Perücke und Topfreiniger am Baum

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Viele Kinder bereicherten am Freitagnachmittag den Baumschmuck in den Schmiedgassen noch. Das freute nicht nur BIWAQ-Leiterin Christine Hüttmann (links).ÌÌFoto: HOJ
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Nach zögerlichem Start hat die Weihnachtsbaum-Schmückaktion in den beiden Schmiedgassen kreative Fahrt aufgenommen.

Schwäbisch Gmünd

Zahnbürste, Topfreiniger oder Briegel als Weihnachtsbaumschmuck: Der Aufruf zum Baumschmücken in den Schmiedgassen hat nach anfänglichem Zögern noch sehr kreative Fahrt aufgenommen. Die Friseursalons Hofielen und Trend zum Beispiel haben Baumschmuck von der Perücke bis zum Lockenwickler eingebracht. Madeleine Bazzano vom Café Mikro hat einen Baum mit den typischen Milchdöschen geschmückt. Und Zahnarzt Eberhard hat Zahnbürsten aufgehängt.

Verhaltener Start

Christine Hüttmann leitet das städtische Projekt BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier), das die Anwohner, Ladeninhaber und Wirte in den Schmiedgassen aufgefordert hatte, die dort aufgestellten Weihnachtsbäume zu verschönern. Um das Ergebnis zu sehen, war am Freitag ein Kamerateam des Senders „regio-TV“ angereist. Die Kameraleute konnten aufnehmen, wie Kinder des städtischen Kinderhauses Goethestraße, des Kreativ- und Bildungszentrums KAPS und des Jugendtreffs Ost weitere Bäume schmückten.

Christine Hüttmann räumt ein, dass die Reaktion auf den Schmück-Aufruf anfangs verhalten war. „Wir mussten Klinken putzen“, sagt sie. „Ihr könnt schmücken, mit was ihr wollt“, habe sie den Anwohnern gesagt. Wichtig war ihr vor allem, dass die selbst aktiv werden. Schließlich sei es das Ziel von BIWAQ, Stadtquartiere und deren Bewohner zu aktivieren.

Inzwischen ist sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und viele Schmiedgässler offensichtlich auch. „Toll, auf was für Ideen die Leute kommen“, findet Jürgen Stemke von der gleichnamigen Bäckerei. Melanie Keutschegger von der Second-Hand-Boutique Kokon ist froh über die Initiative, die Menschen in die Gassen ziehe und den Händlern gerade in der Pandemie helfe. Sie hat ihre Enkelin aufgefordert, Kleider aus Pappe zu basteln und auf die Bäume zu hängen.

Und Christine Hüttmann hofft, dass die vielen Ideen nicht wieder rasch geklaut werden.

Ihr könnt schmücken, mit was ihr wollt.“

Christine Hüttmann, zu den Einzelhändlern
  • Mehr Licht und mobile Bäume
  • Fürs nächste Jahr hat Christine Hüttmann bereits weitere Ideen für die Schmiedgassen. Unter anderem soll die Beleuchtung aufgewertet werden - nicht nur zu Weihnachten. Auch dabei möchte sie die Anwohner mitnehmen. Im Sommer soll die Outlet-Aktion des Handels- und Gewerbevereins wiederholt werden. Und auch die mobilen Bäume, die im Sommer schon in der Gmünder Innenstadt standen, sollen wiederkommen. Übrigens: Auch Gruppen, zum Beispiel Anwohner einer Gasse, , können sich solche Bäume herstellen lassen.

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