Parkhaus Remsgalerie liegt in Sachen Barrierefreiheit vorn – sonst besteht in Gmünd Nachholbedarf

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Der Zugang zum Fahrstuhl im Gmünder Parkhaus Remsgalerie schneidet beim Test des Auto Clubs Europa sehr gut ab. Dieser ist barrierefrei zugänglich mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen.

Ein Gmünder Parkhaus schneidet beim Check des Auto Clubs Europa (ACE) gut ab, Verbesserungspotenzial gibt es allerdings in allen vier überprüften Parkhäusern der Stadt.

Schwäbisch Gmünd. Vier Gmünder Parkhäuser standen auf der Liste des örtlichen ACE-Kreisverbands bei dessen Initiative „Barrierefrei besser ankommen!“ Im Rahmen der Clubinitiative überprüft der Auto Club Europa (ACE) deutschlandweit Parkhäuser auf Barrierefreiheit. „Am besten ist die Parksituation für mobilitätseingeschränkte Menschen wie zum Beispiel Rollstuhlfahrende, Verkehrsteilnehmende mit Rollator und auch mit Kinderwagen im Parkhaus Remsgalerie“, erklärt der ACE-Kreisvorsitzende Gerhard Reimer. „Positiv aufgefallen sind uns dort insbesondere der Zugang zum Fahrstuhl und die gut ausgeschilderten Behindertenparkplätze.

Vor allem bei barrierefreien E-Lademöglichkeiten gibt es noch Luft nach oben.“

Gerhard Reimer, ACE-Kreisvorsitzender

Wünschenswert wären ein barrierefreier Kassenautomat und E-Lademöglichkeiten, die auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar sind. Hierbei spielt vor allem die Höhe, in der diese Einrichtungen angebracht sind, eine wichtige Rolle, aber auch der Platz, der vor diesen Gerätschaften zur Verfügung steht“, erläutert der Gmünder Stadtrat Tim-Luka Schwab, der die ACE-Aktion begleitete und die Erkenntnisse in seine kommunalpolitische Arbeit einfließen lassen will. „Vor allem bei barrierefreien E-Lademöglichkeiten gibt es noch Luft nach oben.“

Im Parkhaus Parlermarkt gibt es einen gut ausgebauten, barrierefreien Zugang, allerdings keine Behindertenparkplätze. Hier könnte man mit einer anderen Bodenmarkierung schnell Abhilfe schaffen. "Uns ist klar, dass nicht alle Verbesserungsmöglichkeiten schnell umgesetzt werden können. Wir wollen aufzeigen, was für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gemacht werden kann, damit dies bei künftigen Planungen und Sanierungen berücksichtigt wird“, so der ACE-Kreischef Reimer. Neben den Parkhäusern Remsgalerie und Parlermarkt standen auch das City-Parkhaus (9 von 16 möglichen Punkten) und das Fehrle-Parkhaus (7 Punkte) auf der Liste des Autoclubs. Menschen mit mobilen Einschränkungen haben es laut ACE derzeit noch deutlich schwerer, Verkehrswege barrierefrei und sicher zu nutzen.

Gesetzliche Vorgabe

Dass die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 vollständig barrierefrei sein muss, ist in Deutschland gesetzlich fixiert. Dagegen sind aber laut ACE nur 50 Prozent des gesamten Straßen- und Wohnumfelds heute frei von Barrieren: Treppen ohne Rampen, fehlende oder defekte Fahrstühle, zu enge oder zu wenige barrierefreie Parkplätze sind trotz Vorgaben und Versprechungen noch immer vielerorts zu finden. Genau dort setzt die ACE-Clubinitiative an, legt den Finger in die Wunde und will Lösungen anstoßen. Denn individuelle und barrierefreie Mobilität müsse für alle selbstverständlich werden.

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