Preisregen an der Gmünder PH

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Dies Academicus

Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd feiert ihren „Dies Academicus“ und zeichnet Personen für deren besonderen Leistungen aus – darunter alle Pflegestudierenden der Hochschule.

Schwäbisch Gmünd

Neben einem Projektauftakt und einer Antrittsvorlesung stand auf dem Programm des sowohl virtuell als auch in Präsenz stattfindenden „Dies Academicus“ der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd, nach einjähriger Corona-Pause, auch ein wahrer Preisregen. „Held_in“- (herausragende Lehre und didaktische Innovation), „Besten“- (besonderes studentisches Engagement) und „Irma-Schmücker“-Preis wurden am Donnerstag vergeben.

Dr. Axel Blessing erhielt den „Held_in“-Preis für die Veranstaltung „Mediale Grundbildung“, die seit Winter 2016 im innovativen Blended-Learning-Format ausgebracht wird. Heißt: Präsenzveranstaltungen werden mit Formen des E-Learnings verbunden. Größtenteils bearbeiten die Studierenden die Online-Module im Selbststudium. Jedes Modul enthält eine Anleitung zur Bearbeitung, eine Präsentation als Video und einen abschließenden Moodle-Test. Durch das angeleitete Selbststudium unterstütze der Kurs die individuellen Lernprozesse der Studierenden, so das Jury-Urteil. Die Studierenden beschäftigen sich im Kurs mit den Nebenwirkungen von Social Media – „nicht zuletzt zeigt die Corona-Pandemie, welchen Beitrag Social Media zu Verschwörungstheorien leistet“, verdeutlicht Dr. Axel Blessing die Brisanz des Themas. Ferner erstellen die Studierenden selbst ein Fake-News-Video in Gruppen. Der intensive Einsatz digitaler Medien bereite die Studierenden auf ihre spätere Tätigkeit als Lehrpersonen vor, lobte die Jury.

Pflegestudierende geehrt

Der „Besten“-Preis ging stellvertretend für alle Pflegestudierenden der Hochschule an die Studierendenvertretung Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik. Damit würdigte die Jury deren Engagement in der pflegerischen Praxis während der Corona-Pandemie. Die Studierenden setzten sich in den Hochphasen der Pandemie über das im Studium vorgeschriebene notwendige Maß auf freiwilliger Basis ein. Auch unter großen Belastungen wie der Konfrontation mit schweren Krankheitsverläufen und Tod, Ängsten um die eigene Gesundheit und der Gesundheit von Familienangehörigen. „Dieser Einsatz ist nicht nur ein Zeichen großer Menschlichkeit, sondern präsentiert die Hochschule als Ort der Verknüpfung von Kompetenz, Werten und ihrer Umsetzung in Krisenzeiten der Pflege“, so das Jury-Urteil.

Der „Irma-Schmücker“-Preis zeichnet herausragende Arbeiten zu gender- oder gleichstellungsrelevanten Themen aus. Preisträgerin Kira-Sophie Schröder beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit gendersensiblen Bilderbüchern im Literaturunterricht in der Grundschule. Bilderbücher und deren Darstellungen von Geschlechterrollen spielten bei der Vermittlung von Normen und Werten, die die Genderkonstruktionen beeinflussen können, eine bedeutende Rolle. Vor allem für Kinder, die mit wenigen realen Rollenvorbildern in Berührung kommen, so Schröder. Studien zufolge hätten mediale Geschlechterrollendarstellungen zwar keine direkte Wirkung, könnten sich jedoch verstärkend auf Prädispositionen auswirken. „Damit lässt sich die Notwendigkeit begründen, Bilderbücher und deren vermitteltes Genderrollenverständnis auf Bild- wie Textebene und im Zusammenspiel dieser beiden Ebenen genau in den Blick zu nehmen“, erklärt die Preisträgerin. So sollten gesellschaftliche Prägungen von „typisch männlich – typisch weiblich“ nicht als natürlich ausgegeben werden.

Axel M. Blessing
Kira Sophie Schröder

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