Parkgebühren am Himmelsgarten - Kaum mehr Beschimpfungen

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Parkgebühren Himmelsgarten
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Die Parkgebühren am Himmelsgarten sind inzwischen akzeptiert. Ab nächstem Jahr kassieren Automaten täglich.

Schwäbisch Gmünd

Zwei Euro fürs Parken? Diese Regelung, die die Stadt vor ein paar Monaten für die Parkplätze am Himmelsgarten an Wochenenden eingeführt hat, sorgte anfangs für Empörung und massive Proteste vieler Autofahrer. Darunter zu leiden hatten die Ehrenamtlichen, die diese Parkgebühren kassieren sollten. Inzwischen, berichten diese Betroffenen, hat sich der Ärger fast vollständig gelegt. Und ab dem nächsten Frühjahr müssen Parkplatzsuchende am Himmelsgarten ihre Gebühr sowieso nicht mehr einem Ehrenamtlichen geben, sondern einem Parkscheinautomaten. Dann gilt die Gebührenpflicht allerdings auch täglich.

Das kündigt Carmen Bäuml an. Sie ist in der Stadtverwaltung zuständig für den Einsatz der derzeit rund 100 ehrenamtlichen Helfer. Und als die dafür eingeteilt wurden, am Himmelsgarten Parkgebühren zu kassieren, fragte sie sich, ob man den Leuten, die sich freiwillig für die Gemeinschaft einsetzen, das zumuten konnte. Häufig wurden sie angegangen, übel beschimpft. „Das hat die Ehrenamtlichen sehr belastet“, erinnert sich Bäuml. Doch inzwischen seien Ausfälligkeiten die absolute Ausnahme Die meisten Besucher hätten, wenn sie bei den ehrenamtlichen Parkplatzwächtern vorfahren, die zwei Euro schon passend parat. Wobei Carmen Bäuml anmerkt: „Zwei Euro für einen Tag parken, das ist wirklich nicht viel.“

Polizei kontrolliert

Rund 15 „ihrer“ Leute hat Carmen Bäuml fürs Gebührenkassieren am Himmelsgarten eingesetzt, oft die gleichen, damit diese eine Routine entwickeln, Einer von ihnen ist Michael Riegel und er bestätigt Bäumls Eindruck: Anfangs sei es „ganz schlimm“ gewesen, „Halsabschneider“ und ähnliches bekamen er und seine Kolleginnen und Kollegen zu hören. Doch inzwischen habe sich das sehr gelegt. Nur wenige Besucher wollten es immer noch nicht wahrhaben, dass sie am Wochenende Parkgebühren bezahlen sollen - obgleich am Himmelsgarten gerade an schönen Wochenenden oft „die Hölle los“ sei. Manche drehten erbost ab und versuchten es dann auf dem Parkplatz des nahen Friedhofs. Doch auch da hätten sie immer häufiger Pech, denn die Ortspolizei kontrolliert die Einhaltung der Parkregelungen nach seiner Wahrnehmung stärker.Und der Friedhof-Parkplatz ist für dessen Besucher reserviert.

Dank den vielen, die ihre Gebühr mittlerweile ohne Gemecker entrichten, macht Michael Riegel der Parkplatz-Dienst „richtig Spaß“. Er und seine Kollegen können den Besuchern auch Tipps über den Himmelsgarten hinaus geben und erleben viel Dankbarkeit dafür; manchmal gebe es sogar Trinkgeld. Familien mit Kindern zum Beispiel weise er auf die Murmelbahn hin - und dass sie Kleingeld für die Murmel-Automaten bereithalten sollten. Er macht Besuchern, die oft sogar aus anderen Bundesländern kommen, Vorschläge, was sie in der Innenstadt noch besichtigen können und wie sie dorthin kommen. Viele ältere Menschen, so seine Erfahrung, machen gerne den Abstecher über den Salvator. Sie bekommen natürlich auch den Hinweis auf die dortige Klause. Und natürlich weist er auch auf den Bus hin, der die Spaziergänger wieder auf die Wetzgauer Höhe zurückbringt.

Saison endet bald

Riegel kennt sich aus in den Angeboten für auswärtige Besucher. Der Ehrenamtliche fährt ab und zu auch im E-Zügle durch die Innenstadt mit, tut Dienst bei den Öffnungen des Königsturms oder arbeitet an der Eisbahn mit. „Meine Chefin“, wie er Carmen Bäuml nennt, wisse, dass sie ihn vielseitig einsetzen kann. Wie die vielen anderen Ehrenamtlichen auch, die für die Stadt inzwischen zu einem wichtigen Imageträger geworden sind. Am Himmelsgarten hat ihre Truppe am 3. Oktober den letzten Einsatz, dann endet dort die Saison, sagt sie. Aber die nächste Aufgabe für die Männer und Frauen in den markanten grünen Polo-Shirts ist schon in Sicht: Am 30. Oktober ist Gartentag im Erdenreich.

Das macht richtig Spaß.“

Michael Riegel, über den Ehrenamts-Dienst
Dass Parken am Himmelsgarten an Wochenende was kostet, akzeptieren inzwischen die meisten Besucher.
Michael Riegel arbeitet wie derzeit rund 100 andere Ehrenamtliche in vielen Funktionen für die Stadt. Unter anderem kassiert der Parkgebühren am Himmelsgarten.

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