Plötzlich ein Baum-Problem

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So soll es künftig aussehen nach dem Abbruch der südlichen Teile des „Sägbocks“: Ein neuer Treppenturm dient als Aufgang zu einer verkleinerten Fußgängerbrücke, die dann nur noch die Gleise überbrückt. Grafik: Stadtverwaltung
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Abstimmung verschoben: Beim geplanten Abbruch des Fußgängerstegs „Sägbock“ dürften drei Bäume nicht zu erhalten sein.

Schwäbisch Gmünd

Die Zeit drängt, aber die Planung für den Abriss des Fußgängerstegs in der Remsstraße ist am Mittwoch nicht vorangekommen. Drei Bäume, die in direkter Nachbarschaft des „Sägbocks“ stehen, sind der Grund.

Baubürgermeister Julius Mihm berichtete in der Sitzung den Gemeinderäten, dass diese Bäume im Zuge des Abbruchs wohl nicht erhalten werden können, weil sie zu nah an den Fundamenten des Betonbauwerks stehen. Daraufhin gab es keine Abstimmung über ein vorliegendes Angebot einer Abbruchfirma – Oberbürgermeister Richard Arnold vertagte das Thema um eine Woche.

„Beten wir, dass die Baupreise nicht steigen“, sagte Arnold dazu. Die Zeit drängt aus zwei anderen Gründen: Der knapp 50 Jahre alte Rotrinnensteg, im Volksmund „Sägbock“ genannt, ist baufällig und auf Dauer nicht mehr sicher: Korrosion hat an den Stahlteilen in den beiden südlichen Brückenabschnitten genagt. „Ein sofortiges Versagen ist jederzeit ohne Ankündigung möglich“, das hatte die Verwaltung dem Gemeinderat zu Beginn der Planungsphase als Grund mitgeteilt. Kurzfristig konnte der Steg noch gesichert werden, aber am Abriss führt kein Weg vorbei.

Zeitfenster der Bahn

Grund zwei: Für die Abrissarbeiten hat sich die Stadt Gmünd ein Zeitfenster von der Deutschen Bahn zusichern lassen, in der Nacht vom 24. auf den 25. August soll dafür die Remsbahn gesperrt werden. Wird der Termin nicht eingehalten, gibt es nicht so schnell einen neuen. „Wir haben keine Wahl, sonst verschiebt es sich um ein Jahr“, so Baubürgermeister Julius Mihm. Man müsse also „die Gelegenheit beim Schopfe packen“, fügte OB Arnold hinzu.

Ein Abbruch ist theoretisch auch bei weiter laufendem Bahnbetrieb möglich, aber dafür wären zusätzliche Kosten im sechsstelligen Bereich fällig – die die Stadt zu bezahlen hätte.

Abbruch für 220 000 Euro

Warum die Bäume nicht zu erhalten sind, das wird die Stadtverwaltung den Gemeinderäten bis zum kommenden Mittwoch genau darzustellen haben. Auch wenn der OB den Stopp der Abstimmung nicht weiter begründete: Bäume sind in Gmünd ein politisch heikles Thema. Weshalb darüber nicht früher informiert wurde, erklärte Baubürgermeister Mihm am Rande der Sitzung: Er habe die Info vom Tiefbauamt erst an diesem Tag bekommen.

Die weitere Planung, über die dann zu beschließen sein wird, sieht so aus: Das günstigste vorliegende Angebot einer Abbruchfirma beläuft sich auf rund 220 000 Euro. Darin nicht enthalten ist ein neu zu bauender Teil: Weil der nördliche Teil des Betonbauwerks, das die Bahnstrecke überspannt, als einziger noch stabil und intakt ist, soll dieser erhalten bleiben - und mit einem neuen Treppenturm im hinteren Bereich des Geländes vom Modepark Röther versehen werden - damit Fußgänger auch weiterhin von der Lindenfirststraße direkt zur Remsstraße gelangen können.

Eine „Dunkelampel“

Rund 30 000 Euro würde dann noch eine so genannte Dunkelampel kosten, über die Fußgänger weiter in Richtung Innenstadt die Remsstraße überqueren könnten.

Wir müssen die Gelegenheit beim Schopfe packen.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

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