Querdenken-7171 trifft auf Antifa

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Bei "Horn for Hope" versammelten sich schätzungsweise 80 Menschen zur musikalischen Demonstration.
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Angespannte Stimmung herrschte beim Aufeinandertreffen von Querdenken und Antifa. Die Polizei war in entsprechender Stärke im Einsatz.

Schwäbisch Gmünd

Los ging's mit Musik und Abstand bei "Horn for Hope", geendet hat es mit schätzungsweise 400 Menschen auf dem Marktplatz. Gleich drei Demos gab es am Sonntag in der Gmünder Innenstadt. Wegen Konfliktpotenzial war die Polizei stark vertreten. Unterm Strich blieb's friedlich.

Die mit Abstand größte Demo am Sonntag war die von "Querdenken-7171". Laut Schätzung der Polizei versammelten sich rund 400 Demonstrierende zunächst auf dem Gmünder Marktplatz, um von dort aus durch die Innenstadt zu ziehen. Mit der Aktion teilten die Teilnehmer ihre Abneigung gegenüber den Coronamaßnahmen mit. Bereits früh war klar: So wie die Demo geplant war, wird sie nicht laufen. Denn die Route wurde von Gegendemonstranten der Antifa blockiert. "Wir werden die beiden Gruppierungen voneinander getrennt halten", sagte Gmünds Polizeichef Markus Deuter, der den Einsatz leitete. Tatsächlich mussten die Beamten dann auch ran: Trotz geänderter Route versperrten die Demonstranten der Antifa den Weg für die Querdenker-Demo. Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron beobachtete die Lage. "Die Stimmung wird immer angespannter", beschrieb er. Er habe "ein bisschen Sorgenfalten" – ist aber froh, dass die Polizei entsprechend vor Ort war. Die Beamten lösten die Blockade auf, und die Demonstrierenden konnten weiterziehen. Körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Querdenkern gab es nicht. Die genaue Herkunft der Antifa-Demonstranten sei unbekannt. Baron habe "viele fremde Gesichter" unter ihnen gesehen. Auch Mitglieder der Gmünder Linkspartei hätten viele nicht gekannt, sagte Stadtsprecher Markus Herrmann.

"Die Polizei hat einen super Job gemacht", sagt Baron. Polizeiarbeit sei bei derartigen Demonstrationen eine Gratwanderung zwischen Verstoß und Freiheit, sagt Deuter. "Es ist immer eine Verhältnisfrage." Man müsse abwägen, ob ein oder mehrere Maskenverstöße als Grund zählen, das Freiheitsrecht der Versammlung zu beschneiden.

Die Stimmung wird immer angespannter.

Christian Baron, Erster Bürgermeister

Im Vorfeld des Demonstrationsmarsches gab es auf dem Marktplatz noch eine Kundgebung von verschiedenen Gruppen. Unter anderem die Gmünder Linke und Grüne, das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" und die Antifa waren beteiligt. Der Schulterschluss zwischen Rechtsextremen und Querdenken sei nun vollzogen, sagt Rednerin Ann-Katrin Lauer. Denn bei der Querdenken-Demo am vergangenen Sonntag sei auch die rechtsextreme NPD vor Ort gewesen. Querdenken sei keine einheitliche Gruppierung, "aber wer mit Nazis auf die Straße geht, wird über einen Kamm geschoren", sagt Lauer. Ein Teilnehmer der Querdenken-Demo, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hält nichts von derartigen Vorwürfen. Mit Rechten wolle man nichts zu tun haben. Der Großteil der Teilnehmer seien normale Leute, die mit der "ziellosen" Coronapolitik unzufrieden sind.

Bevor die Querdenken-Demonstranten durch die Stadt zogen, hatte es eine Kundgebung von "Aufstehen gegen Rassismus" gegeben.
Die wohl angespannteste Szene vom Sonntag: Querdenken-Demonstranten treffen am Kalten Markt auf eine Blockade der Antifa. Einsatzkräfte der Polizei trennen die Gruppen voneinander. Zu Handgreiflichkeiten kam es nicht.

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