Privater Wohnraum für Kriegsflüchtlinge gesucht

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Die ukrainische Flagge weht vor dem Rathaus. Im Bild Birgit Schneider und Christian Baron.
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Die Stadt Schwäbisch Gmünd bereitet sich auf Ankunft vieler Menschen vor und startet umfassendes Hilfsprogramm.

Schwäbisch Gmünd

Am Gmünder Rathaus weht seit Dienstagnachmittag die ukrainische Fahne, nach Worten des Ersten Bürgermeisters Christian Baron ein Zeichen der Solidarität. Der Stadt geht es in dieser Situation um konkrete Schritte, um rasche Hilfe, Wohnraum und die Stadtgemeinschaft.

„So etwas lässt niemand kalt in der Stadt“, sagt der Verwaltungschef, der nach eigenen Worten „in engem Kontakt mit Oberbürgermeister Richard Arnold ist, der sich in Übersee in Urlaub befindet“. Die Stadtverwaltung beziehe bei internationalen Konflikten in der Regel selten Position, aber der völkerrechtswidrige Angriff Russlands mache das notwendig. „Wir stehen an der Seite der Ukraine“, sagt er. Man erlebe nun eine Welle der Hilfsbereitschaft, manche ukrainischen Landsleute hätten auch schon Menschen aufgenommen, Verwandte oder Freunde. Die Stadt will nun in Absprache mit dem Landkreis notwendige Hilfsmaßnahmen koordinieren.

Sachleistungen: Die Verwaltung wird keine eigene Hilfsaktion starten, ist aber mit Hilfsorganisationen im Gespräch. Christian Baron, selbst Präsident des DRK-Kreisverbandes, setzt auf die Zusammenarbeit mit dem DRK. In einer überregionalen Aktion sammelt der DRK-Kreisverband am Samstag, 12. März, von 8 bis 13 Uhr Kleidung, Schuhe und Hilfsgüter. Die gehen dann zu einer Sammelstelle in Kirchheim und von dort aus gesichert in die Ukraine. 

ZuSachspenden aufgerufen sind auch die Freiwilligen Feuerwehren im Land, die entbehrliche Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stellen sollen. Kommandant Uwe Schubert hat dies nach Worten Christian Barons vor Ort in die Hand genommen. So sollen aus Gmünd Helme, Stiefel und Jacken, aber auch Elektrik, Schläuche und Atemschutz geliefert werden. In den nächsten Tagen gehen die Güter von der Sammelstelle Fellbach aus in die Ukraine.

Geldspenden: Auch da setzt die Stadt auf die großen Organisationen und empfiehlt, bei den bekannten Hilfswerken zu spenden. Spendenkonten werden auch bei ARD und ZDF bekannt gemacht. Damit könne man sicher sein, dass die Gelder am richtigen Ort ankommen.

Wohnraum: „Wir bereiten uns auf eine große Zahl an Kriegsflüchtlingen vor“, sagt der Bürgermeister. Aber man wisse noch nicht, wann sie kommen, wie viele es wirklich sein werden. Ein Lob richtet er an den Schönblick. Dort werden an diesem Mittwoch 34 behinderte Menschen aus der Ukraine aufgenommen, „ein großartiges Zeichen der Humanität“, so Baron.

Ganz wichtig sei es nun, privaten Wohnraum für Geflüchtete zu bekommen. Wohnungseigentümer sollten sich unbedingt melden, wenn sie Räume zur Verfügung stellen können. Die Wohnraumoffensive läuft über das Amt für Familie und Soziales, Birgit Schneider kümmert sich darum. Vermietern sichert Christian Baron die ortsübliche Miete zu, die Verwaltung werde für einen geregelten Ablauf sorgen. So könne man es vermeiden, dass Ankommende weiterem Stress ausgesetzt, vielleicht an die Erstaufnahmestelle in Ellwangen weitergeleitet werden.  Die Stadt will weitere Akteure in die Wohnungssuche einbeziehen, etwa die VGW oder das Haus Lindenhof. Nur im größten Notfall werde man auch Sporthallen für die Unterbringung nutzen.

Zusammenleben: „Ganz wichtig ist es uns, das friedliche Zusammenleben in der Stadt zu bewahren“, sagt Christian Baron. In der Stadt lebten sowohl Menschen aus Russland wie aus der Ukraine und diese Situation sei von hoher Emotionalität geprägt. Jetzt gehe es aber um Solidarität und Frieden.

Ein Zeichen dafür setzt die Stadt an diesem Donnerstagabend und beteiligt sich an der Aktion „Light for Peace“ (Licht für den Frieden).  Die Beleuchtung am Stadtgarten und vor dem Rathaus soll in den Farben blau und gelb der Ukraine  strahlen. 

Ansprechpartnerin für Wohnraum und andere Fragen: Birgit Schneider, (07171)603 5040. Kontakt auch über ukrainehilfe@schwaebisch-gmuend.de 

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