Prüfungsamt kritisiert Verwaltung

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Bauprojekte werden nicht immer von den dafür ausgebildeten Spezialisten betreut. Jahresrechnung von 2018 im Verwaltungsausschuss vorgelegt.

Schwäbisch Gmünd

Sehr erfreut blickten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in die städtische Jahresrechnung 2018, die ihnen am Mittwoch vorgelegt worden war - allerdings mit leichtem Bedauern, dass sie erst so spät kam.

Für die nostalgische Freude sorgten die Zahlen, an die Kämmerer René Bantel erinnerte: Gegenüber dem Plan hatte sich der Hauhalt im Lauf des Jahres um rund zwölf Millionen Euro verbessert. Das Rechnungsprüfungsamt empfehle unterm Strich die Annahme der Jahresrechnung.

CDU-Fraktionsvorsitzender Alfred Baumhauer stellte mit Blick auf jenes Jahr fest, dass die Verwaltung sehr sparsam gewirtschaftet habe und dass das Rechnungsprüfungsamt nur wenig an der Jahresrechnung zu beanstanden hatte. „Gut gewirtschaftet“, meinte auch Brigitte Abele (BL) und Karin Rauscher (FWF) stellte fest: „Das waren noch gute Zeiten.“

Großer Abstand

Ein sehr gutes Jahr, erinnerte sich auch Grüne-Sprecher Gabriel Baum. Bedauerlich sei, dass der Abschluss erst jetzt vorgelegt wurde. Der Stadt sei dadurch aber wohl kein finanzieller Schaden entstanden. Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel forderte, dass die Verwaltung die Vorgaben besser beachtet. Der große zeitliche Abstand zwischen der Haushaltsabwicklung und der Vorlage der Prüfberichte spiele für die Stadträte, die die Verwaltung kontrollieren sollen, durchaus eine Rolle,

Linke-Fraktionssprecher Sebastian Fritz stellte fest, dass das Rechnungsprüfungsamt durchaus finanzielle Schäden moniere. Insbesondere kritisierten die hausinternen Prüfer, dass im Baubereich Maßnahmen teilweise von Mitarbeitern abgenommen worden seien, die nicht die spezielle Kompetenz dafür gehabt hätten. Als Beispiel führte der Leiter des Prüfungsamts, Michael Schaumann, an, dass ein Diplom-Verwaltungswirt einen Abbruch begleitet habe statt eines Bauingenieurs. Und Ähnliches sei nicht nur 2018 geschehen. „So etwas kommt immer wieder vor“, stellte Schaumann fest. Dabei sei die Verwaltung doch gespickt mit Spezialisten, sie sollten auch die Aufgaben ihres Fachgebiets übernehmen.

Wird noch gravierend

Oberbürgermeister Richard Arnold hielt dagegen, dass Erfahrung genauso zähle wie akademische Ausbildung. „Sonst müssten viele Projekte liegen bleiben.“ In Zukunft werde das noch gravierend, die Verwaltung werde bis 2030 fast ein Viertel des jetzigen Personals verlieren. Ansprüche müssten mit der Praxis zusammenpassen, ergänzte Erster Bürgermeister Christian Baron. Hauptamtsleiter Helmut Ott merkte an, dass die Verwaltung die Anmerkungen der Prüfer nicht ignoriere, sondern durchaus aufarbeite

Immerhin konnte Stadtkämmerer Bantel den Stadträten in Sachen späte Vorlage Hoffnung auf Besserung machen: In den nächsten Monaten schon könne die Jahresrechnung 2019 vorgelegt werden.

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