Problemkreuzung und "Todesstreifen-Radweg" - was in Gmünd für Fußgänger verbessert werden soll

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Zebrastreifen sind eine Möglichkeit, Fußverkehr sicherer zu machen. Es gibt viele weitere Varianten von Querungshilfen - auf langen Verkehrsachsen laut Experten alle 200 Meter empfehlenswert.
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Mit einem Abschlussworkshop endet der Fußverkehrscheck für die Südstadt. Mit Folgen: In den kommenden Monaten soll einiges verändert werden.

Schwäbisch Gmünd

In die Gutenbergstraße sollen deutlich mehr Querungshilfen für Fußgänger eingebaut werden, auch auf den anderen Achsen der Südstadt sind kleine Verbesserungen zugunsten der Fußgänger geplant. Nachdem der Fußverkehrscheck mit einem Abschlussworkshop im Rathaus zu Ende gegangen ist, sollen dessen Erkenntnisse auch in den Straßen sichtbar werden. „Es gibt Dinge, die sich innerhalb von Monaten umsetzen lassen“, sagt Anja Tamm, die Gmünder Mobilitätsmanagerin.

„Lösung nur gesamtstädtisch“

Auch für die Konrad-Baum-Kreuzung, die sich im Check als absolute Problemkreuzung erwiesen hat, soll es schnell Verbesserungen geben – allerdings nicht in Form von Umbauten. Johannes Lensch, Experten vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro „Planersocietät“, hat zur Konrad-Baum-Kreuzung die ernüchternde Einschätzung: „Auch der Gutachter kann nicht alles. Die Lösung für diese Kreuzung muss gesamtstädtisch gefunden werden, das gelingt nicht vor Ort.“ Sein Vorschlag für eine schnelle Änderung: mit Piktogrammen eine andere Verkehrsführung für Fußgänger ausweisen. Die Problemkreuzung bekommt eine Umleitung.

Die Kreuzung an der Einmündung der Klarenbergstraße in die Gutenbergstraße ist ebenso dringend verbesserungsbedürftig aus Sicht der Bürger, die sich am Check beteiligt haben. Eine Kreuzung mit „Todesstreifen-Radweg“, wie sich eine Teilnehmerin ausdrückte. „Wir prüfen, ob wir da die Vorfahrtsregelung ändern können“, sagt Franka Zanek vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die Idee ist, dass künftig der Fußverkehr und der aus der Klarenbergstraße Vorfahrt haben könnten. Ein Anwohner hatte Bedenken: „Ich befürchte, dass dann der Durchgangsverkehr zunimmt.“ Um das zu verhindern, wurden ebenfalls Lösungen diskutiert: etwa eine Unterbrechung der Klarenbergstraße für den motorisierten Verkehr oder aber eine Aufteilung auf Höhe der Rappenstraße: in eine nach links und eine nach rechts führende Einbahnstraße.

Für die Gutenbergstraße sind mehr Querungshilfen geplant, auch der Spielplatz an der Querverbindung Kimpolunger Straße soll durch Markierungen und kleine Umbauten besser und sicherer für Fußgänger zugänglich werden. Am Rand des Parks zwischen Unterer Zeiselbergstraße und Sebaldplatz schlägt Planer Lensch vor, Straßenflächen zugunsten von Fußgängern zu verkleinern.

Es ist ein Verfahren, das Lensch der Stadt generell ans Herz legt: „In Zukunft eine Planung von außen nach innen“, also zunächst genug Platz für Fußgänger schaffen und dann schauen, was innen an Straßenraum übrig bleibt. „Bisher hat man von innen nach außen geplant, aber da hat sich die Einschätzung geändert.“ Praxisbeispiele für die alte Bauweise finden sich in der Klarenbergstraße genug, wie eine Anwohnerin betonte. „Wenn auf dem schmalen Gehweg Mülltonnen stehen, kommt keiner mehr durch.“ Die „Regelbreite“ eines Gehwegs liegt bei 2,50 Meter, berichtet Johannes Lensch. Ziemlich viel Platz, vor allem im Vergleich zur Realität vieler Straßen. „Das ist die Folie, die dem Gemeinderat normalerweise nicht Spaß macht“, sagt Lensch. Was der Planer außerdem als Maxime empfiehlt, wenn man die Lage der Fußgänger verbessern will: „Der Radweg gehört nicht auf den Fußweg.“

Das ist die Folie, die dem Gemeinderat normalerweise nicht Spaß macht.“

Planer Johannes Lensch, über das deutsche „Regelmaß“:

Weitermachen inanderen Stadtteilen

Auf die Südstadt war der Fußverkehrscheck begrenzt. Die Erkenntnisse sollen zügig auf andere Stadtteile übertragen werden. Dazu soll es auch eine Umfrage unter Bürgern auf www.gmuendfuermorgen.de geben.

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