Web-Entwickler gefragt. Abschließend interessierte die Vorsitzenden von Schulewirtschaft Gmünd, Andres Nebert, Dr. Doris Pfleiderer und Daniela Maschka-Dengler, ob sich dieses Lernmodell auch für Grund- und weiterführende Schulen eigne. Bornheim verneinte. „Dieses Modell funktioniert nur bei Erwachsenen, die sehr motiviert sind und mit Freude und Spaß lernen“.

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