„Ostern ist Aufstand fürs Leben!“

+
Alter neuer Anblick: Das Münster war nach zwei Corona-Jahren endlich wieder gut bestzt bei der Ostermesse.
  • schließen

Schwäbisch Gmünd. Das Heilig-Kreuz-Münster war voll besetzt. Das war diesmal wörtlich zu nehmen, denn Abstand war nicht mehr geboten, aber Maskenpflicht beim feierlichen österlichen Hochamt mit Segnung der Osterspeisen.

Kirchenmusikdirektor Stephan Beck eröffnete mit gewaltigen Orgelklängen. Aggressiv, mit tiefen dominanten Tönen in langen Intervallen die Einstimmung. Wie ein Klangbild der Ereignisse der Karwoche in komprimierter Form, die dann in den erlösenden Klängen des Münsterchores in „Christ ist erstanden“ mündeten.

Mit „Auch wir haben uns auf den Weg zur Kirche, zum Ostergottesdienst gemacht“, richtete Dekan Robert Kloker den Blick von Friedensmärschen und dem Gang der Jünger auf die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes. Ostern, so Kloker, sei Aufstand fürs Leben. Darauf folgte ein Chorgesang, der hoffnungsfroh jubilierend gemeinsam mit den großartigen Stimmen von Solisten den Kirchenraum füllte.

In seiner Predigt stellte Dekan Kloker die Frage, ob in der aktuellen Situation ein österliches Halleluja angebracht sei. Was gäbe Anlass, dennoch zu feiern? Jesu Anhänger waren seinerzeit in Schockstarre, so Kloker, dass ein Gottgesandter so leiden musste. Der Beginn der Freude sei später eingetreten. Erst als alle Mosaiksteine des österlichen Geschehens sich verdichteten, fand das Halleluja Ausdruck in Liedern. Was aber, fragte der Dekan, kann heute angesichts von Corona und Ukraine-Krieg Anlass zur Freude sein?

Es sei die Gewissheit, dass Gott nicht tot zu kriegen ist. Dass Gott über Macht- und Geldgier siege und über Gewalt. Die Gewissheit, dass das Leben in Gottes Hand liegt, getragen durch die eigene Umkehr und die vieler von Jesus überzeugten Menschen, von der Auferstehung als Zeichen der Hoffnung. Das Osterhalleluja 2022 sei verhaltener, doch in schwerer Zeit sei es gut, etwas zu haben, was hoffen und leben lässt.

Mit mächtigen trostvollen Klängen untermalte Stephan Beck das Abendmahl. Auch den Gemeindegesang begleitete die Orgel, war nicht nur führend, sondern bestimmend und vorwärts treibend.

Als Ausgangsmusik interpretierten Chor und Orchester das Halleluja aus Georg Friedrich Händels „Oratorium Messiah“. Dekan Robert Kloker dankte allen Mitwirkenden für diese erste feierliche Ostermesse nach drei Jahren, in der Passagen von Wolfgang Amadeus Mozarts „Missa in C“, auch „Spatzenmesse“ genannt, zu hören waren. An der Orgel neben Stephan Beck Patricia Vogel. Der Münsterchor, so Kloker, habe sich um namhafte Solisten und Solistinnen erweitert.

Am 24. Juli werden Münsterchor, Münsterorchester und die Solisten Johanna Pommeranz, Susanne Wiker, Steffen Barkawitz und Thomas Scharr im Rahmen des Festival Europäische Kirchenmusik wieder zu hören sein. Dann mit Felix Mendelssohn Bartholdys oratorischen Kantate „Lauda Sion“.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare