Poster signalisieren kleine Freiheiten

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Gute Laune bei der Ausstellungseröffnung unter freiem Himmel trotz herannahenden Gewitters (von links): Markus Niessnler und Melly Müller, Richard Arnold, Ellen Majer, Magdalena Fischer und Elke Heer.

Stuttgarter „Bewegung für radikale Empathie“ zeigt in Gmünd Werke unter freiem Himmel. Bildnerische Aufarbeitung des Lockdowns.

Schwäbisch Gmünd

Oberbürgermeister Richard Arnold schwärmt von einem Sommer der Leichtigkeit, lässt sich dabei tragen vom Gesang von Ellen Majer und Magdalena Fischer, die mit Jaques Offenbachs „Barcarole“ venezianische Stimmung verbreiten. Begleitet von einem Sommergewitter eröffnet er am Dienstagnachmittag die Freiluft-Ausstellung „Public Poster Gallery“, die am Bahnhofsvorplatz und auf den Remswiesen aufgebaut ist. 36 Gestalterinnen und Gestalter zeigen ihre Version der aktuellen Stimmung, Lichtblicke im Lockdown, regen zum Nachdenken an. „Eine Ausstellung wie gemacht für die Kunst- und Designstadt Schwäbisch Gmünd“, sagt Richard Arnold und bedankt sich bei den Initiatoren, bei Markus Niessner und Melly Müller von der Agentur Niessner in Stuttgart. Sie stehen auch für die „Bewegung für radikale Empathie“, die in der Landeshauptstadt schon mehrere Aktionen gestartet hat. „Entsprechend des Sprichworts 'Gute Leute müssen zusammen gute Sachen machen' haben wir inmitten des Corona-Lockdowns, Gestalterinnen und Gestalter eingeladen, gemeinsam eine Plakatserie zu schaffen“, sagt Markus Niessner.

Bis zum 24. Juni sind die 180 mal 120 Zentimeter großen Arbeiten zu sehen, dann geht die Ausstellung weiter nach Ravensburg. Der Oberbürgermeister schätzt die Auseinandersetzung mit den Themen der Zeit, sieht in den Werken den Ausdruck von Solidarität und Toleranz. „Das ist wichtig in einer Zeit der alternativen Fakten, der Querdenkerei und der Sorge um die Gesundheit und das gesellschaftliche Miteinander.“ Die Bilder werden mal großflächig von Schrift bestimmt, aber auch großflächig von Motiven, die sich die Schrift unterordnen. Richard Arnold schätzt die optimistische Grundhaltung in den Werken. „Smile, smile, smile for a while“ geht ebenso in die Richtung wie „jetzt Antikörper bilden“. Und die Feststellung „Kultur braucht Mäuse“ unterstreichen die Macher mit Mäuse-Comic-Figuren. Die Künstlerinnen und Künstler haben fast alle ihre Wurzeln in und um Stuttgart, viele leben inzwischen in anderen Metropolen zwischen Berlin und München.

Perfekter Auftakt

Unterm Strich machten die Poster Laune auf die Lockerungszeit dieses Sommers und seien gleichzeitig ein perfekter Auftakt für Sommer-Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd. „Was für ein Tag, Sie sind die ersten, die seit einem Jahr im Remspark singen“, so bedankt sich der Oberbürgermeister bei Ellen Majer und Magdalena Fischer, denen er „gerne die Konzertbühne in Schwäbisch Gmünd öffnen möchte“.

Einen Vorläufer der jetzt in Schwäbisch Gmünd zu sehenden Ausstellung gab es schon 2020 in Stuttgart. Dabei entstand eine erste Plakatserie und es kam zur Gründung der Public Poster Gallery, die sich über Kultursäulen und Klebeflächen in Stuttgart und der Region ausbreitete. Am Bahnhofsvorplatz und südlich der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd sollen die Arbeiten Besuchern der Stadt ins Auge fallen, wünscht sich der Oberbürgermeister.

Eine Ausstellung wie gemacht für die Kunst- und Designstadt Schwäbisch Gmünd.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Wieder Begegnung bei Veranstaltungen

Die Ausstellung am Bahnhofsvorplatz und südlich davon auf der Remswiese soll den Start in einen Veranstaltungssommer signalisieren, der sich an den jeweiligen Corona-Bedingungen orientiert. Die Poster sind bis 24. Juni zu sehen. Weitere, musikalische Erlebnisse sind bei niedriger Inzidenz unter freiem Himmel möglich. Dafür wird zurzeit die Remspark-Bühne aufgebaut. Prediger und Gmünder Kunstverein kommen im Juni mit weiteren Ausstellungen. kust

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