Radeln gegen weitere Atomkraft

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Etwa 50 Radler gegen eine Verlängerung der Laufzeiten der drei verbliebenen Kernkraftwerke machten am Dienstag Station in Gmünd und in Mutlangen. In Gmünd wurden sie von Volker Nick, Alex Singer und Andreas Mooslehner begrüßt.
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Etwa 50 Gegner einer Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken machen bei ihrer Tour von Kahl bis Freiburg in Gmünd und in Mutlangen Station.

Schwäbisch Gmünd

Die, die hier stehen, haben immer vor der jetzigen Situation gewarnt, vor zu viel Abhängigkeit in der Energiefrage.“ Die dies sagt, Davorka Lourekovic, gehört zu „ausgestrahlt“. „Ausgestrahlt“ ist die Organisation, die eine große Radtour durch mehr als 40 Orte in Nord- und Süddeutschland, in Belgien, in den Niederlanden, in Frankreich und in der Schweiz organisiert hat. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Energie in Deutschland noch nicht knapp war. Die Radtour sollte dazu dienen, den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie zum Ende dieses Jahres zu feiern. Doch es kam anders. Deutschland diskutiert aktuell über die Verlängerung der Laufzeiten der drei verbliebenen Kernkraftwerke. Weshalb die „ausgestrahlt“-Macher ihre Radtour zu einer Fahrt gegen diese Verlängerung machten. An den mehr als 40 Orten, die sie anradeln, trafen und treffen sie auf Zeitzeugen der Anti-Atom-Bewegung. So auch in Gmünd an diesem Dienstag, wo sie Volker Nick von der Mutlanger Pressehütte vorfinden, Andreas Mooslehner vom BUND Ostwürttemberg und Alex Singer vom Kreisvorstand der Grünen.

Die Radler, den harten Kern machen etwa 20 Personen aus, wollten eigentlich nicht so sehr nach Gmünd. Eher nach Mutlangen. Denn vieles in der Anti-Atom-Bewegung habe mit den Protesten und Blockaden gegen die Pershings in Mutlangen begonnen, sagt Lourekovic. Der Tod sei mit den Atomraketen hier in der Region greifbar gewesen. In Mutlangen seien in der Folge friedliche Widerstandsformen entwickelt worden, die später im Wendland aufgenommen und fortgeführt worden seien. Zivile und militärische Nutzung von Atomenergie ließen sich nicht trennen. Die Radtour unternähmen die Radler, weil die Diskussion über den Ausstieg aus der Kernenergie wieder beginne. Deshalb fordert Lourekovic, am Ausstieg spätestens zum 31. Dezember dieses Jahres festzuhalten.

Fürsprecher in Gmünd hat Lourekovic in Nick, Singer und Mooslehner. Die hiesige CDU sei überzeugt gewesen, dass Gorleben ein sicheres Endlager sei, sagte Nick. Inzwischen sei Gorleben als Standort dafür aus dem Rennen. Gmünd jedoch sei noch im Verfahren der Suche nach einem Standort. „Noch stört's die Leute nicht“, sagt Nick.

„Reichlich skurril“ sei diese Debatte über die Verlängerung der verbliebenen Kernkraftwerke, sagt Singer. Dabei sei ein „Streckbetrieb niemals die Lösung, um die Versäumnisse der Vergangenheit bei erneuerbaren Energien aufzuholen“. Ein Weiterbetrieb der drei verbliebenen Atomkraftwerke könne maximal 0,5 bis 1 Prozent des deutschen Gasverbrauchs einsparen. Weshalb Grünen-Vorstandsmitglied Singer empfiehlt, auf Energie aus Sonne und Wasser zu setzen und jetzt die „Chance zu nutzen, die erneuerbaren Energien voranzubringen“.

Gmünd liege in der Luftlinie 70 Kilometer von Neckarwestheim und 70 Kilometer von Gundremmingen entfernt, sagt Mooslehner. Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold habe sich für eine Verlängerung der Laufzeiten ausgesprochen und dafür viel Kritik kassiert. Viele Bürgermeister im Gmünder Raum gehörten zu „Mayors for Peace“, doch kaum einer, außer Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting, sei gegen Atomkraft, sagt Mooslehner. Den Radlern dankt er, dass sie in Gmünd Station gemacht hätten.

Diese verabschiedeten sich in Richtung Mutlangen. Abends zeigte die Pressehütte Mutlangen einen Film über den gewaltfreien Widerstand in den Jahren 1983 bis 1987 gegen die stationierten US-amerikanischen Pershing II-Atomraketen. Und es gab einen Spaziergang zum ehemaligen Pershing II-Lager.

Über die Anti-Atom-Radtour 2022

Die Anti-Atom-Radtour 2022 führt in 41 Etappen von Tihange in Belgien bis Gorleben und dann von Kahl am Main bis Freiburg. Auf den insgesamt 2400 Kilometern finden zahlreiche Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen statt. Aktuelle Infos zu Route und Programm gibt es online unter http://ausgestrahlt.de/radtourausgestrahlt.de/radtour .

In Mutlangen wurden die Radler von Bürgermeisterin Stephanie Eßwein begrüßt. Sie besuchten außerdem die Friedenswerkstatt.
Etwa 50 Radler gegen eine Verlängerung der Laufzeiten der drei verbliebenen Kernkraftwerke machten am Dienstag Station in Gmünd und in Mutlangen.
Etwa 50 Radler gegen eine Verlängerung der Laufzeiten der drei verbliebenen Kernkraftwerke machten am Dienstag Station in Gmünd und in Mutlangen.
Etwa 50 Radler gegen eine Verlängerung der Laufzeiten der drei verbliebenen Kernkraftwerke machten am Dienstag Station in Gmünd und in Mutlangen.

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