Pläne fürs Gemeindehaus und Orgel sind „großartig“

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Prälatin Gabriele Wulz (l.) ist zurzeit zur Visitation in Gmünd. Im Bild mit Dekanin Ursula Richter beim Augustinus-Gemeindehaus.
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Prälatin Gabriele Wulz gibt Einblicke in ihre Visitation im Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Ihre Berichte hat sie noch nicht geschrieben. Über den Kirchenbezirk Gmünd und die Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd kann Prälatin Gabriele Wulz trotzdem schon etwas sagen. „Unglaublich viel“ habe sich seit ihrer letzten Visitation verändert, sagt sie. Und meint damit zuallererst die Pläne für das Augustinus-Gemeindehaus, dessen Sanierung im Oktober beginnt. Die evangelische Kirche als offene, gastfreundliche Kirche, für Wulz ist dieses Projekt „etwas ganz Großartiges“. Dazu die Orgel für die Augustinuskirche. Großartig sei es auch, dass die Kirchengemeinde es geschafft habe, zu einer neuen Orgel zu kommen.

Blickt Wulz auf die ersten Jahre der heutigen Dekanin Ursula Richter, die Jahre unmittelbar nach 2006, sei es ein „Quantensprung“, dass Richter es geschafft habe, aus allen Teilgemeinden eine Evangelische Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd zu bilden. Denn dies sei mit schmerzlichen Verlusten verbunden gewesen, zum Beispiel dem Verkauf der evangelischen Johanneskirche in Hussenhofen.

An anderer Stelle, sagt die Prälatin, sei Lebendiges entstanden. Deshalb sei sie „sehr beglückt“ und der Dekanin dankbar, dass diese sich „vor sechs Jahren auf diesen Weg eingelassen hat“.

Visitationen gibt es in der Regel etwa alle acht Jahre. Die Prälatin ist für eine Visitation sieben bis acht Tage im Kirchenbezirk unterwegs. Dies von früh morgens bis spät abends. Zu ihren Aufgaben gehören Formalien wie die Prüfung der Pfarramtskasse oder der Protokolle. Viel mehr als diese Formalien aber sind Visitationen für Wulz „geistliches Geschehen“, das „Raum für Selbstreflektion und Selbstwahrnehmung“ schafft. Es sei gut, sich persönlich einen Einblick von den Verhältnissen vor Ort zu verschaffen, miteinander im Gespräch zu sein. Zu ihren Wahrnehmungen gehört dabei, dass die evangelische Kirche in und um Gmünd spürbarer geworden ist. Wulz nennt sie einen „Andockpunkt für Menschen“. Sie sieht dabei, dass in Schwäbisch Gmünd, vielleicht weil sich ein Stau gebildet hatte, Menschen zusammen kommen, die miteinander etwas hinkriegen. Wulz meint damit neben der kirchlichen die stadtpolitische Entwicklung.

Doch bei Visitationen geht es nicht nur um Freude über Gelungenes. „Man trägt miteinander auch das Schwere, hält Ratlosigkeit aus“, sagt Wulz, die in der Pandemie gelernt hat, „dass wir nicht nur in kleinen Zeiträumen denken dürfen“. Sie nennt die Fragen, weshalb so viele Menschen die Kirche verlassen und warum so wenig Menschen in die Gottesdienste kommen. Die evangelische Kirche habe zu diesen Fragen ein Studie gemacht, erzählt die Prälatin. Und Antworten erhalten. Solche wie „Früher war mir die Kirche wichtig, heute nicht mehr“. Oder: Die Kirche ist wichtig, aber nicht für mich.“ Wulz weiß dabei, dass die Kirche wenig Möglichkeiten hat, dem entgegenzuwirken. Sie sehe viele engagierte und kreative Pfarrer, sagt dazu Ursula Richter. Und wünscht sich für sich und diese, dass sie mehr Resonanz spüren. Michael Länge

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