Radler benennen Mängel in der Stadt

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Die kleine Unterführung ins Taubental ist nichts für Radfahrer. Sie müssen den Kopf einziehen, weil die Unterführung zu niedrig ist. Künftig werden die Radler durch die große Unterführung geleitet – wie die Autofahrer auch.

Beim Stadtradeln nutzten die Teilnehmer die städtische Internetplattform, um auf fehlende Beschilderung, schadhafte Radwege und Ähnliches aufmerksam zu machen.

Schwäbisch Gmünd

Sehr zufrieden und dankbar" zeigt sich die städtische Mobilitätsbeauftragte Anja Tamm über die insgesamt 45 Anregungen, die während der Aktion Stadtradeln auf der eigens dafür eingerichteten Internetplattform eingegangen waren. Zufrieden ist sie auch, dass trotz des verschobenen Termins, gewöhnlich findet das Stadtradeln im Mai/ Juni statt, 318 aktive Radler teilnahmen.

Diese machten sich vom 7. bis zum 27 September auf, um einzeln oder in einem der 32 Teams 77 765 Kilometer im Stadtgebiet zu radeln. Dabei wurde auf den Zustand des Radwegs geachtet, die Beschilderung unter die Lupe genommen und mancher Missstand entdeckt. Diese Beobachtungen teilten die Radler auf der Plattform der Stadt mit. "Es ist zumeist wirklich sehr konstruktiv", beschreibt Anja Tamm erfreut. Mancher kritische Punkt konnte bereits durch das Baubetriebsamt ausgebessert werden. Etwa fehlende Markierungen, Piktogramme oder Fahrtrichtungspfeile in der Uferstraße. Sehr hilfreich findet die Mobilitätsbeauftragte die Tatsache, dass manche Anregung nicht nur schriftlich formuliert, sondern sogar ein Foto mit angehängt wurde. "So muss man nicht eine ganze Straße oder einen Radweg absuchen, sondern sieht gleich die Problemstelle. Das macht die Mängelbehebung leichter."

"Es geht vor allem um kleinere Dinge, kleinere Maßnahmen, die schnell behoben werden können", schildert Tamm. Manche Schwachstelle, etwa Risse auf dem Radweg, wurden gemeldet und sind bereits im Rahmen der normalen Instandsetzung durch das Baubetriebsamt behoben worden.

Mehrfach wurde von unterschiedlichen Teilnehmern beispielsweise auch angeregt, die Beschilderung im Bereich der Unterführung ins Taubental, von der Uferstraße her kommend, zu ändern. Denn bei der kleinen Fußgängerunterführung, zu der der Radler geführt wird, muss dieser absteigen, um durchzukommen. "Das ist ein bisschen unglücklich, denn eigentlich ist dieser enge Durchlass nur für Fußgänger geeignet. Radler könnten sich den Kopf stoßen, wenn sie nicht absteigen." Jetzt sollen die Radfahrer über die große Unterführung ins Taubental geleitet werden, wo auch die motorisierten Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Eine entsprechende Beschilderung wird angebracht.

Die Kritik ist meist sehr konstruktiv.

Anja Tamm, Mobilitätsbeauftragte

Diverse Anregungen wurde an die Straßenverkehrsbehörde weitergegeben. Als Leiter wird sich Raphael Wieler um die Anregungen kümmern, indem die einzelnen Stellen und Bereiche im Rahmen einer Verkehrsschau unter die Lupe genommen werden. Zeitnah, denn es gibt mehrere Verkehrsschauen unterm Jahr, wie Anja Tamm informiert. Die insgesamt 45 Anregungen, die auf der Plattform eingegangen sind, können größtenteils aufgenommen werden. Nur von Wenigen kam der Wunsch nach ganz neuen Radwegen an bestimmten Stellen, bemerkt Tamm. Allerdings könne leider nicht jede Anregung aufgenommen werden. Etwa die, die mehrfach eingegangen sei und sich auf das Verhalten von Autofahrern bezieht, die sich in einem Kreisverkehr gegenüber Radfahrern nicht korrekt verhalten. Diesen immer wieder die Vorfahrt nehmen. "Das kommt auf den Autofahrer an, da können auch wir nichts machen", bedauert die Mobilitätsbeauftragte.

Unterm Strich ist die Stadtverwaltung froh über die Anregungen. Schließlich seien die Radler immer unterwegs und bemerkten Schadstellen und mangelnde Beschilderung bei ihren täglichen Fahrten. Missstände könnten so meist zügig beseitigt werden.

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