"Ostern ändert alles"

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„Ostern ändert alles, wir haben gegenüber dem Tod nicht mehr das Nachsehen und sind Nachfolger dessen, der die Angst überwunden hat“, sagte Pfarrer Reiner Kaupp.
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Pfarrer Reiner Kaupp erinnerte beim Ostergottesdienst in der Augustinuskirche am Sonntag daran, dass Gottes Pläne mit uns nicht am Grab enden.

Schwäbisch Gmünd

Mit Hilfe des Schmetterlings zog Reiner Kaupp einen schönen, frühlingshaften Vergleich: Der Pfarrer setzte Jesu Verwandlung zu Ostern mit dem Wandel von Raupe zum Falter gleich. „Ostern ändert alles“, sagte der evangelische Geistliche beim Gottesdienst in der Augustinuskirche am Sonntagvormittag.

Gut 50 Besucherinnen und Besucher feierten den Gottesdienst mit und erlebten den Altarraum zunächst ohne Kerzenschein. „Ostern beginnt in der Stille und Dunkelheit“, erklärte Pfarrer Kaupp und erinnerte an die Frauen um Maria Magdalena, die voller Trauer zum Grab von Jesus kamen. „Doch dann ging die Sonne auf.“ Nun zündete Kaupp die Kerzen an. Mit der Erkenntnis, dass Jesus auferstanden war, hätten die Frauen eine neue Perspektive für ihr Leben bekommen. Aus dem Ende des Einen sei ein neuer Anfang für alle geworden. „Trotz Pandemie und Krieg ist unsere Welt zum Leben bestimmt“, sagte der Pfarrer, „das ist die heutige Botschaft“.

Feierlich-beschwingte Musik trugen Dozent und Musiker Hubert Hegele an der Posaune und Bezirkskantor Thomas Brückmann an der Orgel bei. Sie begleiteten die Gesangstücke, umrahmten den Gottesdienst aber auch mit schönen Duetten. 

In seiner Predigt ging Pfarrer Kaupp erneut auf die Szene vom Ostermorgen aus dem Matthäus-Evangelium ein, die Kirchengemeinderätin Christine Blaschczok zuvor vorgelesen hatte. Wie Maria Magdalena und die anderen Frauen in Trauer zur Grablege gelaufen sind, laufe auch ein Trauerzug auf dem Friedhof. „Immer gehen wir bedächtig und langsam, darin sind wir uns ohne Absprache einig.“ Denn die Trauer mache die Beine schwer, weil man dem endgültigen Abschied entgegengehe.

„Vom Grab weg gehe ich dann oftmals schnell.“ Weil es ihn unbewusst zurückziehe zum Leben, weg vom Grab. Ebenso taten es die Frauen um Maria Magdalena, nachdem ihnen der Engel die Auferstehung Jesu verkündet hatte. „Sie gingen mit Furcht und großer Freude, denn es ist nicht einfach zu fassen, was für eine große Verwandlung gelungen war.“ Diese Mischung aus Furcht und Freude sei die Mixtur aus Himmel und Erde, die man in Osterträumen erlebe. „Ostern ändert alles“, betonte Pfarrer Kaupp noch einmal. Karfreitagsschreck weiche Osterlachen, Todesangst werde zu Lebenslust und Grabgesang zur Siegeshymne. „Wir haben gegenüber dem Tod nicht mehr das Nachsehen und sind Nachfolger dessen, der die Angst überwunden hat.“

Trotzdem bleibe uns der Abschiedsweg nicht erspart. „Doch wir sollen wissen, dass dieser Weg keine Einbahnstraße ist.“ Die Nachricht Gottes sei, dass seine Pläne mit uns nicht am Grab enden. Diese Erkenntnisse ändere hoffentlich auch unseren Umgang miteinander. Dass man nicht weg und auf und davon laufe, sondern „drauf zu, drauf los“, so der Pfarrer. „Dann werden wir Schmetterlingserfahrung sammeln und Blütenträume entdecken, weil wir Gottes Entgegenkommen spüren.“

Besonders in der derzeitigen Weltlage, ergänzte Kaupp. In den Fürbitten sprach er den Krieg in der Ukraine deutlich an. „Herr, schaue in die kalten Herzen der Aggressoren und bewege sie zur Umkehr.“ Er betete für die Toten und Verletzten und für die Menschen, die auf der Flucht sind oder in den belagerten Städten ausharrten. „Verbinde uns mit den Menschen, die sich Frieden wünschen.“

Trotz Pandemie und Krieg ist unsere Welt zum Leben bestimmt."

Reiner Kaupp,, Pfarrer

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