Polizei und Stadt ahnden nun Ordnungswidrigkeiten

+
Bereits am Bahnhof machten die Polizisten Durchsagen und forderten den „Versammlungsleiter“ auf, sich zu melden. Ohne Erfolg.
  • schließen

Bis zu 1200 „Spaziergänger“ ziehen am Montag durch die Altstadt. Vorwiegend ohne Masken, ohne Abstand und mitunter auf der Fahrbahn.

Schwäbisch Gmünd

Es sind auch die Züge, die die Masse machen. Um 18.15 und 18.25 Uhr kommen Züge aus Richtung Aalen in Gmünd an, um 18.31 Uhr aus Richtung Stuttgart. So füllt sich der Bahnhofsvorplatz bis kurz nach Halbacht in einer Viertelstunde in Windeseile mit sich „Spaziergänger“ nennenden Menschen. Die Polizei nennt sie anders und fordert bereits am Bahnhof den „Leiter“ dieser zu diesem Zeitpunkt etwa 800 Menschen umfassenden „Versammlung“ auf, sich mit dem Einsatzleiter der Polizei in Verbindung zu setzen. Ohne Ergebnis. Die Polizei wiederholt diese Durchsage mehrere Male, während sich die Menge in Bewegung setzt. Frauen, Männer, Paare, Familien, Kinder, Hunde, personifizierte Christbäume - wie in den Vorwochen, nur dass es vor drei Wochen 300 Menschen waren, vor zwei Wochen 500 Menschen, vor einer Woche 850 Menschen und an diesem Montagabend im Lauf des „Spaziergangs“ etwa 1200 Menschen. Stadt und Polizei hatten angekündigt, die Versammlung weiterhin „mit Augenmaß“ zu begleiten, Verstöße aber konsequenter zu ahnden. Die Strecke führte vom Bahnhof über den Münsterplatz zum Kalten Markt. Von dort in die Schmiedgassen zum Marktplatz über die Remsstraße zurück zum Bahnhof. Applaus gab's am Münsterplatz für einen Erwachsenen und zwei Kinder, die mit Flöte und Violine „Die Gedanken sind frei“ spielten. Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes forderten indessen die Teilnehmer mit Durchsagen auf, auch mit Hilfe eines Feuerwehrautos, Abstand zu halten, Masken zu tragen und die Fahrbahn freizuhalten. Sie ernteten Gelächter, Buhrufe und „Wir sind das Volk“-Chöre. Polizei und Stadt informierten aber auch darüber, dass Teilnehmer der Versammlung gefilmt und fotografiert würden. Damit, so erläuterten Stadt und Polizei ihre an diesem Montag weitergehende Strategie, sollen nun Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.

Tragen Sie Maske, halten Sie Abstand, räumen Sie die Fahrbahn.“

Wiederholte Durchsage der Polizei und der Ordnungsbehörde

Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis

Bundesweit wollen immer mehr Bürger die Montag-„Spaziergänge“ nicht mehr unkommentiert lassen. Im Ostalbkreis haben sich vier Gruppen unter dem Motto „Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis statt egoistischen Corona-“Spaziergängen“ zusammengetan und eine Ostalb-Petition ins Leben gerufen. Zudem sind Aktionen und Kundgebungen geplant. Zum Kreis der Initiatoren gehören die Bündnisse gegen Rassismus in Gmünd und Aalen, die Fraueninitiative und die Jugendkulturinitiative in Gmünd. Sie haben für Montag, 24. Januar, einen dezentralen Aktionstag ausgerufen. Einzelhändler, Gastronomen und Verwaltungen werden gebeten, um 19 Uhr die Lichter in Lokalen und die Straßenbeleuchtung auszuschalten. Zudem ist für Montag, 31. Januar, um 18 Uhr in Gmünd eine Kundgebung geplant – mit Abstand und Maske. In Aalen gab's an diesem Montagabend nach Polizeiangaben etwa 700 „Spaziergänger“ und eine angemeldete Gegendemo mit etwa 60 Teilnehmern. In Ellwangen waren etwa 300 „Spaziergänger“ unterwegs und etwa 150 Teilnehmer einer ebenfalls angemeldeten Gegendemo.

Weitere "Spaziergänge" auf der Ostalb

Aalen: Die Minderheit dominiert die Straßen

Bopfingen: "Spaziergang" durch die Bopfinger Innenstadt

Ellwangen: Hier ist die Mitte der Gesellschaft

Stellenweise bis zu 1200 so genannte „Spaziergänger“ zogen am Montagabend durch die Gmünder Altstadt. Polizei und Ordnungsbehörde filmten und fotografierten die Teilnehmer, um nun Verfahren einzuleiten.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema