Pop-Up-Läden: Positive Bilanz für einen ungewöhnlichen Weihnachtsmarkt

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Ein Bild für Oberbürgermeister Richard Arnold von Künstlerin Aurelia Victoria als Dank für die Möglichkeit, in Pop-Up-Läden weihnachtliche Waren und Kunst anzubieten.
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Mit einer Schlüsselübergabe der Marktbeschicker endet das spontane Weihnachtsangebot in den Pop-Up-Läden in der Gmünder Innenstadt. OB Richard Arnold blickt schon auf den Sommer.

Schwäbisch Gmünd

Es ist nicht zu übersehen, dass aus den einst enttäuschten Standbetreibern des abgesagten Weihnachtsmarkts eine starke Solidargemeinschaft gewachsen ist. Konkurrenzdenken gibt es keines. Man hat sich gegenseitig geholfen. Betreute in den insgesamt vier Pop-Up-Läden in der Kornhausstraße und in der Bocksgasse auch schon mal den Stand der Nachbarin oder des Nachbarn. Alle Seiten profitieren von diesem ungewöhnlichen Weihnachtsmarkt, der einfach in leer stehende Läden eingezogen war. Schnell, unbürokratisch, im gemeinsamen Schulterschluss zwischen Stadtverwaltung, Ladenbesitzer und Standbetreiber.

Jetzt sind die Wochen vorbei, Weihnachten 2021 ist rum. Und es wird eine sehr positive Zwischenbilanz gezogen, während am Mittwoch die Schlüssel an die Ladenbesitzer zurückgegeben werden. Begleitet mit vielen Dankesworten und der Versicherung, dass es ohne deren Mithilfe nicht zu diesem Angebot in der Bocksgasse und beim Kornhaus gekommen wäre. Mit einem soeben erhaltenen Blumenstrauß in der Hand lächelt Ladenbesitzerin Beatrix Welz und stellt fest: „Alles ist ein Geben und Nehmen.“

Jetzt sind die vier Läden, die zur Verfügung gestellt worden waren, wieder ausgeräumt. Keine Krippenfiguren und Kerzen, kein Schmuck oder Kunst sind mehr darin zu entdecken. Viele Besucher waren aber in den drei Wochen darin zu finden. Jetzt lohnt der Blick in die Schaufenster nicht mehr. Gähnende Leere ist wieder eingezogen. Was sich aber ändern müsse, wie Oberbürgermeister Richard Arnold vehement feststellt. „Wir müssen die Innenstadt neu erfinden“, beschreibt er, dass alle Seiten einen Schulterschluss vollziehen müssen. „Auch die Behörden“, legt er nach. Und erinnert hierbei auch an das Woha-Gebäude, bei dem sich immer noch nichts tut. Nach all den Jahren.

Corona habe sich als „Spaßbremse“ erwiesen, nicht nur, da der Weihnachtsmarkt aufgrund der Pandemie ein zweites Mal abgesagt werden musste. Dass man flexibel reagieren und durchaus Neues wagen kann, habe Gmünd bewiesen. Denn die Pop-Up-Läden in den vier leer stehenden Geschäften kamen an. Mietfrei konnten die Markthändler ihre Stände dort anbieten, die Nebenkosten trug die Stadt.

„Es ist klasse, dass uns diese Möglichkeit des Verkaufs gegeben wurde“, stellte Monika Maiter-Sabouni fest. Künstlerin Aurelia Mertens hat sogar ein Präsent mitgebracht, das offiziell an den OB übergeben wird. Dabei handelt es sich um ein Gemälde mit dem Konterfei Richard Arnolds, um das sich die Worte der Besucher und deren Wünsche zu Weihnachten ranken. Entstanden, während die Künstlerin – eine von vier – in einem der Pop-Up-Läden ihre Kunst anbot. Initiiert von BIWAQ-Projektleiterin Christine Hüttmann im Rahmen der Aktion „Gmünd macht Kunst“.

„Besser als nichts“, bilanziert Isolde Schirle die Aktion. Sie hätte in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt mit ihren Kerzen das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Neben ihr nickt Heike Böger. Ihre Krippen und Krippenfiguren waren begehrt. „Es lief sehr gut“, sagt sie „Ich freu mich ganz arg über die Solidarität“, zeigt sich Erika Mozer begeistert vom Miteinander der insgesamt 15 Standbetreiber, die Weihnachtsflair in die Innenstadt brachten. Dank ging auch an Robert Frank von der Touristik & Marketinggesellschaft, unter dessen Federführung die Aktion lief. „Hat bestens geklappt“, zieht er positive Bilanz. Und erinnert, dass das Angebot aus der Not heraus geboren wurde. Dank ging auch an die Wirtschaftsförderung, bei der Schlüsselübergabe durch Richard Neiszer vertreten.

Auf die Frage, ob allgemein die Standbetreiber nun aufgrund der Absage seitens der Landesregierung eine Entschädigung erhalten werden, verweist Oberbürgermeister Arnold auf eine dreiseitige Antwort, die er auf seine Nachfrage aus Stuttgart von Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus erhalten hat. Aus dieser geht hervor, dass „der Landesregierung schmerzlich bewusst ist, dass gerade Marktkaufleute und Schausteller 40 bis 50 Prozent ihres Jahresumsatzes aus dem Weihnachtsgeschäft generieren und somit die Untersagung der Weihnachtsmärkte besonders belastet ist.“ So begrüßt die Landesregierung, dass „seitens des Bundes am 24. November beschlossen wurde, die Überbrückungshilfe und die Neustarthilfe bis Ende März 2022 zu verlängern. Der besonderen Lage der Schausteller und Marktkaufleute auf Weihnachtsmärkten wird im Rahmen des als Überbrückungshilfe IV fortgeführte Programms dabei mit Anpassungen der Förderkonditionen Rechnung getragen.“

Übrigens, man darf sich auf den Gmünder Sommer 2022 freuen. Oberbürgermeister Arnold macht bereits Lust auf Veranstaltungen wie den Pferdemarkt. Oder auch auf die europäischen Staufertage und die Partnerschaften. „Da gibt es einige Überraschungen“, sagt er.

Wir müssen die Innenstadt neu erfinden.“

Richard Arnold, Oberbürgermeister

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